Winterbaden in Bonn

Bonn, Viktoriabad (Bild: Werkstatt Baukultur Bonn)
Seit 100 Jahren eine Bonner Institution, wurde nun ein Architekturführer über das Viktoriabad veröffentlicht (Bild: Werkstatt Baukultur Bonn)

Vor 100 Jahren, im Februar 1905, wurde das Viktoriabad als erstes Bonner Hallenbad eröffnet. Errichtet nach Plänen des Bonner Stadtbaumeister Rudolf Schultze (1854-1935), erhielt der Jugendstilbau eine reiche Innenausstattung u. a. durch den Bonner Künstler Karl Menser (1872-1929). Im Jahr 1944 beschädigten Fliegerangriffen das Viktoriabad, das aber 1947 bereits wiedereröffnet werden konnte. Doch Ende der 1960er Jahre reichte die Anlage für die wachsende Nachfrage nicht mehr aus, so dass sie 1969 abgerissen wurde. Für den 1971 eingeweihten Neubau wurde vor allem die 30 mal 7,6 Meter große, farbig gestaltete Fassade prägend.

Nachdem das Hallenbad selbst 2010 stillgelegt wurde, stellte man die „Glasfassade“ 2010 unter Schutz. Zum einen wurden auf ungewöhnlicher Größe ungewöhnliche Materialien eingesetzt: farbige Kunstharzplatten. Zum anderen entwarf das Motiv kein Geringerer als die Kölner Koryphäe Gottfried Böhm. Das Schicksal des modernen Bäderbaus, für dessen Erhalt sich der Verein „Unser Viktorabad“ engagiert, ist weiterhin offen. Schon seit Jahren weist auch die Bonner Werkstatt Baukultur beharrlich auf den Bau und seine Geschichte hin. Nun ist ihr Architekturführer zum Viktoriabad erschienen und im Buchhandel (Altstadtbuchhandlung, Behrendt und BuchLaden46) oder per Mail (versand@baukultur-bonn.de) zu erwerben. (kb, 14.1.16)