Ulm, Einstein-Haus (Bild: VHS Ulm, 1968)

Ulm: Das Einstein-Haus wird 50

Die Ulmer vh (Volkshochschule) wurde genau ein Jahr nach Befreiung der Stadt durch die Amerikaner gegründet: am 24. April 1946. Vor allem Inge Scholl (später Aicher-Scholl, nach der Heirat mit dem (Grafik-)Designer Otl Aicher), Schwester von Hans und Sophie Scholl, stand der neuen Institution als erste Leiterin vor. Zunächst war die vh auf räumlicher Wanderschaft, u. a. im provisorisch wiederaufgebauten Ulmer Museum, später im Gebäude des Amerikahauses.

Erst 22 Jahre später wurde am Kornhausplatz ein eigenes Bauwerk im Stil als „Ulmer Funktionalismus“ errichtet. Es folgt den Prinzipien der Ulmer Hochschule für Gestaltung (HfG), mit der die vh, nicht zuletzt durch Inge Aicher-Scholl und Otl Aicher, eng verknüpft war. Geplant wurde das Haus vom Ulmer Büro Eychmüller, Sykora und Krauss. Der zur Stadt hin offene Stahlskelettbau steht, so die Presse, vor allem „für den demokratischen Aufbruch der Nachkriegszeit“. Die Innenräume sind vollständig mit Teppichboden ausgelegt, einem weichen Kontrast zu den Sichtbetonwänden und Wandmodulen. Besonders der „Club Orange“ besticht durch die erhaltenen, orangene Eames-Möblierung. Nun, zum 50. Jubiläum wird an der vh gefeiert: Am 20. Oktober bietet der Tag der offenen Tür ein großes Rahmenprogramm und zusätzlich die Eröffnung einer Ausstellung zur Hausgeschichte, die bis 20. November zu sehen sein wird. (pl, 13.10.18)

Ulm, Einstein-Haus (Bild: vh ulm, 1968)