Bensberg: Gymnasium unter Schutz

Bensberg: Gymnasium unter Schutz

Bensberg, Albertus-Magnus-Gymnasium (Bild: Jan Wellem, CC BY-SA .3.0)
Ein Werk von Bruno Lambart: das Albertus-Magnus-Gymnasium in Bensberg (Bild: Jan Wellem, CC BY SA .3.0)

Das Albertus-Magnus-Gymnasium im Bergisch Gladbacher Ortsteil Bensberg soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Ein entsprechender Antrag wurde Mitte Januar 2016 bei der Denkmalbehörde gestellt. Der 1960-62 für die damals noch eigenständige Stadt Bensberg errichtete Schulbau ist bis heute in seiner ursprünglichen Nutzung in Betrieb.

Architekt des Albertus-Magnus-Gymnasiums war Bruno Lambart (1924-2014). Der Düsseldorfer arbeitete nach Abschluss seines Studiums an der TH Stuttgart  zunächst als Büropartner von Günter Behnisch, ehe er Anfang der 1960er in seiner Heimatstadt ein eigenes Büro eröffnete. Lambart entwarf ausschließlich öffentliche Gebäude: Zu seinen Werken zählen u. a. das Gymnasium in Troisdorf, die Volksschule Burscheid sowie die alte Mensa und die Bibliothek der Ruhr-Universität Bochum. Die Architekturhistorikerin und mR-Autorin Alexandra Apfelbaum verfasste 2014 ihre Dissertation zum Thema „Öffentliches Bauen in der Bonner Republik. Das Werk des Architekten Bruno Lambart 1949-1990“. (db, 5.2.16)

Bedrohte Moderne in Wilmersdorf

Bedrohte Moderne in Wilmersdorf

Berlin-Wilmersdorf, Willy Hoffmann, Postvermittlungsstelle (Bild: Ulrich Borgert)
Die Treppenhäuser von Willy Hoffmanns Postvermittlungsstelle in Berlin-Wilmersdorf weisen bereits Spuren des Abrisses auf (Bild: Ulrich Borgert)

In Berlin-Wilmersdorf droht ein Stück klassische Moderne sang- und klanglos zu verschwinden. Am Hochmeisterplatz rollten kurz vor Jahresende 2015 unvermittelt Bagger an und rückten der ehemaligen Postvermittlungsstelle zu Leibe. Sie soll einer großangelegten Wohnbebauung weichen. Offenbar scheint der Investor mit dem Abriss Fakten schaffen zu wollen: Nach Informationen der Berliner Woche lagen zum Zeitpunkt des Abrissbeginns weder Bauantrag noch -genehmigung für die Nachfolgebauten an.

Die Postvermittlungsstelle ist zwar ein bedeutendes Beispiel neu-sachlicher Architektur in Berlin, steht aber bislang nicht unter Denkmalschutz. Sie wurde 1931-33 nach Plänen Willy Hoffmanns unter Mitarbeit des Statikers Gerhard Mensch errichtet. Mit seinem Stahlskelett, das Flexibilität bei der Aufteilung der einzelnen Geschosse garantierte und einer Fassade im Stile der Neuen Sachlichkeit war die Postvermittlungsstelle zur Eröffnung hochmodern. Das Bauwerk korrespondiert mit dem benachbarten, ebenfalls Anfang der 1930er Jahre erbauten WOGA-Komplex von Erich Mendelsohn. Doch es ist fraglich, ob es nach den ersten Abbrucharbeiten noch Chancen auf einen Erhalt gibt. (jr, 4.2.16)

Sozial mit Dachschwimmbad

Sozial mit Dachschwimmbad

Harry_Glueck_Sozialer_Wohnungsbau_mit_Dachschwimmbad_Bild_DAM_FrankfurtHarry Glück wurde 1925 in Wien geboren, studierte Architektur und arbeitete auch als Bühnenbildner. Unter seinen sozialen Wohnungsbauten, die im Raum Wien von den 1960er Jahren bis heute umgesetzt wurden, stechen vor allem seine Terrassenhäuser hervor: Sie machten Glück zu einem Pionier des verdichteten Bauens. Der „Treffpunkt Pool auf dem Dach“ ist dabei Symbol seiner gleichermaßen effizienten wie luxuriösen Architektur mit äußerst zufriedenen Bewohnern.

Dem Werk von Glück widmet sich das Deutsche Architekturmuseum Frankfurt am 11. Februar ab 17 Uhr mit der Veranstaltung „Harry Glück: Sozialer Wohnungsbau mit Dachschwimmbad“. Moderiert und durch einen Vortrag sowie einen Filmausschnitt ergänzt, wird das Gespräch von Stadtplaner Reinhard Seiß. Er hat die Bedeutung dieser Bauten untersucht, für aktuelle Fragestellungen des Wohnungsbaus wiederentdeckt und aufbereitet. Mitglieder der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen können mit dem Besuch dieses Vortrags gemäß § 3 der Fortbildungsordnung der AKH 2 Fortbildungspunkte erwerben. Der Eintritt ist frei. (kb, 3.2.16)