Volksspeisung und Kaffeeklappen

Volksspeisung_und_Kaffeeklappe_Bild_Doelling_und_Galitz-VerlagVolksspeiseanstalten und Kaffeehallen – oder umgangssprachlich Kaffeeklappen – versorgten die Arbeiter seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit warmen Mahlzeiten. Damit spiegeln sie ein besonderes Wohlfahrtsverständnis wider: ohne Volksernährung und alkoholische Mäßigung kein moderner, auf Privateigentum basierender, bürgerlicher Staat.

Im Band des Wirtschafts- und Sozialhistorikers Bernd Pastuschka wird die Geschichte der deutschen Speiseanstalten betrachtet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Einrichtungen in Hamburg, Lübeck und Bremen, wobei Hamburg durch eine Besonderheit hervorsticht: Weil im Freihafen aus zollrechtlichen Gründen der Verkauf von Speisen und Getränken untersagt war, waren Kaffeeklappen hier die einzige Möglichkeit, die Arbeiter vor Ort mit warmen Mahlzeiten zu versorgen. Mithilfe von historischen Fotografien, Plänen und Karten lässt Pastuschka die Entwicklung der Speiseanstalten und Kaffeehallen sowie der Volksspeisung lebendig werden, die an Aktualität bis heute nichts eingebüßt hat. (kb, 20.12.15)

Pastuschka, Bern (Hg.), Volksspeisung und Kaffeeklappen, Döllingund Galitz Verlag, Hamburg 2015, 234 Seiten, 300 Abbildungen, Klappenbroschur, 21 x 27 cm, ISBN 978-3-86218-083-7.