Wetzlar, Sprengung der Zementtüme (Bild: youtube.de)

Wetzlar: Fall der Zementtürme

Wetzlar: Fall der Zementtürme

In Wetzlar wurden diesen Sonntag die Träume der späten 1970er Jahre wahr: Sten statt Zement, Skanmöbel statt Betonbauten. Mit großem Medienrummel wurden im nordhessischen Städtchen die Türme des bahnhofnahen Zementwerks gesprengt. „250 Kilogramm Sprengstoff und 1.500 Bohrlöcher waren nötig“, berichtet rottenplaces.de, um die Überbleibsel der stillgelegten Fabrikation von HeidelbergCement zu zerlegen. Das 1873/75 begründete Unternehmen wuchs mit den Jahrzehnten, eröffnete neue Standorte, kaufte Beteiligungen und Werksgelände. Schon 2010 hatte der Konzern sich dazu durchgerungen, den Standort Wetzlar, die erst 2003 von Buderus erworbenen Fabrikation, stillzulegen.

Mehrere Alternativen wurden für die stattlichen 70.000 Quadratmeter Nutzfläche diskutiert, bis der schwedische Möbelhersteller Ikea den Zuschlag erhielt. Doch zuvor mussten hier zwei Teile, die „Sophienhütte“ und das Hauptwerk, entfernt werden. Also sprengte man erste Silos, demontierte die Bandanlage und verfüllte den Bandkanal zum nahegelegenen Hermannsteiner Steinbruch. Es blieben im Bereich des Hauptwerks drei Silos von je 77 Metern und ein Wärmetauscher von 65 Metern Höhe. Nun, da die verbliebenen Gebäude der Altanlage gefallen sind, soll nach Beräumung der Fläche mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Eröffnung der Ikea-Filiale ist für 2017 vorgesehen. (kb, 7.3.16)