Deutsche Kriegsfotografie

„Bewaffnet mit der Kamera“, diese Redewendung hatte zwischen 1939 und 1945 eine sehr wörtliche Bedeutung. Der Workshop widmet sich vom 13. bis zum 14. März 2015 dem Thema „Deutsche Kriegsfotografie im Zweiten Weltkrieg. Zwischen privater und professioneller Praxis“. Dabei werden Aspekte wie Produktion, Distribution und Rezeption der fotografischen Dokumente betrachtet und diskutiert. So sollen Abhängigkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede der privaten und professionellen deutschen Kriegsfotografie im Zweiten Weltkrieg aufgezeigt werden.

Am ersten Tag des Workshops bieten Vorträge einen Gesamtüberblick über die professionelle und private Fotografie geleistet: von „Fotkokonvoluten der Wehrmachtssoldaten“ bis zur „Verschränkung professioneller und amateurhafter Fotografie“. Am zweiten Tag werden Dissertationsprojekte zum Thema vorgestellt und diskutiert: wie „Amateurfotografischen Fotoalben deutscher Wehrmachtssoldaten zwischen Weltanschauung, Selbstmitteilung und Erinnerung“, „Die Fotoproduktion der ‚Heeres-Propagandakompanie 689′“ oder „Der Einsatz von PK-Fotografen im Krieg gegen die UdSSR“. Alle Interessierten sind eingeladen, Veranstaltungsort ist der Anna-Maria von Schürmann-Raum (3.229) im Philosophikum im Historischen Institut an der Universität zu Köln. (kb, 5.3.15)

Balkan, Soldat fotografiert Zivilist, 1943 (Bild: Bundesarchiv Bild 101I-191-1656-14)

Architecture en uniforme

Auch während der „dunklen Jahre“, mitten im Zweiten Weltkrieg wurde gebaut. Dieser noch allzu wenig beachteten Architekturepoche widmet das Pariser Palais de Chaillot bis zum 8. September 2014 die Ausstellung „Architecture en uniforme. Projeter et construire pour la Deuxième Guerre mondiale“. Untersucht wird, wie sich die verheerenden Kriegszerstörungen in Guernica 1937 oder in Hiroshima und Nagasaki 1945 auf das Bauwesen auswirkten. Die Kuratoren der Pariser Ausstellung vergleichen hierfür Projekte aus Frankreich, Kanada, Deutschland, Italien, Japan, Italien, Spanien, den USA und der UdSSR.

Mit Zeichnungen, Modellen, Fotografien und Quellen wird – anhand von Architektenpersönlichkeiten wie Albert Speer oder Ernst Neufert – ausgelotet, wo professionelles Engagement aufhörte und Mittäterschaft begann. Die Projekte reichten von Fabrik- bis zu Bunkerbauten. Es entstand der architektonische Rahmen für Vernichtungslager wie Ausschwitz. Aber es wurden auch zukunftsweisende Erfahrungen für einen sparsamen Umgang mit Baustoffen gesammelt. In jedem Fall bildeten das Erleben von Zerstörung und Wiederaufbau zuletzt den Nährboden für eine neue, kompromisslos moderne Architektur. (kgb, 7.6.14)

„Tarnspezalisten“ im US-amerikanischen Fort Belvoir (Bild: Palais de Chaillot Paris)