Das 1967 eröffnete Juridicum, einst Teil der Juristischen Fakultät der Universität Frankfurt, steht im Zentrum einer Debatte über Abriss, Teilerhalt oder Umbau. Errichtet wurde der Anfang der 1970er noch erweiterte Hochhausriegel durch das Universitätsbauamt unter Leitung von Heinrich Nitschke. Die Planungen gehen auf den 1964 ausgeschiedenen Baudirektor Ferdinand Kramer zurück. Galt nach dem Umzug der Universität lange der Abriss des Baus auf dem „Kulturcampus Bockenheim“ als alleinige Option, hat sich die Debatte angesichts wachsender Ressourcensensibilität verschoben. Es steht im Raum, ob dieses architektonische Erbe zukunftsfähig weiterentwickelt werden kann. Am Beispiel des Juridicums soll ein strukturierter Expert*innendiskurs entstehen, der grundlegende Fragen zum Umgang mit dem Gebäudebestand klärt. Ziel des ergebnisoffenen Prozesses ist es, unter Abwägung aller Aspekte abzuwägen, ob das Gebäude eine Zukunft hat. Im Auftrag der Stadt Frankfurt, die Eigentümerin ist, moderiert das Frankfurter Forschungsinstitut (FFin) seit 2025 das „Zukunftslabor Juridicum“. Dort untersuchen Expert*innen verschiedener Disziplinen vier Zukunftsvarianten, bewerten sie und formulieren anschließend eine Empfehlung an die Stadt Frankfurt und die ABG Frankfurt Holding.

Zwischen Januar und Mai 2026 sind die Expert:innen zusammengekommen. Zu ihnen zählen Nicolas Schneider (Vorstand der Lang & Cie. Real Estate AG), Gabu Heindl (Professorin an der Universität Kassel und Leiterin von GABU Heindl Architecture), Nicole Zahner (Studio C, Berlin), Horst Peseke (Bollinger + Grohmann Ingenieure), Verena Brehm (Professorin an der Universität Kassel und Partnerin von CITYFÖRSTER), Thomas Meurer (Professor an der Technischen Hochschule Mittelhessen + Meurer Architekten). Im gerade abgeschlossenen vierten Workshop richtete sich der Blick nach vorn: Ausgehend von den bisherigen Erkenntnissen des Zukunftslabors Juridicum soll diskutiert werden, wie ein tragfähiger Prozess hin zu einer baulichen Lösung aussehen kann. Die erarbeiteten Inhalte bilden die Grundlage für die anschließende Arbeitsphase im Juni, in der die Diskussionsergebnisse zu Empfehlungen an die Stadt und die ABG Holding als zukünftige Eigentümerin des Gebäudes verdichtet werden. Die Ergebnisse werden im September 2026 im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Die Szenarien sind Komplett- oder Teilerhalt mit Umnutzung in Wohnen, dasselbe unter Mischnutzung Wohnen/ Bildung/ Gewerbe oder eben der Komplettabriss zugunsten Wohnungsneubau. (db, 13.5.26)

Frankfurt-Bockenheim, Juridicum (Bild: 25asd, CC0)

Frankfurt-Bockenheim, Juridicum (Bild: 25asd, CC0)

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