Tiefschwarzes Stuttgart

Wer mit seiner Vernissage wartet, bis sich die aktuelle Coronaverwirrung gelöst hat, sieht schnell alt aus. Im Stuttgarter Stadtpalais hat man sich daher an diesem Wochenende wundervoll trotzig für eine digitale Ausstellungseröffnung entschieden – die Türen des Museums bleiben derweil aber hygienegerecht geschlossen. Das virtuell vorgestellt Projekt „Tiefschwarz“ dreht sich um die Tanzkultur der 1990er Jahre und ihre prägenden Räume in der baden-württembergischen Landeshauptstadt – am Beispiel von Alexander „Ali“ und Sebastian „Basti“ Schwarz.

Das Brüderpaar, das sich selbst unter dem Namen „Tiefschwarz“ vermarkten sollte, war im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts omnipräsent in der Stuttgarter Subkultur: als DJs, Produzenten und Betreiber der Clubs „On-U“ und „Red Dog“ der elektronischen Musikszene. Dass die Schwarz-Brüder schon um 2000 nach Berlin verzogen, hat man ihnen in Stuttgart längst verziehen – und ehrt sie nun mit einer eigenen Schau. Für Konzept und Gestaltung der Präsentation konnte der Künstler Tobias Rehberger gewonnen werden. Als Ausstellungsende wird der 25. April 2021 angegeben – aber wer weiß das heute schon so genau. Bis dahin kann man sich mit digitalen Podcasts und Insta-Streams über die Zeit trösten. (kb, 25.1.21)

Die Brüder Alexander „Ali“ und Sebastian „Basti“ Schwarz in jüngeren Jahren (Bild: Stadtpalais Stuttgart)