Wie bald ist jetzt?

Robert Conrad, Berlin Stardarder Straße/Lychener Straße, 1992 (Bild: Robert Conrad)
Robert Conrad, Berlin, Stardarder Straße/Lychener Straße, 1992 (Bild: Robert Conrad)

Der Fotograf Robert Conrad war verzweifelt. Stadt-und Baustrukturen der DDR wurden erst dem Verfall und dann dem Abriss freigegeben. Fachwerkhäuser, Plätze und ganze Straßenzüge wurden durch Plattenbauten und Schnellstraßen ersetzt. Conrad wollte die Erinnerung bewahren, wenigstens fotografisch. Er dokumentierte heimlich das Verschwinden der historischen Bausubstanz, vor allem in seinem Herkunftsort Greifswald wie auch in seiner Wahlheimat Berlin. Dort fotografierte er zunächst 1989/90 die Bauten und Sperranlagen der Berliner Mauer.

In der Galerie Kurt im Hirsch/Hirschhöfe Berlin (Kastanienalle 12, 10435 Prenzlauer Berg, Berlin) werden nun mit der Ausstellung „Wie bald ist jetzt?“ von 5. September bis 4. Oktober, (jeweils samstags und sonntags 14 bis 17 Uhr) Schwarzweiß- und Farbaufnahmen vom Prenzlauer Berg der 80er und 90er Jahre gezeigt. Robert Conrads Fotografien machen es möglich, die Hirschhöfe und sein Prenzlauer Berger Umfeld zu dieser Zeit zu erfassen. Der Architekturfotograf und Bauhistoriker Robert Conrad arbeitet heute für Landesdenkmalämter, Architekturbüros, Buchverlage und Museen. Seine Arbeiten wurden u. a. im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt a. M., im Pommerschen Landesmuseum Greifswald, im Deutschen Historischen Museum Berlin und im Museum der bildenden Künste Leipzig ausgestellt. Die Eröffnung findet am 4. September um 20 Uhr statt. (kb, 25.8.15)