Was verbindet Barcelona, Rio und Kiel? Alle drei haben einen Stadtstrand, nun ja, fast. Aber immerhin kann man an der Kieler Förde direkt ins Wasser: Das Seebad Düsternbrook wurde 1936 nach den Entwürfen des Architekten Rudolf Schroeder fertiggestellt. Wollte man weiter zurückgehen, dann gab es für das organisierte Baden schon 1822 nahe dem Marientempel eine Badeanstalt, gestaltet vom Baumeister Axel Bundsen, die rund 40 Jahre bestand. Später betrieb der Kaiserliche Yacht-Club (KYC) am Krupp’schen Logierhaus eine Seebadeanstalt mit Maschinenhaus, das später als Clubhaus des KYC diente. Auch das Hotel Bellevue bot ein Badehaus und einen Badekarren an, die in ein Seebad mit Seebrücke übergingen.

Aber zurück zum Seebad Düsternbrook, das sich solcher Beliebtheit erfreute, dass es nach Kriegsschäden rasch wiederhergerichtet und bereits um 1949 wiedereröffnet werden konnte. Es folgten Reparaturen 1962/63, bevor 1972 dann doch ein Teilabriss beschlossen wurde, sodass heute nur noch die Hälfte der angestammten Konstruktion zu sehen ist. Doch das Seebad Düsternbrook soll nun ganz verschwinden, um ab 2028 vollständig neu errichtet zu werden. Dagegen formiert sich in Kiel Protest, der unter dem Motto „Weiterbaden!“ Unterschriften gegen den Abriss sammelt. Die Stadt argumentiert hingegen, ein Erhalt sei mit Blick auf die Kosten und das Alter der technischen Anlagen nicht vertretbar. (kb, 11.8.26)

Kiel, Seebar (Bild: C S, via google-Maps, 2026)

Kiel, Seebar (Bild: C S, via google-Maps, 2026)

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