Alles Frank!

Alles Frank!

Josef Fank- Villa Beer (Bild: © Architekturzentrum Wien)
Prominenter Leerstand: die Villa Beer in Wien (Bild: © Architekturzentrum Wien)

Die Villa Beer in Wien gilt als eine der schönsten Villen der Moderne. 1929 bis 1932 errichteten Josef Frank und Oskar Wlach mit diesem Bau ein architektonisches Gesamtkunstwerk. Sie entwarfen nicht nur das Wohnhaus selbst, sondern zeichneten auch für seine gesamte Einrichtung verantwortlich. Derzeit steht die Villa leer, ihre Zukunft scheint ungewiss. Am ersten Aprilwochenende (2. bis 3. April 2016) macht das Wiener Architekturzentrum den Bau unter dem Motto „Alles Frank!“ erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Zwei Tage lang informieren Führungen, Spaziergänge und Salongespräche vor Ort über das Haus und den Architekten.

Josef Frank begründete bereits 1910 gemeinsam mit Oskar Strnad und Oskar Wlach eine
eigene Strömung innerhalb der Wiener Moderne. Ihr Konzept setzte besonders auf psychologische Effekte in Architektur und Design und wurde in der Villa Beer manifest. Frank bot den künftigen Bewohnern mit den Teenischen, Terrassen und Salons des Hauses verschiedene Raumerlebnisse an, damit sie ein ihren Stimmungslagen jeweils angemessenes Ambiente finden sollten. „Alles Frank!“ ist eine Kooperationsveranstaltung der Ausstellung „JOSEF FRANK: Against Design“ im Wiener MAK, die noch bis zum 12. Juni 2016 zu sehen ist. (jr, 30.3.16)

Architektur in Krieg und Frieden

Architektur in Krieg und Frieden

Das Auditorium im DAM mit den Stühlen nach Entwurf von Oswald Mathias Ungers (Bild: Warbug, dontworry, CC-BY-SA 3.0)
Das Auditorium im DAM mit den Stühlen nach Entwurf von Oswald Mathias Ungers (Bild: Warbug, dontworry, CC-BY-SA 3.0)

Nach fast zwanzig Jahren verabschiedet sich Wolfgang Voigt vom Deutschen Architekturmuseum. Seit 1997 war er als stellvertretender Direktor des DAM tätig und an zahlreichen wegweisenden Ausstellungen des Hauses beteiligt. Zur Verabschiedung veranstaltet das Museum am 15. Januar 2016 ein Symposium mit dem Namen „Architektur in Krieg und Frieden“. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Neben einem Vortrag von Wolfgang Voigt selbst stehen  verschiedene Themenbeiträge auf dem Programm. Ita Heinze-Greenberg spricht zu Erich Mendelsohns Europavision 1931-1934, Wolfgang Pehnt beleuchtet unter dem Titel“Die Haltung der Zurückhaltung“ die Außenansicht auf deutsche Nachkriegsarchitektur. Hartmut Frank geht „Orthodoxie und Häresie in der modernen Architekturgeschichte“ nach, Jean Louis Cohen von der New York University beleuchtet in seinem Vortrag „Architektur in Uniform“ Planungen und Bauten, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg entstanden. (jr, 22.12.15)