Architektur in Krieg und Frieden

Architektur in Krieg und Frieden

Das Auditorium im DAM mit den Stühlen nach Entwurf von Oswald Mathias Ungers (Bild: Warbug, dontworry, CC-BY-SA 3.0)
Das Auditorium im DAM mit den Stühlen nach Entwurf von Oswald Mathias Ungers (Bild: Warbug, dontworry, CC-BY-SA 3.0)

Nach fast zwanzig Jahren verabschiedet sich Wolfgang Voigt vom Deutschen Architekturmuseum. Seit 1997 war er als stellvertretender Direktor des DAM tätig und an zahlreichen wegweisenden Ausstellungen des Hauses beteiligt. Zur Verabschiedung veranstaltet das Museum am 15. Januar 2016 ein Symposium mit dem Namen „Architektur in Krieg und Frieden“. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Neben einem Vortrag von Wolfgang Voigt selbst stehen  verschiedene Themenbeiträge auf dem Programm. Ita Heinze-Greenberg spricht zu Erich Mendelsohns Europavision 1931-1934, Wolfgang Pehnt beleuchtet unter dem Titel“Die Haltung der Zurückhaltung“ die Außenansicht auf deutsche Nachkriegsarchitektur. Hartmut Frank geht „Orthodoxie und Häresie in der modernen Architekturgeschichte“ nach, Jean Louis Cohen von der New York University beleuchtet in seinem Vortrag „Architektur in Uniform“ Planungen und Bauten, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg entstanden. (jr, 22.12.15)

Die „Stunde Null“

Die „Stunde Null“

Colibri-Bus-Haltestelle "8. Mai 1945"(Bild: Benoît Prieur (Agamitsudo))
Wenn man es als Datum schon zur eigenen Bushaltestelle gebracht hat … (Bild: Benoît Prieur (Agamitsudo))

Es geht um ein Datum, das es eigentlich gibt (und vielleicht auch nie gegeben hat): die „Stunde Null“. Diese Bezeichnung schien für das neue, hoffentlich „gute“ Nachkriegsdeutschland“ verheißungsvoll. Sie stand für einen radikalen, unbelasteten Neuanfang. Nun nimmt sich ein französischer Workshop für den 2. Oktober 2015 (Maison des Sciences de l’Homme, Clermont-Ferrand, USR 3550) vor, diesen Begriff genauer abzuklopfen. Werden doch verschiedene Jahre für diese „Schickssalsstunde“ der deutschen Geschichte diskutiert: 1945, 1949, 1968, 1969, 1989. Darüber hinaus soll die historische, kulturelle und soziale Bedeutung der „Stunde Null“ berücksichtigt werden.

Für diesen Workshop werden bis zum 17. Juli Vorschläge gesucht – zu insgesamt drei Themenblöcke: biographische Brüche und Mentalitätswandel durch eine oder mehrere „Stunde(n) Null“, Diskurse und Gegendiskurse zu ebendiesem „Leitwort“ sowie (geschichts)wissenschaftliche Perspektiven zu diesem nicht unproblematische, zumindest aber umstrittenen Konzept. Die gemeinsame Diskussion soll dazu beitragen, für die „Stunde Null“ fortan besser zwischen Mythos und Realität unterscheiden zu können. Die Ausschreibung richtet sich an Forscher, Postdoktoranden und Doktoranden in Germanistik, Geschichte, Geographie, Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und anderen Geistes- und Sozialwissenschaften sowie an Kunsthistoriker, Literatur-, Medien- und Kommunikationswissenschaftler unter der folgenden Adresse: Dana Martin, 34, avenue Carnot, F-63000 Clermont-Ferrand, dana.martin@univ-bpclermont.fr. (kb, 2.7.15)

Deutsche Kriegsfotografie

Deutsche Kriegsfotografie

Balkan, Soldat fotografiert Zivilist, 1943 (Bild: Bundesarchiv Bild 101I-191-1656-14)
Balkan, Soldat fotografiert Zivilist, 1943 (Bild: Bundesarchiv Bild 101I-191-1656-14)

„Bewaffnet mit der Kamera“, diese Redewendung hatte zwischen 1939 und 1945 eine sehr wörtliche Bedeutung. Der Workshop widmet sich vom 13. bis zum 14. März 2015 dem Thema „Deutsche Kriegsfotografie im Zweiten Weltkrieg. Zwischen privater und professioneller Praxis“. Dabei werden Aspekte wie Produktion, Distribution und Rezeption der fotografischen Dokumente betrachtet und diskutiert. So sollen Abhängigkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede der privaten und professionellen deutschen Kriegsfotografie im Zweiten Weltkrieg aufgezeigt werden.

Am ersten Tag des Workshops bieten Vorträge einen Gesamtüberblick über die professionelle und private Fotografie geleistet: von „Fotkokonvoluten der Wehrmachtssoldaten“ bis zur „Verschränkung professioneller und amateurhafter Fotografie“. Am zweiten Tag werden Dissertationsprojekte zum Thema vorgestellt und diskutiert: wie „Amateurfotografischen Fotoalben deutscher Wehrmachtssoldaten zwischen Weltanschauung, Selbstmitteilung und Erinnerung“, „Die Fotoproduktion der ‚Heeres-Propagandakompanie 689′“ oder „Der Einsatz von PK-Fotografen im Krieg gegen die UdSSR“. Alle Interessierten sind eingeladen, Veranstaltungsort ist der Anna-Maria von Schürmann-Raum (3.229) im Philosophikum im Historischen Institut an der Universität zu Köln. (kb, 5.3.15)