Bundesweit finden am diesjährigen Tag des offenen Denkmals, dem 13./14. September 2025, über 8.000 Veranstaltungen in ca. 6.000 Denkmälern statt. Das vollständige Programm kann auf der Homepage und in der App der Deutschen Stiftung Denkmalschutz durchforstet werden. Dort finden sich auch die Informationen zur Anmeldung, die teilweise bereits bis Ende August erforderlich sein kann. moderneREGIONAL stellt eine kleine, regional gefilterte Auswahl aus dem Angebot vor – unser völlig subjektiver Blick auf Wundervolles und Überraschendes. Hierkommt Teil 1 zu den Bundesländern Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.
Im Saarland öffnen nachkriegsmoderne Klassiker wie die Landesversicherungsanstalt des Saarlandes (Architekt Hans Baur, 1950-1953, Führungen am 14. September 2025 um 9:00, 11:00 und 14:00 Uhr) oder die Kirche St. Albert in Saarbücken (1950-1954 nach den Plänen von Gottfried Böhm, Führung am 14. September um 11:00 Uhr). Aber wer hat schon mal vom Internationalen Steinbildhauer-Symposium bei St. Wendel gehört, das 1971/72 als eines der ersten Steinbildhauer-Symposien in der Bundesrepublik überhaupt stattgefunden hat? Die Straße der Skulpturen St. Wendel bildet die Keimzelle der „Europäischen Skulpturenstraße des Friedens“. Am 14. September von 11:00 bis 18:00 Uhr gibt es Führungen und ein Sommerfest auf dem Gelände. Sportlich wird es in Neunkirchen/Saar, wo eines der neuesten Denkmäler des Bundeslandes Sonntag, 14.September, 11:00 bis 18:00 Uhr, seine Tore öffnen wird. Das Ellenfeld-Stadion ist das erste Fußballstadion des Saarlandes. 1912 eröffnet, um 1960 als erstes komplett neu errichtetes Stadion der Fußball-Bundesliga errichtet und heute das letzte der frühen Bundesliga-Stadien in weitestgehend originalem Zustand. Nach dem Fußball wird gefeiert, es überrascht der expressionistische „Beckerturm“ der Brauerei Becker in St. Ingbert. Das von 1925 bis 1927 nach Plänen von Hans Herkommer erbaute Sudhochhaus in Stahlbeton (unser Foto) und die zugehörigen Funktionsgebäude zeugen von der Braugeschichte der Kleinstadt. Angekündigt sind Turmführungen und Veranstaltungen am 13. September von 10:00 bis 19:00 Uhr und am 14. September, 10:00 bis 18:00 Uhr.
Im Nachbarland Rheinland-Pfalz liegen die nachkriegsmodernen Highlights ganz im Osten. Das Hallenbad-Nord in Ludwigshafen, eine 1956 nach dem Entwurf von Heinrich Schmitt errichtete, schlanke Stahlbetonkonstruktion mit transparenter Schwimmhalle, wird heute als Wasservorratsspeicher genutzt. Eingangshalle, Umkleide und Atrium sollen bald Büros für Start-Ups bieten. Führungen sind geplant am 14. September, 10:00 bis 16:00 Uhr. Ebenfalls in Ludwigshafen liegt der 1925 anlässlich der Süddeutschen Gartenbauausstellung entstandene und von 1950 bis 1955 wiederaufgebaute Friedrich-Ebert-Park. Im Park befinden sich eine technisch innovative Halle aus dem Jahr 1965 (R. Rainer und U. Finsterwalder) sowie ein Quellgarten (1966, Gartenbaudirektor Viktor von Medem). Eröffnung des Tag des offenen Denkmals am 14. September um 11:00 Uhr im Park. Eine Führung zu den neu eingetragenen Denkmalen auf dem Campus der Uni Mainz gibt es am 14. September um 10:30 Uhr zum Ensemble aus Naturwissenschaftlicher Fakultät (NatFak) und Hörsaalgebäude „Muschel“ sowie neuer Zentralmensa.
In Bonn kann man dieses Jahr einen Schwerpunkt auf das bauliche Erbe der Amerikaner:innen setzen. Da gibt es beispielsweise den nur noch als Ruine erhaltene American Embassy Club am Plittersdorfer Rheinufer, ein Flachbau von Sep Ruf und Otto Apel, 1952 im Rahmen der Amerikanischen Siedlung als modernes Sinnbild der demokratischen Re-Education errichtet (Besichtigung 14. September, 10:00 bis 17:00 Uhr). Die Amerikanische Siedlung in Bad Godesberg und die Amerikanische Siedlung Bonn-Tannenbusch (1951, Sep Ruf, Hermann Mattern) können am 14. September (jeweils 11:00 und 14:00 Uhr) gleich mitbesichtigt werden. Zu den Siedlungen gehören Kirchen, Supermarkt, High School und Kindergarten, Heizkraftwerk, Tankstelle, Theater und Bürogebäude. Ein privates künstlerisches Unikum wartet in Würselen. 1976 baute der Bildhauer Albert Sous in seinem Garten einen Rundbau mit einer Fassadenverkleidung aus Edelstahlblechen vom Schrottplatz. Von 1980 bis 1984 ergänzte er eine Flaschenkuppel mit einem Durchmesser von neun Metern, bestehend aus über 20.000 meist grünen Flaschen. Besichtigungen am Sonntag, 14. September, 12:00 bis 18:00 Uhr. (pk, 21.8.25)

St. Ingbert, „Beckerturm“, Sudhochhaus der Brauerei Becker, Architekt Hans Herkommer, 1925–1927 (Bild: atreyu, CC BY-SA 3.0, 2010)
