Wenzel Hablik, Freitragende Kuppel, 1919, Aquarell, Farbstift, Bleistift, 64,9 x 50 cm © Wenzel-Hablik-Stiftung,Itzehoe

Wenzel Habliks Utopien

Architektur, Grafik, Kunsthandwerk – Wenzel Hablik (1881-1934) betätigte sich in jedem dieser Metiers, ohne sich auf eines festzulegen. Der Universalkünstler hatte sich dem Gesamtkunstwerk verschrieben und entwarf in seinen Werken utopisch anmutende Raum- und Bildwelten, die heute als Inkunabeln des deutschen Expressionismus gelten. Der Berliner Martin-Gropius-Bau widmet Wenzel Hablik ab dem 1. September eine eigene Sonderausstellung. Sie ist bis zum 14. Januar 2018 zu sehen.

Konstitutiv für Habliks Arbeiten war seine umfangreiche Kristall- und Naturaliensammlung: Auf der Kristallform fußen zahlreiche seiner utopischen Architekturentwürfe. Nach einem Studium an der Wiener Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie in Prag wurde er 1919 von Walter Gropius zur Teilnahme an der „Ausstellung für unbekannte Architekten“ in Berlin ermutigt und stand in den folgenden Jahren mit zahlreichen bedeutenden Künstlern und Architekten der Weimarer Republik im Austausch. Als Lebensmittelpunkt wählte Hablik jedoch nicht das pulsierende Berlin der 1920er, sondern das norddeutsche Itzehoe. In seiner Villa setzte er hier seine holistischen Raumvisionen prototypisch um. Die farbige Gestaltung des Esszimmers von 1923 hat sich unter der später aufgeklebten Tapete erhalten und wurde vor einigen Jahren freigelegt. Eine Rekonstruktion ist als Prunkstück in der Ausstellung zu sehen. (jr, 26.8.17)

Wenzel Hablik: Freitragende Kuppel mit fünf Bergspitzen als Basis (Bild: © Wenzel-Hablik-Stiftung, Itzehoe)