Berlin-Wilmersdorf, Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße (Bild: Axel Mauruszat, gemeinfrei)

Über der Straße unter Schutz?

Unter den Berlinern läuft sie – mal mehr, mal weniger liebevoll – schlicht unter „Schlange“. Und eben  jene könnte jetzt unter Schutz kommen, genauer gesagt unter Denkmalschutz. In der Planungsphase nannte man das ehrgeizige Bauprojekt „Wohnpark Wilmersdorf“, später „Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße“. Im Auftrag der dewego entstand der soziale Wohnungsbau zwischen 1976 bis 1980 nach Entwürfen der Architekten Georg Heinrichs, Gerhard Krebs und Klaus Krebs

Für das eng gewordene Westberlin ermöglichte man damit auf über 500 Meter Länge über 1.000 neue Wohnungen, zudem noch einmal knapp 700 Wohnungen als „Randbebauung“ sowie Gemeinschaftsräume und Grünflächen. Schon zur Bauzeit war das Projekt, ebenso wie in den Folgejahren, nicht unumstritten. Doch zuletzt wurde die Anlage 2002 mit dem Renault Traffic Design Award als „fortschrittliche Verkehrsarchitektur“ in der Kategorie „Historischer Award“ rehabilitiert. Nun könnte noch der Denkmalschutz hinzukommen, so zumindest sieht es der Denkmalbeirat der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf und der bezirkliche Stadtentwicklungsausschuss. Hintergrund des Vorstoßes ist, so berichtet der Berliner Tagesspiegel heute, die drohende Entfernung der zentralen  Müllentsorgungsanlage: ein über 700 Meter langes Röhrensystem mit pneumatischem Unterdruck. Also werden die inneren und äußeren Werte der zur Bauzeit wegweisenden Wohnanlage auf ihre Denkmalwürdigkeit hin geprüft. (kb, 26.11.15)

Berlin-Wilmersdorf, Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße (Bild: Axel Mauruszat, gemeinfrei)