Wer mit Bücherschreiben auch nur irgendwie Geld verdienen möchte, der verfasst einen Krimi. Denn da geht irgendwie alles: Spannung mit Romantik, Reisebericht oder Nerdwissen. Warum also nicht auch Architekturgeschichte, wie es jetzt die neue Gumshoe-Reihe im Züricher Verlag Park Books unternimmt. Der Name ist dem amerikanischen Slang für „Schnüffler“ entlehnt, die auf Gumshoes, auf Gummisohlen unbemerkt bleiben wollen.
Im ersten Band „The House of Doctor Koolhaas“ hat sich die französische Architekturkritikerin und Historikerin Françoise Fromonot eine Ikone der Spätmoderne vorgenommen: die Villa dall’Ava, einem Privathaus im Pariser Vorort Saint-Cloud. Hier hat der Architekt Rem Koolhaas mit seinem Büro OMA von 1984 bis 1991 eine wirklich individuelle Lösung gefunden: Gläserne Räume für die Gemeinschaftsbereiche, unterschiedliche Wohnwürfel für Eltern und Kind, dazwischen ein Pool. Weitere Bände der Gumshoe-Reihe dürfen erwartet werden – der erste von ihnen wurde bereits als eines der Schönsten Schweizer Bücher 2026 ausgezeichnet. (kb, 3.10.26)

Paris, Villa dall’Ava (Bild: Brutarchitekt, CC BY SA 4.0, 2023)

