Wiederaufbau europäischer Städte

Das kriegszerstörte Hamburg (Bild: Dowd J)
Das kriegszerstörte Hamburg (Bild: Dowd J)

Wiederaufbau und (Re)konstruktion kriegszerstörter Städte und ihrer Identitäten sind Themen, die Architekturhistoriker in den letzten Jahren immer wieder kontrovers diskutierten. Der jüngst erschienene, von Georg Wagner-Kyora herausgegebene Sammelband beleuchtet den Themenkomplex am Beispiel europäischer Städte nach 1945 und verbindet soziokulturelle Fragestellungen mit konkreten Fallstudien. Er ist das Ergebnis der 2009 in Hamburg veranstalteten internationalen Historikertagung „Wiederaufbau der Städte: Europa seit 1945 / Rebuilding European Cities: Reconstruction-Policy since 1945“.

Der Band ist thematisch in drei Teile untergliedert. Der erste befasst sich mit Identitätspolitik im Wiederaufbau. Die Beiträge widmen sich dabei verschiedenen Wiederaufbaukonzepten im kriegszerstörten Europa und scheuen auch nicht den Vergleich über Ländergrenzen hinweg. Darauf aufbauend fokussiert der zweite Teil Geschichtspolitik und Medien. Das dritte Großkapitel ist mit „Rekonstruktion in der Moderne“ überschrieben und beleuchtet anhand verschiedener historischer Fallbeispiele von Hamburg über Tallinn, Mailand oder Pforzheim die (Re)konstruktion urbaner Identitäten. (jr, 6.11.2014)

Wagner-Kyora, Georg (Hg.), Wiederaufbau europäischer Städte/Rebuilding European Cities. Rekonstruktionen, die Moderne und die lokale Identitätspolitik seit 1945/Reconstructions, Modernity and the Local Politics of Identity Construction since 1945, Stuttgart 2014, 485 Seite, 112 Abbildungen, ISBN 978-3-515-10623-8.