München, Olympisches Dorf mit Studentenviertel im Vordergrund (Bild: Maximilian Dörrbecker (Chumwa), CC BY-SA 2.5)

Werner Wirsing

Der Architekt Werner Wirsing, geboren 1919 in Gemünden in Unterfranken, unterrichtete zwischen 1967 und 1968 in der Abteilung Industrielles Bauen an der Hochschule für Gestaltung Ulm. In eben dieser Hochschule wird nun sein Werk ausgestellt. Die Schau „Werner Wirsing. Ein Architekt der Nachkriegsmoderne“ stellt Wirsings Wohnungsbauten zwischen 1948 und 2010 in den Mittelpunkt: in 20 großformatigen Fotos und sechs Projekttischen mit Plänen, Skizzen und weiteren Dokumenten. Besonders ausführlich kann das von Wirsing mit entwickelte Münchener Studentenviertel Oberwiesenfeld (1972) studiert werden.

Für das Studentenviertel konzentrierte Wirsing die Grundfunktionen des Wohnens auf 24 Quadratmetern Fläche. Jede Maisonette-Wohnung erhielt ihren eigenen Eingang von der Straße her. Insgesamt drei Modelle zeigen die gesamte Anlage, eine Häuserreihe sowie zwei Wohneinheiten. Aus Wirsings Privatbesitz ist das von ihm selbst für die Studentenhäuser entworfene Bett zu bewundern – bezogen mit einem zeittypischen grün karierten Stoff. Ebenso ist die fast skulpturale Nasszellen-Einheit aus glasfaserverstärktem Kunststoff ausgestellt: Sie vereint die Funktionen von Dusche, Waschbecken und Toilette auf engstem Raum. Die Ausstellung entstand 2014 zum 95. Geburtstag von Werner Wirsing und ist noch bis zum 22. März 2015 in Ulm zu sehen. (kb, 10.3.15)

Das Münchener Studentenviertel Oberwiesenfeld (hier im Vordergrund) entstand 1972 als Olympisches Dorf der Frauen – und wurde anschließend von Studenten genutzt (Bild: Maximilian Dörrbecker (Chumwa), CC BY-SA 2.5)