Es ist mehr als die reine Begeisterung für Alliterationen, wenn das neue Buch in der arts + science-Verlagsgruppe „Typisierte Tragwerke“ heißt. Denn in der Architektur und Ingenieurbaukunst war die Standardisierung oberstes Gebot. Hier mischten sich praktische Erwägungen – im vorgegebenen System arbeitete es sich rascher und günstiger – mit ideologischen Komponenten: Das Kollektiv, das Ineinandergreifen gleichförmiger Elemente galt als Sinnbild der erstrebten sozialistischen Gesellschaft. Entsprechend führte die Industrialisierung des Bauwesens in der DDR auch zu maximal typisierten Tragwerken.
Diese Systemen, die im Wohnungs-, Gesellschafts-, Industrie- und Landwirtschaftsbau der DDR reichhaltig zum Einsatz kamen, widmete die Bauhaus-Universität Weimar 2023 den Workshop „Typisierte Tragwerke der DDR als historische Quellen der Ingenieurbaukunst“, veranstaltet im Rahmen des DFG-geförderten Schwerpunktprogramms „Kulturerbe Konstruktion“. Die Ergebnisse der Tagung liegen nun als Sammelband vor, herausgegeben von Richard Blum, Iris Engelmann und Volker Mende. Im Mittelpunkt stehen Aspekte wie Materialien, Konstruktionen und Entstehungsmechanismen, um diese besondere, technisch-konstruktive Perspektive auf das Bauen in der DDR näher beleuchten zu können. (kb, 10.12.25)

„Typisierte Tragwerke“ (Bild: Buchcover, arts + science weimar, Detail)
