Duisburg, Liebfrauenkirche mit Skulptur von Bernar Venet (Bild: Copyright Reimond Spekking, via wikimedia commons)

Zu viele Kirchen unter Denkmalschutz?

Zu viele Kirchen unter Denkmalschutz?

Duisburg, Liebfrauenkirche mit Skulptur von Bernar Venet (Bild: Copyright Reimond Spekking, via wikimedia commons)
Heute eines der Vorzeigebeispiele: die Duisburger Liebfrauenkirche – hier mit einer Skulptur von Bernar Venet – dient heute als Kulturkirche (Bild: Copyright Reimond Spekking, via wikimedia commons)

Das Bistum Essen hat gegenüber der Presse – wie die WAZ berichtet – erklärt, es würden zu viele Kirchen unter Denkmalschutz gestellt. Die Stimmung an Rhein und Ruhr scheint gespannt: Gerade wurde die Frage für St. Elisabeth (1961, „stillgelegt“ 2010) in Gladbeck vor dem Verwaltungsgericht ausgetragen (und zugunsten der Denkmalpflege entschieden, ein formeller Widerspruch ist möglich). Die Denkmalpfleger fürchten ihrerseits, dass bald noch umfassendere Umnutzungen und/oder Abrisse auf uns zukommen: Von den rund 4.500 Kirchen im Rheinland könnte demnach in den kommenden 25 Jahren rund ein Viertel von der Schließung betroffen sein – in beiden Konfessionen.

Anlass für das öffentliche Aufflackern der Debatte ist die Tagung „Kirchen im Strukturwandel – Prozesse, Konzepte, Perspektiven“, die am 14. November vom Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege (TU Köln) und vom LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland ausgerichtet wurde. Das Bistum Essen war der Veranstaltung fern geblieben. Einig dürften sich katholische Kirche, evangelische Kirche und Denkmalpflege sein, dass die Umwälzungen vor allem moderne Kirchenbauten betreffen – nach Angaben der Denkmalpfleger entstand rund die Hälfte der rheinischen Kirchen nach dem Zweiten Weltkrieg. (kb, 24.11.16)