Wer erfand die Fotografie?

J. N. Niépce, Block aus dem Fenster von Le Gras, 1825 oder 1827
Mit dem Blick aus seinem Fenster von Le Gras machte J. N. Niépce um 1825 das erste Foto

Um mit dem inoffiziellen Teil der Geschichtsschreibung zu beginnen: Erfunden wurde die Fotografie 1833 von einem Nordhessen – zumindest in Gedanken. Philipp Hoffmeister (1804-74), Prediger in Nordshausen bei Kassel, veröffentlichte 1833 die detaillierte Beschreibung einer bildgebenden Technik, der Heliographie. Nur ausprobiert hat er sie nie … Damit kommen wir zum offiziellen Teil: Verschiedene, vorwiegend französische Köpfe folgten im frühen 19. Jahrhundert derselben Idee – das Licht selbst sollte die Bilder malen.

J. N. Niépce (1765-1833) machte um 1825 die erste Aufnahme. Als Erfinder der heutigen Fotografie gilt Louis Daguerre (1787-1851), der 1839 eine kommerziell  verwertbare Technik vorstellte. Das Land Frankreich erwarb sein Verfahren und „schenkte es der Welt“. Nun feiert die deutsche Fotoindustrie das 175-jährige Jubiläum mit einem digitalen „photoglobus“. Hoffmeister schaute auf das Ganze 1863 nicht ohne Bitterkeit zurück: „Durch Zufall kam ich 1833 auf die Erfindung der Daguerreotypie, von mir Heliographie genannt. […] Allein kein Mensch interessirte sich dafür, bis im Jahr 1839 von Paris Daguerres Verfahren alle Welt in Erstaunen versetzte.“ (kb, 22.8.14)