Was im Potsdamer Minsk bereits mit großem Zuspruch zu sehen war, ist nun in der Kunstsammlung Neubrandenburg ein Thema: Die Ausstellung „Wohnkomplex“ wurde für den neuen Standort ergänzt. Im Mittelpunkt stehen „Kunst und Leben im Plattenbau“, die in Neubrandenburg bis in die 1990er Jahre ein prägendes Wohnmodell bildeten – immerhin steht hier der erste WBS 70-Plattenbau, der 1973 in der Koszaliner Straße errichtet wurde. Zur DDR-Zeit lieferte diese Form des standardisierten Bauens nicht nur günstigen und modernen Wohnraum, sondern bildete auch eines der großen Propagandabilder der erstrebten sozialistischen Gesellschaft. Heute blickt man auf diese Siedlungen angesichts der steigenden Mietpreise mit neuen Augen. In jedem Fall sind sie für mehrere Generationen Identitäts- und Erinnerungsorte.

In Neubrandenburg wird die Potsdamer Ausstellung vom Kurator Kito Nedo mit Leihgaben und Werke aus der Kunstsammlung Neubrandenburg auf den Standort hin neu gefasst. Gezeigt werden u. a. Werke von Karl-Heinz Adler und Manfred Butzmann, Andreas Dress und Ute Mahler, Wolfgang Mattheuer und Christian Thoelke, und von vielen mehr. Unter dem Titel „Wohnkomplex – Neubrandenburg. Kunst und Leben im Plattenbau“ ist die Ausstellung in der Kunstsammlung Neubrandenburg noch bis zum 2. August 2026 zu sehen. Zwei Veranstaltungen im Begleitprogramm vertiefen das Thema vor Ort: Am 21. Juni 2026 wird zwischen 14 und 17 Uhr, unter dem Motto „Gemeinsames Gehen und Lesen“ mit Zeitzeug:innen das Neubrandenburger Katharinenviertel erkundet. Und am 28. Juni 2026, am Tag der Architektur, findet ein Workshop zwischen 14 und 16 Uhr statt. (kb, 23.6.26)

Neubrandenburg, erster WBS 70-Block, 1973, Koszaliner Straße(Bild: RonnyKrüger, CC0 1.0, 2012)

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