Im zweiten Teil unserer lustgesteuerten Tipps zum Tag des offenen Denkmals 2025 blicken wir in die Metropolen Berlin, Hamburg, Bremen, Köln, Leipzig und München.
In Berlin geht es am Samstag, 13. September, 15:00 Uhr, in die Hasenheide. Ausgehend vom Gedanken, dass Pflanzen ebenso wie Gebäude und Plätze die Geschichte der Stadt erzählen, führt das Projekt „Hasenheide klimafit“ 120 Minuten durch den Park. Jagdrevier, Wiege des Turnens, Ausflugsziel, klimaresilienter Volkspark: Der Volkspark Hasenheide hat viele Wendungen und Nutzungen erfahren. Einige dieser Veränderungen lassen sich anhand der Landschaft und der noch vorhandenen Pflanzen wie dem 350 Jahre alten Naturdenkmal „Jahneiche“ ablesen. Großes Highlight in der Hauptstadt ist die Fahrradtour (14. September, 10:00 Uhr, Anmeldung bis 12. September) mit Pfarrer a. D. Michael Maillard zu den nachkriegsmodernen Bauten der Gedenklandschaft Charlottenburg Nord. Der Pfad der Erinnerung stellt ein Bindeglied zwischen der Gedenkstätte Plötzensee und den benachbarten Kirchen dar, die sich seit Jahrzehnten dem Gedenken an den Widerstand gegen die Nazi-Diktatur widmen. Zugleich führt der Pfad der Erinnerung durch die Paul-Hertz-Siedlung, in der fast alle Straßen nach Frauen und Männern des Widerstands benannt sind.
Früh raus muss, wer in Bremen endlich mal das Aalto-Hochhaus besichtigen möchte. Um 9:00 Uhr am 14.September startet die Tour im Zentrum der Neuen Vahr. Als die „Stadt der Zukunft“ gebaut wurde, übernahm Alvar Aalto den Bau eines Hochhauses als Mittelpunkt und Wahrzeichen in der Siedlung. Seine Vorgaben beispielshaft bis heute umgesetzt: den Bewohner:innen viel Wohnqualität vermitteln, einen sozialen Ort, gemütlich, heimelig und privat zu schaffen. Immer ein sehenswerter Klassiker ist dann (14.September, 11:00 bis 17:00 Uhr) für danach das Haus der Bürgerschaft, von 1962 bis 1966 nach konfliktreichem Planungsvorlauf nach Entwurf von Wassily Luckhardt erbaut.
Eintauchen in eine Symbiose von japanischer Architektur, Kunst und Gartenästhetik dürfen die Besucher:innen in Köln. Dr. Petra H. Rösch führt an beiden Tagen um 13:00 Uhr durch das Gebäude und den Zengarten des Museums für Ostasiatische Kunst (MOK). Das Gebäude des MOK entstand 1976/77 nach Plänen Kunio Maekawas. Es setzt sich aus schlichten Kuben zusammen, die um einen vom Zen-Buddhismus inspirierten Innengarten des Bildhauers Masayuki Nagare gruppiert sind.
Die Leipziger:innen warten mit einer Trilogie auf: „Straße der Moderne I – III“. Der zweiten Bauabschnitt der Magistrale (14 September, 11:00 Uhr)zwischen Neuem Rathaus und Alter Messe („Straße der Moderne I“), entstanden in der Mitte der 1960er Jahre, ist eine an der internationalen Moderne geschulte Bebauung nach den Entwürfen der Kollektive um Horst Krantz und Erich Böhme in üppigen Verkehrsräumen. „Straße der Moderne II“ (14. September, 13:00 Uhr) spielt ebenfalls in den 1960er Jahren: Südöstlich des Bayrischen Platzes wurde seit Ende der 1960er Jahre der anspruchsvolle Wohnkomplex 18. Oktober errichtet. Wohnscheiben, Punkthochhäuser, Schulen und Kitas gliedern und rhythmisieren das von Horst Siegel entworfene neue Viertel entlang der „Messemagistrale“. In Part III (14. September, 15:00 Uhr) geht es ins Jahr 1971. Damals entstand auf großzügigem Areal ein nach Entwurf von Herbert Müller gefertigter Typenbau, der als Deltakindergarten mit hyperbolischen Paraboloid-Fertigteil-Schalen in die Baugeschichte der DDR eingeht. Um einen Neubau ergänzt, zeigen sich Altbau und auch die Spielskulptur Nessie heute denkmalgerecht saniert. Alle Führungen finden am Sonntag statt und könnten nacheinander besucht werden.
In München lohnt sich natürlich wie immer eine geführte Tour (14. September, 11:00 Uhr) über das Olympia-Gelände von 1972. Unbekanntere Nachkriegsmoderne bietet wohl das Hochhaus des Bayerischen Roten Kreuzes: Der 55 Meter hohe Bau mit Aussichtsplattform wurde 1967 als Schwesternschule errichtet und kann am 14. September von 14:00 bis 15:00 Uhr besucht werden.
Ein Rundgang (14. September, 11:00 und 15:00 Uhr) durch Hamburg-Dulsberg führt in die Stadtplanung der 1920er Jahre. Der Stadtteil wurde damals vom Hamburger Oberbaudirektor Fritz Schumacher geplant und ist trotz Kriegszerstörungen bis heute für Architekt:innen und Stadtplaner:innen ein wegweisendes Beispiel der Stadtplanung. (pk, 25.8.25)

Museum für Ostasiatische Kunst – Japanischer Innengarten von Masayuki Nagaree (Copyright: Superbass, CC-BY-SA-4.0, via Wikimedia Commons)
