Heidelberg, ehemaliges Fernmeldeamt in der Sofienstraße mit Betongestaltung von Otto Herbert Hajek (Bild: Gregor Zoyzoyla, September 2018)

Wieder ein Hajek weniger?

Der Bildhauer Otto Herbert Hajek war bekannt für seine selbstbewussten Farb- und Zeichensetzungen. In Heidelberg schuf er für die Oberpostdirektion Karlsruhe in der Sofienstraße bis 1972 eine „Räumliche Wand“. Der Bau dazu entstand von 1969 bis 1970 in der Nähe des zentralen Bismarckplatzes, auf dem Gelände „der ehemaligen Post- und Telegrafenverwaltung und des Zoologischen Instituts“, als Fernmeldeamt mit Postschalterbetrieb – zur Straße hin unübersehbar durch die Hajek-Primärfarben.

Doch aus dem ehemaligen Fernmeldeamt macht eine Investorengruppe gerade ein Vier-Sterne-Hotel mit Gewerbeflächen. Im Frühjahr 2017 wurde für Sommer/Herbst 2018 der Umbau zum „Core“-Hotel durch das Architekturbüro SSV angekündigt. Hierfür sollten die oberen Etagen abgetragen, erneuert, teils in der Höhe angepasst werden. Dabei scheint auch die Hajek-Wandgestaltung weichen zu müssen, wie Gregor Zoyzoyla heute abend via Facebook meldet. Schon in Mannheim war 2016 beim Hajek-Postbahnhof-Relief aller Protest zu spät gekommen. Sollten Sie also künftig Bauarbeiter in der Nähe eines Hajeks sehen, es könnte Ihr letzter Blick auf dieses Kunstwerk gewesen sein. (kb, 26.9.18)

Heidelberg, ehemaliges Fernmeldeamt in der Sofienstraße mit Betongestaltung von Otto Herbert Hajek (Bild: Gregor Zoyzoyla, September 2018)