N. Ladowskij: Architektonische Erscheinung eines Gemeinschafshauses (© Staatliches Schtschussew Museum für Architektur Moskau )

Wie sagt man „Bauhaus“ auf Russisch?

N. Ladowskij: Architektonische Erscheinung eines Gemeinschafshauses (© Staatliches Schtschussew Museum für Architektur Moskau )
N. Ladowskij: Architektonische Erscheinung eines Gemeinschafshauses (© Staatliches Schtschussew Museum für Architektur Moskau)

Die Antwort lautet „WChUTEMAS“. Hinter dieser Abkürzung verbergen sich die Worte Vysšie hudožestvenno-tehničeskie masterskie, auf Deutsch „Höhere künstlerisch-technische Werkstätten“. Die Kunsthochschule vereinte in den 1920er Jahren in Moskau die architektonische und gestalterische Avantgarde der Sowjetunion und wird gerne als „russischen Bauhaus“ bezeichnet. Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist hierzu bis zum 6. April 2015 die Ausstellung „WChUTEMAS. Ein Russisches Labor der Moderne. Architekturentwürfe 1920-1930“ zu sehen.

Die Ausstellung wurde vom Staatlichen Ščusev Museum für Architektur in Moskau entwickelt. Sie zeigt Skizzen, Zeichnungen und Modelle sowohl der Schüler als auch der Lehrmeister der Kunstschule. Darunter finden sich so bedeutende Vertreter der sowjetischen Moderne wie El Lissickij, Aleksandr Rodčenko, Moisej Ginsburg, oder Aleksandr Vesnin. Die Exponate zeigen die Grabenkämpfe der sowjetischen Architektur auf der Suche nach einem neuen architektonischen Ausdruck für die junge UdSSR. Radikale Konstruktivisten sind hier ebenso vertreten wie die an traditioneller Baukunst orientierten „Akademiker“. Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog mit Beiträgen von Irina Tschepkunowa und Barbara Kreis erschienen. (jr, 20.1.15)