Oberwart, Osterkirche im Bau, um 1969 (Bild: Sammlung Johann Gallis/Nachlass Edmund Zimmermann, via Momentothek Oberwart)

„Wenn eine_r fehlt“

Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, die Osterkirche in Oberwart (1969, Günther Domenig/Eilfried Huth) wurde nicht abgerissen, ihr wird aktuell sogar eine Ausstellung gewidmet. Aber nicht allen Brutalismus-Bauten ist es im Burgenland vergönnt, zu überdauern. So titelte der Architekt Lukas Vejnik in diesem Sommer treffend bei seinem GAT-Kommentar: „Wenn eine_r fehlt“. Der Auslöser für seinen Beitrag war ein doppelter: Der vielbeachtete Verlust des Kulturzentrums Mattersburg und die gleichzeitige Wiederentdeckung des betonliebenden Baustils im Burgenland – beides kurz zuvor Thema einer Podiumsdiskussion in Eisenstadt.

Das Besondere dieser Region liegt in den finanziellen Möglichkeiten, die sich Ende der 1960er im Burgenland auftaten und die Infrastruktur investiert wurden. Einige der öffentlichen Bauten wie die Oberwarter Kirche, die bis 2010 nach österreichischem Recht via Verordnung unter Schutz gestellt werden konnten, hatten Glück. Für andere, darunter Mattersburg, kam die Brutalismus-Renaissance zu spät. Dass Öffentlichkeit hier viel bewirken kann, haben Bücher wie „Archaische Moderne“ oder die Wiener Station von „SOSBrutalism“ unter Beweis gestellt. Die Ausstellung „Schöner Beton – Na schön, Beton“ zur Osterkirche in Oberwart ist bis zum 29. Oktober 2019 zu sehen im Kontaktzentrum Oberwart (Führungen nach Voranmeldung: Ing. Willhelm Hodits, 03352 38555, wilhelm@hodits.com, 0664 5044554). (kb, 29.9.19)

Oberwart, Osterkirche, Titelmotiv: um 1969 (Bild: Sammlung Johann Gallis/Nachlass Edmund Zimmermann, via Momentothek Oberwart); unten: 2019 (Bild: Nxr-at, CC BY SA 4.0)