Eisenhüttenstadt: Buntes Hähncheneck

Eisenhüttenstadt: Buntes Hähncheneck

Eisenhüttenstadt, Wandmalerei am ehemaligen Hähncheneck (Bild: Martin Maleschka)
Eisenhüttenstadt, Wandmalerei am ehemaligen Hähncheneck (Bild: Martin Maleschka)

Nomen est omen, zumindest lässt sich ahnen, was hinter dem verlockenden Namen Hähncheneck in der Lindenallee in Eisenhüttenstadt lange über den Thresen ging. Nun wird die denkmalgeschützte Traditionswirtschaft saniert. Und dabei sollen die Wandmalereien erhalten bleiben. Sie zeigen in stilisierter Formensprache eine industrielle Landschaft mit Schiffen und Kran.

Der nachkriegsmoderne Wandschmuck trägt die Signatur “Grunemann 1962”, wahrscheinlich der Maler Rudolf Grunemann (1906-81), der u. a. 1955 die Wandbilder am Lichtspieltheater der Jugend in Frankfurt/Oder schuf. Das Eisenhüttenstadter Motiv soll, so berichtet die Märkische Onlinezeitung, nach den Arbeiten mit einer durchsichtigen Platte geschützt werden. Die Vermieterin, die “Gebäudewirtschaft”, sei in konkreten Gesprächen mit einem neuen Mieter. Gleich nach Abschluss der Sanierung könnte es hier weitergehen mit der Gastronomie. Also: Bald mal auf ein Hähnchen nach Eisenhüttenstadt! (kb, 15.10.15)

Herten: Kaufhaus wird Kulturhaus?

Die Hertener nennen ihn liebevoll “Wolli”: Nun stehen die Räume des ehemaligen Kaufhauses Woolworth in der Fußgängerzone Ewaldstraße leer. Von Abriss des 1970er-Jahre Bauwerks ist die Rede, alles zugunsten eines Umbaus der südlichen Innenstadt. Doch während der Hertener Sommerakademie in diesem Jahr fanden sich hier zwei Wochen lang rund 30 Studenten aus Deutschland, Belgien, Holland oder Chile mit Hertener Akteuren an Kunst- und Kulturprojekten zusammen.

Seit Anfang September können nun Kunst- und Kulturschaffende das Gebäude als Zwischennutzer für ihre Projekte mieten. Dafür erhebt die Stadt Herten als Eigentümerin der Immobilie keine Gebühren oder Miete – sie bittet nur darum, die Räume nach der Benutzung zu reinigen. Für die kommenden Wochen und Monaten haben sich unter anderem bereits eine Ausstellung gegen rechte Gewalt oder eine bildende Künstlerin angemeldet. Falls eine neue, dauerhafte Nutzung gefunden wird, könnte – so hofft die Initiative Kreativ.Quartier Herten – ein Abriss vermieden werden. Bis zu dieser Entscheidung können sich an einer Zwischennutzung Interessierte bei der Stadt Herten melden, um ihr Projekt kurz vorzustellen und Termine abzusprechen: Claudia Heinrichs, 02366/303300, c.heinrichs@herten.de. (kb, 3.10.15)

Von der Kaufhalle zum Kunstraum, zumindest vorübergehend: der ehemalige Woolworth in Herten (Bild: HER10, Blog Kreativ.Quartier Herten)

Eine Revolution des Großstädters

Eine Revolution des Großstädters

In Tansania griff May auf sein aus Frankfurt bekanntes Formenreperoire zurück (Bild: Julius Reinsberg)
In Tansania griff May auf sein Frankfurter Formenreperoire zurück (Bild: Julius Reinsberg)

Ernst May verbindet man in erster Linie mit seinen Frankfurter Bauten. In nur fünf Jahren schuf der Architekt und Städtebauer in den 1920ern mit dem Projekt “Das Neue Frankfurt” rund 15.000 Wohnungen, avantgardistische öffentliche Bauwerke und eine zeitgemäße soziale Infrastruktur: die “Revolution des Großstädters”, wie er es selbst nannte. Doch das Neue Frankfurt machte nur einen kleinen Teil des Œuvres Ernst Mays aus.

Dieses breite Spektrum nimmt der Dokumentarfilm “ERNST MAY. Eine Revolution des Großstädters. Architekt und Stadtplaner auf drei Kontinenten” von Otto Schweitzer – in Zusammenarbeit mit der ernst-may-gesellschaft, unterstützt vom Kuratorium Kulturelles Frankfurt und von der Hessischen Filmförderung – vergleichend in den Blick. In den 1930er Jahren brachte May seine “Revolution” in die Sowjetunion, wo er moderne Arbeiterstädte aus dem Boden stampfte. Anschließend wirkte er 20 Jahre als Privatarchitekt in Ostafrika, wo er nicht nur avantgardistische Villen für wohlhabende europäische Siedler baute, sondern auch die Stadt Kampala erweiterte. Vom Frankfurter Stadtteil Ginnheim bis zur Industriestadt Magnitogorsk am Ural, von Arusha am Kilimanjaro bis zum sibirischen Novokuzneck, überall fand das Fimlteam bauliche Spuren Mays. Am 22. Juli 2015 wird die Dokumentation im Kino des Deutschen Filmmuseums erstmals gezeigt. (jr, 8.7.15)

FÜR KURZENTSCHLOSSENE: HEUTE, 18. AUGUST um 19:30 Uhr Filmvorführung in den FRANKFURTER NAXOSHALLEN