Designing Modernity (Bild: Julien Lanoo)

Designing Modernity

In vielen Ländern der arabischen Welt wurde die Moderne in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Balanceakt zwischen der großen internationalen Geste und den jeweiligen regionalen Wurzeln. Gerade in diesem Experimentierfeld entstanden eigenwillige, sehenswerte Lösungen, die in der europäischen Forschung häufig noch unbekannt sind. Vor diesem Hintergrund hat sich ein Forschungsprojekt auf Spurensuche begeben, um die Einflüssen der architektonischen Moderne in der arabischen Welt nachzuzeichnen. Das zugehörige Symposium “Designing Modernity: Architecture in the Arab World 1945–1973” präsentiert nun erste Ergebnisse zu modernen Gebäude aus dem Irak, dem Libanon, Kuwait, Syrien, Palästina, Jordanien, Ägypten und Marokko.

In der gleichnamigen Publikation untersuchen die Autor:innen in zehn Fallstudien kulturhistorische, gesellschaftspolitische, klimatische und demografische Aspekte der arabischen Kultur- und Architekturgeschichte der Moderne vor. Beim zweitägigen Symposium zur Veröffentlichung diskutieren die Herausgeber Philipp Oswalt und George Arbid mit den Autor:innen über Formen, Netzwerke und Konstellationen der Transkulturalität, die Erhaltung und Erneuerung des modernen Kulturerbes sowie weitere Themen. Dieses Symposium kann per Livestream verfolgt werden. Beim öffentlichen Abendprogramm stellen die Herausgeber das Buch vor und diskutieren mit den Architekturexperten Tom Avermaete, Khaldun Bshara und den Teilnehmenden. Das Symposium findet statt vom 6. bis zum 7. Mai 2022 im Berliner Haus der Kulturen der Welt (John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin). Parallel ist eine gleichnamige Publikation im Jovis-Verlag erschienen: Es dokumentiert anhand von Texten, zeitgenössischem Bildern sowie Skizzen und Archivmaterial den Prozess vom Auftrag über die Gestaltung bis hin zur Fertigstellung und Nutzung. (kb, 22.4.22)

Designing Modernity (Bild: Julien Lanoo)