Marl, Rathaus (Bild: Gunnar Klack, CC BY SA 2.0, 2017, via flickr)

Zum Beispiel Verwaltungsbauten

Als die junge Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Infrastruktur wieder auf- und ausbaute, entstanden zahlreiche bemerkenswerte Verwaltungszentren im Stil der Moderne. Oft sollte ein solches Ensemble nicht nur das Selbstbewusstsein einer Kommune städtebaulich nach außen tragen, sondern zugleich einen neuen Mittelpunkt, einen Marktplatz auch für die kulturellen Angebote ausbilden. Im damals boomenden Nordrhein-Westfalen sind hier baukünstlerisch ehrgeizige Projekte zu nennen wie das Rathaus Marl (1966, Johannes Hendrik van den Broek und Jacob Bakema) oder das Forum und Rathaus in Castrop-Rauxel (1976, Arne Jacobsen und Otto Weitling). Heute sehen sich solche Anlagen nicht nur mit den üblichen Fragestellungen der Nachkriegsmoderne wie schlechtem Image, neuen Brandschutzauflagen und Sanierungsstau konfrontiert. Bei Verwaltungszentren kommen oft erschwerend noch die Größe der Baukomplexe und die sich wandelnden kommunalen Nutzungsanforderungen hinzu.

Vor diesem Hintergrund diskutieren am 21. Oktober 2021 von 19.00 bis 21.00 Uhr im Ratssaal der Stadt Castrop-Rauxel Expert:inenn aus Forschung und Praxis über den künftigen „Umgang mit der Nachkriegsmoderne am Beispiel von Verwaltungsbauten“. Eingeladen sind die Stadtbaurätin Bettina Lenort (Stadt Castrop-Rauxel), Sebastian Helm (Büroleiter HPP Architekten, Projektleiter der Sanierung des Rathaus Marl), Dr. Simone Meyder (Praktische Denkmalpflege, LWL, Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen) und die Architektur- und Kunsthistorikerin Dr. Alexandra Apfelbaum (FH Dortmund, Ruhrmoderne) unter der Moderation von Peter Köddermann (Baukultur Nordrhein-Westfalen). Vor der Diskussion können Interessierte eine Führung durch die Wanderausstellung “Gesamtkunstwerke – Architektur von Arne Jacobsen und Otto Weitling in Deutschland” mit Dr. Ursula Kleefisch-Jobst (Generalkuratorin des Museums der Baukultur Nordrhein-Westfalen) wahrnehmen. Es wird um eine verbindliche Online-Anmeldung für eine der beiden Führungen (16.00 Uhr oder 17.30 Uhr) gebeten. (kb, 15.10.21)

Marl, Rathaus (Bild: Gunnar Klack, CC BY SA 2.0, 2017, via flickr)