Berlin-Pankow, Rundlokschuppen (Bild: Doris Antony, CC-BY-SA 3.0)

Und keiner spricht über den Rundlokschuppen?

Alle sind sich einig, in Berlin kann gebaut werden: Der Bezirk, der Senat und der Investor Krieger haben einen „Letter of Intent“ über die Zukunft des ehemaligen Rangierbahnhofs Pankow unterzeichnet. Seit 2009 liegt das Gelände im Eigentum des Investors, der auf dem Areal das Stadtentwicklungsgebiet „Pankower Tor“ mit Einkaufszentrum und Schule plant. Nur: Mit dem Ensemble hatte er einen denkmalgeschützten Rundolkschuppen erworben, wie es nur noch zwei ihrer Art in Deutschland gibt. Noch 2010 hieß es, aus dem rund hundertjährigen Kulturdenkmal solle die Aula der neuen Schule werden.

Im September 2016 schlossen Bezirk, Senat und Investor bereits einen Rahmenvertrag zum Stadtentwicklungsgebiet. Die Denkmalschützer forderten Krieger auf, endlich Erhaltungsmaßnahmen für das verfallende Gebäude einzuleiten. Der Anwalt des Investors reichte einen Abrissantrag ein. 2017 keimte Hoffnung auf, als der Bezirk Gelder für die Sicherung des Schuppens beantragt hatte. Noch ist offen, was die jüngste Einigung zwischen Senat, Bezirk und Investor für den Rundlokschuppen bedeuten wird. Denn genau dieses Gebäude wurde aus der Vereinbarung herausgenommen – „um nicht das Kerngelände zu blockieren“, wie rbb Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke) zitiert. Nun sollen Bebauungspläne und ein Verkehrskonzept entstehen. Die Arbeiten könnten in zwei Jahren beginnen, die ersten Wohnungen 2022 bezugsfertig sein. (kb, 27.4.18)

Berlin-Pankow, Rundlokschuppen (Bild: Doris Antony, CC BY SA 3.0)