Wetzlar-Westend, St. Elisabeth (Bild: K. Berkemann, 2020)

Wetzlar: St. Elisabeth vor dem Abriss gerettet

Gute Nachrichten lassen uns kurz mit einer Meldung aus der Feiertagspause aufzutauchen: St. Elisabeth in Wetzlar wird nicht abgerissen, sondern verkauft. Der Stadtbezirk Silhöfer Aue/Westend wurde von einer Kaserne geprägt, die seit dem Abzug der Bundeswehr in den 1990er Jahren neuen Nutzungen zugeführt wird. Der Grundstein zur „Militärkirche“ datiert auf 1965, das Abschlussjahr des Zweiten Vatikanischen Konzils. So spiegelt der zentralisierende Grundriss diesen gemeinschaftsstiftenden Reformgeist. Als Kernbau hebt sich das natursteinsichtige Schiff von der umgebenden Wohnbebauung ab. Zumeist herrschen geometrische Formen vor. Zusätze zeigen Sichtbeton, „Schmuckformen“ werden durch Kupfer ausgezeichnet.

„Seit 2018 ist die Kirche aus der Nutzung genommen und wird gleichsam ‚verschwiegen‘, seit 2019 sind Pläne bekannt, nach ihrem Abriss auf dem Grundstück Wohnungsbau zu verwirklichen.“ Mit dieser Begründung nahm der Verband Deutscher Kunsthistoriker (VDK) St. Elisabeth in seine „Rote Liste“ auf. Der VDK wurde durch invisibilis auf den Fall aufmerksam – die virtuelle Karte dokumentiert auf moderneREGIONAL seit 2017 bedrohte und verlorene Kirchen der letzten 150 Jahre. Die Proteste der Experten zeigen nun erste Früchte: „Anlässlich des Verkaufs (…) an die Koptisch-Orthodoxe Diözese Süddeutschland St. Antonius Kloster in Kröffelbach“, so die Gemeindehomepage, wird am 3. Januar 2021 ein Abschiedsgottesdienst ausgerichtet. Wegen der aktuell begrenzten Teilnehmerzahl ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. (kb, 29.1.20)

Wetzlar, St. Elisabeth (Bild: K. Berkemann)