TofD: Altstadtplatte in Greifswald

Greifswald, Dom, Januar 1990 (Bild: Felix O., CC BY SA 2.0)
Greifswald, Dom und Altstadtplatte, Januar 1990 (Bild: Felix O., CC BY SA 2.0)

In den 1970er Jahren klafften in Greifswald Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander: Da war zum ersten das moderne sozialistische Stadtbild in den Köpfen der Kader. Zum zweiten hatte sich der in Greifswald geborene Malers Caspar David Friedrich mit seinen pittoresk romantischen Stadtansichten tief ins kulturelle Gedächtnis gegraben. Und da war die harte Wirklichkeit, eine vom Krieg verschonte, aber vom folgenden Verfall geschädigte Altstadt kurz vor dem baulichen Kollaps. Dem sollte ein städtebauliches Modellvorhaben abhelfen, das in „Reko-Gebiete“ maßstäbliche variantenreiche Plattenneubaute hochzog – und darin auch exemplarische historische Häuser als schmucke Solitäre saniert und eingebunden hat.

Zum Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2016, dreht sich die Sonderführung des universitären Gustaf-Dalman-Instituts (eine palästinakundliche Sammlung an der Theologischen Fakultät) um das Thema „Palästina in der Platte“: Erfahren Sie, wie die Dalman-Sammlung in einen Plattenbau einzog – und erleben Sie im anschließenden Stadtrundgang, wie der Plattentyp „WBS 70 AR“ von 1978 bis 1989 die Altstadt veränderte. (Wegen Handwerkerarbeiten können die Innenräume der Sammlung zum Tag des offenen Denkmals nicht besichtigt werden.) (kb, 22.8.16)