Vom Feuerstein zur Einbauküche

In den 1950er Jahren erlebte die Einbauküche den großen Durchbruch (Bild: © Bundesmobilienverwaltung, Foto: Lois Lammerhuber)
In den 1950er Jahren erlebte die Einbauküche den großen Durchbruch (Bild: © Bundesmobilienverwaltung, Foto: Lois Lammerhuber)

Schaltet man nachmittags den Fernseher ein, kommt man kaum an den diversen Show-Köchen vorbei, die gut gelaunt ihre blitzenden Messer schwingen und scheinbar mühelos köstliche Speisen zubereiten. Die Küche ist offensichtlich ein Ort der Unterhaltung geworden, Kochen ein Symbol für die Leichtigkeit des Seins. Dass dies keineswegs immer so war und das Ergebnis einer Evolution über tausende von Jahren ist, zeigt nun die Ausstellung „Küchen/Möbel. Design und Geschichte“ in Wien.

Als „Urküche“ präsentiert die Schau eine einfache Feuerstelle – ein Konzept, das sich mit leichten Veränderungen erstaunlich lange hielt. Wenn sich das offene Feuer auch vom Freien in die Häuser und Wohnungen verlagerte, vollzog sich die entscheidende Evolution zum geschlossenen Herd und einer rauchfreien Küche erst im 19. Jahrhundert. Mit der standardisierten „Frankfurter Küche“ entwarf die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky in den 1920er Jahren schließlich die Mutter aller Einbauküchen. Ihren Siegeszug trat diese aber erst in der Nachkriegszeit an. Die Ausstellung präsentiert die Jahrtausende alte Geschichte der Küche in 12 Stationen. Sie ist bis zum 26. Juli 2015 im Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien zu sehen. (jr, 13.4.15)