Eames-Retrospektive in London

Eames-Retrospektive in London

Eames: lounge_chair_(Bild: Sailko, CC_BY_SA 3.0)
Der lounge chair ist einer der prominentesten Eames-Entwürfe (Bild: Sailko, CC BY SA 3.0)

Mit dem legendären lounge chair entwarfen Charles und Ray Eames eine Möbelikone des 20. Jahrhunderts. Auch viele andere ihrer Entwürfe gelten Ästheten bis heute als Garant einer geschmackvollen Wohnungseinrichtung. Doch das Möbeldesign macht nur einen Bruchteil im Oeuvre des seit der Heirat 1941 kongenial wirkenden Ehepaars aus. Das Gespann betätigte sich auch architektonisch und auf dem Gebiet der Grafik, gestaltete Textilien, Spielzeug und Ausstellungen. Die Retrospektive The World of Charles and Ray Eames“ in der Barbican Art Gallery in London versammelt das heterogene Lebenswerk der Eames.

Die Schau hat nicht nur Arbeiten und Entwürfe im Blick, sondern berücksichtigt auch die Eames’schen Inspirationsquellen. So unternahm das Ehepaar diverse Reisen in exotische Länder, um sich mit den Artefakten fremder Kulturen einzudecken. Teile ihrer umfangreichen Sammlung werden in London gezeigt und werfen ein neues Licht auf scheinbar altbekannte Eames-Entwürfe. Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Februar 2016 zu sehen. (jr, 2.2.16)

Frankfurt: Foyer der UB wird saniert

Frankfurt: Foyer der UB wird saniert

Frankfurt/M., Unibibliothek (Bild: Foundert, CC BY SA 2.0)
Bleibt erstmal, wo sie ist: die 1964 eröffnete UB in Frankfurt/M. (Bild: Foundert, CC BY SA 2.0)

Der Umzug der Frankfurter Universität vom Campus Bockenheim ins Westend läuft weiter. Die Zukunft der denkmalgeschützten Universitätsbibliothek ist hierdurch noch ungeklärt. Trotzdem gibt es gute Nachrichten: Die Eingangshalle wird demnächst saniert und umgestaltet, später auch einige Schäden an der Fassade behoben. Im Herbst 2014 hat das Denkmalamt die maroden Stellen begutachtet und konnte keine konstruktiven Schäden feststellen. Die letzte Renovierung des 1964 eingeweihten Baus liegt gut 20 Jahre zurück, und irgendwann wird die UB wohl auch Richtung Westend umziehen. Doch wann, steht laut dem Sprecher der Goethe-Universität Dirk Frank „in den Sternen.“ Voraussichtlich bis 2026 werde man am alten Platz bleiben.

Die Universitätsbibliothek gilt als das letzte Projekt von Ferdinand Kramer (1898-1985), der zwischen 1952 und 1964 verantwortlicher Universitätsbaumeister in Frankfurt war. Bis zum 1. Mai kann man derzeit im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt (DAM) noch die Ausstellung „Linie Form Funktion – Die Bauten von Ferdinand Kramer“ besuchen. Hier offenbart sich dem erstaunten Besucher auch, dass wohl nicht die UB, sondern das Juridicum (1970) der letzte Uni-Bau von Ferdinand Kramer sein dürfte. Es wurde zwar unter seinem Nachfolger Heinrich Nitschke errichtet, doch anhand vorliegender Kramer-Pläne von 1962 scheint dessen Urheberschaft klar. (db, 1.2.16)

Denkmal Ostmoderne die Zweite

Architektur und Städtebau der 1960er und 1970er Jahre sind mittlerweile im Alltag der Denkmalpflege angekommen – auch von Brandenburg bis Thüringen. Dabei hat sich die Sanierung als die eigentliche Hürde beim verantwortungsvollen und pfleglichen Umgang mit diesem Erbe herauskristallisiert. Nicht die grundsätzliche Denkmalwürdigkeit der Bauepoche wird angezweifelt, sondern die Chancen für ihre erfolgreiche Erhaltung. So gilt es, Beispiele und Belege zu schaffen, dass und wie diese Denkmalbestände an wirtschaftliche, sicherheitstechnische und ökologische Bedürfnisse der Gegenwart angepasst werden können.

Der von Mark Escherich herausgegebene Sammelband „Denkmal Ost-Moderne II“, soeben im Berliner Jovis-Verlag erschienen, hat sich eben diesem Ziel verschrieben. Die Publikation beruht auf der gleichnamigen Tagung und präsentiert aktuelle Positionen sowie Beispiele aus Denkmalpflegepraxis und Inventarisation: Wie lässt sich eine nachvollziehbare Auswahl aus dem riesigen Bestand vornehmen und begründen? Auch hiervon hängt die Glaubwürdigkeit der Denkmalpflege für die Nachkriegsmoderne ganz wesentlich ab. (kb, 30.1.16)

Escherich, Mark (Hg.), Denkmal Ost-Moderne II. Denkmalpflegerische Praxis der Nachkriegsmoderne (Stadtentwicklung und Denkmalpflege 18), Jovis-Verlag, Berlin 2016, 288 Seiten, broschiert, 17 x 22 cm, ISBN 978-3-86859-399-0.

Titelmotiv: Buchcover