Schadensbilder

Um die Argumente für (und gegen) eine Rekonstruktion wurde und wird ausführlich diskutiert. Auch die städteplanerischen Bestrebungen nach 1945 waren bereits vielfach Gegenstand der Forschung. Doch die Zeit dazwischen – nach den Schäden und vor den ersten konkreten Wiederaufbauplänen – blieb bislang weitgehend unbeachtet. Seit 2019 widmet sich das DFG-Forschungsprojektes „Kriegsschadensaufnahme des Zweiten Weltkriegs als Heritage-Making Moment“ an der Universität Bamberg eben jener Frage. Dafür analysierte man viele zuvor unbekannte Quellen, vor allem Stadt- und Kriegsschadenskarten der 1940er und frühen 1950er Jahre.

Um die Ergebnisse des 2021 auslaufenden Forschungsprojekts zu präsentieren und im Fachkreis zu reflektieren, soll in Bamberg am 20. Mai 2021 ein Symposion stattfinden: „Erbe in Trümmern. Schadensbild, Transformation und Heritage Making in kriegszerstörten Städten um 1945“. Veranstalter ist das Kompetenzzentrum Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) der Otto-Friedrich-Universität Bamberg – ausgerichtet wird die Tagung vom oben bereits umrissenen DFG-Projekt. Um Anmeldung wird gebeten bis zum 19. Mai 2021 – per E-Mail mit Angabe des Namens und der Institution: georg.sedlmeyer@uni-bamberg.de. Das Symposium findet virtuell statt, Teilnehmende erhalten die Zugangsdaten nach der Anmeldung. (kb, 8.4.21)

Kiel, Fleethörn, Ecke Muhliusstraße – in der Bildmitte die Polsterwerkstatt Paul Trost in einer Nissenhütte, Mai 1949 (Bild: Stadtarchiv Kiel, CC BY SA 3.0)

Architektur in Krieg und Frieden

Nach fast zwanzig Jahren verabschiedet sich Wolfgang Voigt vom Deutschen Architekturmuseum. Seit 1997 war er als stellvertretender Direktor des DAM tätig und an zahlreichen wegweisenden Ausstellungen des Hauses beteiligt. Zur Verabschiedung veranstaltet das Museum am 15. Januar 2016 ein Symposium mit dem Namen „Architektur in Krieg und Frieden“. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Neben einem Vortrag von Wolfgang Voigt selbst stehen  verschiedene Themenbeiträge auf dem Programm. Ita Heinze-Greenberg spricht zu Erich Mendelsohns Europavision 1931-1934, Wolfgang Pehnt beleuchtet unter dem Titel“Die Haltung der Zurückhaltung“ die Außenansicht auf deutsche Nachkriegsarchitektur. Hartmut Frank geht „Orthodoxie und Häresie in der modernen Architekturgeschichte“ nach, Jean Louis Cohen von der New York University beleuchtet in seinem Vortrag „Architektur in Uniform“ Planungen und Bauten, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg entstanden. (jr, 22.12.15)

Das Auditorium im DAM mit den Stühlen nach Entwurf von Oswald Mathias Ungers (Bild: Warbug, dontworry, CC-BY-SA 3.0)

Die „Stunde Null“

Es geht um ein Datum, das es eigentlich gibt (und vielleicht auch nie gegeben hat): die „Stunde Null“. Diese Bezeichnung schien für das neue, hoffentlich „gute“ Nachkriegsdeutschland“ verheißungsvoll. Sie stand für einen radikalen, unbelasteten Neuanfang. Nun nimmt sich ein französischer Workshop für den 2. Oktober 2015 (Maison des Sciences de l’Homme, Clermont-Ferrand, USR 3550) vor, diesen Begriff genauer abzuklopfen. Werden doch verschiedene Jahre für diese „Schickssalsstunde“ der deutschen Geschichte diskutiert: 1945, 1949, 1968, 1969, 1989. Darüber hinaus soll die historische, kulturelle und soziale Bedeutung der „Stunde Null“ berücksichtigt werden.

Für diesen Workshop werden bis zum 17. Juli Vorschläge gesucht – zu insgesamt drei Themenblöcke: biographische Brüche und Mentalitätswandel durch eine oder mehrere „Stunde(n) Null“, Diskurse und Gegendiskurse zu ebendiesem „Leitwort“ sowie (geschichts)wissenschaftliche Perspektiven zu diesem nicht unproblematische, zumindest aber umstrittenen Konzept. Die gemeinsame Diskussion soll dazu beitragen, für die „Stunde Null“ fortan besser zwischen Mythos und Realität unterscheiden zu können. Die Ausschreibung richtet sich an Forscher, Postdoktoranden und Doktoranden in Germanistik, Geschichte, Geographie, Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und anderen Geistes- und Sozialwissenschaften sowie an Kunsthistoriker, Literatur-, Medien- und Kommunikationswissenschaftler unter der folgenden Adresse: Dana Martin, 34, avenue Carnot, F-63000 Clermont-Ferrand, dana.martin@univ-bpclermont.fr. (kb, 2.7.15)

Wenn man es als Datum schon zur eigenen Bushaltestelle gebracht hat … (Bild: Benoît Prieur (Agamitsudo))