Sachsen-Anhalts Moderne

Moderne Typen, Fantasten und Erfinder bevölkerten das heutige Sachsen-Anhalt zwischen 1919 und 1933. Zumindest, wenn man dem Titel einer geplanten landesweiten Präsentation glauben darf. In zahlreichen Einzelausstellungen will sie diese Protagonisten bekannt machen. Für das Projekt “Große Pläne! Moderne Typen, Fantasten und Erfinder. Die Angewandte Moderne in Sachsen-Anhalt 1919–1933” kooperiert das Bauhaus Dessau mit Museen in Sachsen-Anhalt, um die Bedeutung des Landes für die Klassische Moderne herauszustellen.

Das Bauhaus selbst ist natürlich der prominenteste Schauplatz und führt ab Mai 2016 ins Thema ein. Doch auch in vielen anderen Museen des Landes widmet man sich den großen Plänen der Moderne. So zeigt das Forum Gestaltung ab Juni “Magdeburg – Reklame und Ausstellungsstadt der Moderne”, das Kulturhistorische Museum der Landeshauptstadt ab Oktober die Ausstellung “Bunte Stadt – Neues Bauen. Die Baukunst von Carl Krayl”. Die Lyonel-Feininger-Galerie lockt im Juli mit einer ihrem Namenspatron gewidmeten Sonderausstellung nach Quedlinburg und in Halle lädt die Moritzburg im Februar zum “Bauhaus-Burg-Fest”. Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Freunde der klassischen Moderne sollten sich also auf häufigere Ausflüge zwischen Elbe und Saale einstellen. (jr, 17.1.16)

Mit dem großen “Frühlings-Ballon-Anfliegen” in Bitterfeld bereiteten sich die modernen Typen des Landes auf ein Wettfliegen in Los Angeles vor (Bild: Bundesarchiv, Bild 102-00945, Foto: Georg Pahl, CC-BY-SA 3.0)

London brutal

London brutal

London Brutal, Schneidebogen "Balfron Tower" (Bild: behance.net)
Pasend zum Thema gibts auch den “Brutal London”-Schneidebogen zum Balfron Tower (Bild: behance.net)

Nach den Kriegszerstörungen erhielt auch London ein neues bauliches Gesicht. Viele dieser Architekturen wurden in Beton ausgeführt und laufen heute unter dem Schlagwort “Brutalismus”. Nun hat sich Blue Crow Media mit der Twentieth Century Society zusammengetan, um mit einer Reihe von Stadtplänen die verschiedenen Stilepochen der Moderne zu erschließen. Die 1979 gegründete Society hat es sich auf die Fahnen geschrieben, das architektonische Erbe der Moderne seit 1914 zu schützen und zu vermitteln.

Den Anfang des Projekts machen die Londoner Schätze des Brutalismus. Mit der “Brutalist London Map” können sich Architekturbegeisterte in der englischen Hauptstadt auf Betonsuche begeben. Eine Seite der Faltkarte zeigt die Orte von mehr als 50 Betonbauten in der Region London – darunter der Trellick und der Balfron Tower. Auf der Kartenrückseite gibt es einen kurzen Überblick über die Entwicklung des Stils im Allgemeinen und die einzelnen Bauten im Besonderen zu entdecken. Und man weiß ja nie, wann die nächste brutalistische Schönheit unter den Bagger kommt … (kb, 18.12.15)

Ruhr-Universität Bochum unter Schutz

Jetzt ist es offiziell: Die Ruhr-Universität Bochum steht unter Denkmalschutz. “Die Bezirksregierung Arnsberg hat die Eintragung in die Denkmalschutzliste der Stadt Bochum veranlasst”, meldet am 3. Dezember “westfalen-heute.de”. Bei vielen dürfte diese Nachricht zunächst Kopfschütteln auslösen. Zwar hat es die Bochumer Sichtbetonorgie schon von der fachlichen Anerkennung bis zur Krimikulisse gebracht, doch haftet dem Ensemble immer noch der Ruf von Unwirtlichkeit an.

Gegründet vor 50 Jahren, entworfen vom Architekten Helmut Hentrich, bildete die Ruhr-Universität die erste Hochschule im Ruhrgebiet und die erste Universitätsgründung der Bundesrepublik. “Kurze Wege sollten es Studierenden ermöglichen, auch ganz unterschiedliche Fächer zu kombinieren”, zitiert “westfalen-heute” Dr. Hans Hanke, der beim Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe für die Unterschutzstellung zuständig ist. Demnach hat die Behörde auch für weitere westfälische Städte Bauten der 1960er und 1970er Jahre im Blick, darunter das Marler Rathaus. (kb, 4.12.15)

Herbe Schönheit: die Bochumer Universitätsbauten, hier das Naturwissenschaftliche Institut (Eller-Moser-Walter, 1972), wie sie Alexandra Apfelbaum in ihrem Beitrag bei moderneREGIONAL beschrieb (Bild: Universitätsarchiv , Dep. Staatl. Bauamt Bochum 02, 72.0593, Copyright: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW)