Im fünften und letzten Teil der Programmauswahl für den Tag des offenen Denkmals am 13. und 14. September 2025 geht der Blick in den Süden, nach Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg.

Thüringen hat so einige besondere Zeugnisse aus dem Bauwesen und dem Alltag der DDR auf das Programm gesetzt. In Gera sind eine Ausstellung zu sehen und Führungen (14. September, 11:00 bis 17:00 Uhr) zu erleben durch das größte Neubaugebiet der Stadt – Lusan. Es entstand seit 1972 zur Erfüllung des Wohnungsbauprogramms der SED. Wandmosaike, kunstvoll gestaltete Plastiken, Skulpturen und zahlreiche Brunnen waren wichtige Identifikationsobjekte, die nun in der Dauerausstellung der TAG Geschichtswerkstatt präsentiert werden. Ebenfalls in Gera finden Führungen (14. September, 11:00 bis 17:00 Uhr) durch die Siedlung Bieblacher Hang (Architekt:innen: L. Bortenreuter, K. Sommerer) statt. Diese war eine der ersten komplex geplanten Wohngebiete nach dem Zweiten Weltkrieg in Gera. In Jena lädt ein Garagenverein am 14. September von 14:00 bis 18:00 Uhr in seinen ab 1978 in Eigenleistung durch einen Bauverein gemeinschaftlich errichtete und heute denkmalgeschützte Garagenkomplex. Einzigartig, ebenfalls in Jena, war in der DDR auch der Jenaer Glaspavillon, der von 1974 bis 1978 nach den Plänen des Jenaer Architekten Friedhelm Schubring im Steil der „Kalifornischen Moderne“ errichtet wurde und am 14. September von 12:00 bis 18:00 Uhr zu besichtigen ist.

Für das moderne Bauen in Bayern steht hier stellvertretend Augsburg. Der sogenannte Glaspalast, eigentlich Werk IV oder Aumühle der Spinnerei- und Weberei Augsburg SWA ist ein Spinnereihochbau in Stahlskelettkonstruktion von Philipp Jakob Manz, errichtet von 1909 bis 1910 und gilt als Aushängeschild der Augsburger Industriearchitektur. Zu besichtigen am 14. September von 10:00 bis 17:00 Uhr. Im ehemaligen Stadtgarten liegt die Kongresshalle – Kongress am Park. Der Sichtbetonbau mit seiner bodenlanger Glas-Fenster-Konstruktion wurde 1969 nach Plänen von Architekt Speidel begonnen und 1972 eröffnet. Am 14. September 2025 findet um 11:00 Uhr eine Führung statt.

Im Land der Weißenhofsiedlung (14. September, 10:00 bis 18:00 Uhr), Baden-Württemberg, ist der Besuch anderer Siedlungen aus dem 20. Jahrhundert naheliegend. Chronologisch geordnet bietet das Programm des TofD zunächst die Lohfeldsiedlung (14. September, 11:00 Uhr) an. Sie wurde direkt nach dem Ersten Weltkrieg für Arbeiterfamilien mit den kleinen Reihenhäusern mit Gärten errichtet, die bis heute von den Bewohner:innen gepflegt werden. Danach (14. September, 12:30, 14:15, 15:30 Uhr) käme die Kleinwohnsiedlung Hammerstatt in Villingen-Schwenningen, von 1924 bis 1926 nach Planungen des Stadtbaurats Ernst Möbs mit farbiger Fassadengestaltung und expressionistischen Dekorelementen errichtet. Nicht zuletzt können am 14. September von 14:30 bis 16:30 Uhr die beiden Wohnhäuser für die Fabrikantenfamilie Schmitz in Biberach besichtigt werden. Es handelt sich dabei um die einzigen beiden Häuser, die der Siedlungsarchitekt der 1920er Jahre, Hugo Häring, nach dem Zweiten Weltkrieg realisieren konnte. (pk, 31.8.25)

Gera-Lusan, Integrierte Gesamtschule vor Beginn der Renovierungsmaßnahmen, Blick von Süden mit Wandbild von Joachim Kuhlmann, 1979 (Foto: Steffen Löwe, CC BY-SA 3.0, 2010)

Gera-Lusan, Integrierte Gesamtschule vor Beginn der Renovierungsmaßnahmen, Blick von Süden mit Wandbild von Joachim Kuhlmann, 1979 (Foto: Steffen Löwe, CC BY-SA 3.0, 2010)

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