Kochel, Verstärkeramt (Bild: Benedikt Köhler CC BY-SA 2.0)

Verstärkeramt Kochel vorm Abriss

Ende März hat der Gemeinderat in Kochel am See den Abriss des ehemaligen Verstärkeramts an der Bahnhofstraße gebilligt. In einem Neubau sollen 16 bezahlbare Mietwohnungen, Jugendprojekte und der gemeindliche Bauhof untergebracht werden. Gegen die Pläne regt sich Widerstand: Eine Benediktbeurer Bürgerin hat einen Antrag zum Erhalt des Gebäudes beim Landesamt für Denkmalpflege eingereicht. Auch der Weilheimer Architekt Heiko Folkerts hat sich dem Anliegen mit einer Petition angeschlossen, die er Ende Juni an den Landtag verschickte. Der Antrag werde von vielen Architektur- und Kunsthistorikern unterstützt, darunter Wolfgang Voigt, Wolfgang Sonne, Christian Fuhrmeister und auch der langjährige Leiter des nahen Freilichtmuseums Glentleiten, Helmut Keim.

Grund des Protests: Das 1927 errichtete Verstärkeramt ist ein Zeugnis der Münchner Postbauschule um Robert Vorhölzer. Der ausführende Architekt Franz Holzhammer wurde 1930 von Vorhölzer zu seinem Nachfolger als Leiter des Baureferates der Oberpostdirektion München berufen. Ebenfalls wirkte in Kochel nach Unterlagen des Architekturmuseums der TU München Hanna Löv als erste Frau im Amt des Regierungsbaumeisters. Sie war wohl bei den angeschlossenen Kraftwagenhallen beteiligt. Kochels Bürgermeister Thomas Holz zeigte sich überrascht und wenig erfreut von der Petition: Die gemeindlichen Pläne seien obsolet, wenn das Verstärkeramt unter Denkmalschutz komme, sagte er der Presse. (db, 18.7.18)

Kochel, Verstärkeramt (Bild: Benedikt Köhler, CC BY-SA 2.0)