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Ahlen, Rathaus (Bild: Stefan Rethfeld)

Offener Brief für Rathaus Ahlen

Die Fachleute schütteln in großer Zahl den Kopf: Das Rathaus im westfälischen Ahlen, von 1974 bis 1982 nach den Plänen von Brigitte und Christoph Parade errichtet, könnte bald abgerissen werden. So zumindest fordern es Vertreter der Stadt und verweisen auf die sonst drohenden Sanierungskosten – und dann kämen ja noch die Auflagen der Denkmalpflege dazu … Denn der Landschaftsverband Westfalen-Lippe stufte das Kultur- und Verwaltungszentrum, so der offizielle Titel, bereits 2016 in einem Gutachten als Denkmal ein. Der Komplex besticht nicht nur durch seine zeittypische Wabenstruktur, die gut erhaltene Originalausstattung und die damals ökologisch innovative Wärmepumpentechnik – die Baustruktur integriert und überbrückt auch noch höchst charmant den angrenzenden Flusslauf.

Doch die Zeichen stehen auf Konflikt – den müsste im Ernstfall das Landesbaumisnisterium als Oberste Denkmalbehörde entscheiden und ggf. den Schutzstatus wieder aufheben. In einem offenen Brief will sich daher die Initiative Ruhrmoderne  an die Ministerin, die kommunalen Entschiedungsträger und an die Bürgerschaft wenden, um für den Erhalt und eine denkmalgerechte Sanierung zu werben. Noch können Sie – gemeinsam mit vielen Fachleuten aus Architektur, Kunstgeschichte, Denkmalpflege, Städtebau, Regional- und Wirtschaftsgeschichte – online unterzeichnen. Der Brief soll zu Jahresbeginn überreicht werden. (kb, 14.12.18)

Ahlen, Rathaus (Bild: Stefan Rethfeld)

Dortmund, Union-Brauerei (Bild: Dominik Wesche, CC BY SA 3.0, 2011)

Eckhard Gerber zum 80.

Das Baukunstarchiv NRW würdigt Eckhard Gerber anlässlich seines 80. Geburtstags mit einer Ausstellung. Sein erstes Büro eröffnete Gerber 1966 in Meschede, 1979 öffnete das Großbüro Gerber Architekten auf dem umgebauten historischen Tönnishof in Dortmund-Kley. Heute arbeiten hier 180 Angestellte; es gibt weitere Standorte in Berlin, Hamburg, Shanghai und Riad. Zwischen 1973 und 2012 lehrte Eckhard Gerber, sein eigenes Studium an der TU Braunschweig absolvierte, an der Universität Dortmund und an der Bergischen Universität Wuppertal. Die Geburtstags-Werkschau findet nun in Dortmund statt – wo das Anfang November 2018 eröffnete Baukunstarchiv im ehemaligen Museum am Ostwall residiert.

Im kleinen Lichtsaal sind beispielhaft zehn Gerber-Großprojekte in Szene gesetzt – unter anderem das City-Center Harenberg, der Umbau zum Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität, die King Fahad Nationalbibliothek in Riad, die Biologischen Institute der Technischen Universität Dresden und auch der Um- und Anbau von Eckhard Gerbers eigenem Wohnhaus in Dortmund. Ergänzt wird die Geburtstags-Ausstellung (bis 3. Februar 2019) durch öffentliche Podiums-Dialoge zwischen Eckhard Gerber und einem Gast. (db, 13.12.18)

Dortmund, Union-Brauerei (Bild: Dominik Wesche, CC BY SA 3.0, 2011)

Saarlouis, Theater am Ring (Bild: © Presseabteilung Kreisstadt Saarlouis, Sascha Schmidt)

Saarlouis: 60 Jahre Theater am Ring

Während der Rest der Republik im nächsten Jahr den 100. Geburtstag der berühmten Kunstschule nach allen Regeln der Kunst feiert, bereitet sich die saarländische Stadt auf ein eigenes Architekturjubiläum vor: Im Herbst 2019 jährt sich die Eröffnung des Theaters am Ring zum 60. Mal. In Vorbereitung des Jubiläums wurde jüngst ein eigener Band vorgestellt, der sich der (Bau-)Geschichte des nachkriegsmodernen Theaters widmet.

Das Theater wurde Ende der 1950er Jahre von Hanns Rüttgers entworfen, seit 2001 ist es denkmalgeschützt. Nachdem zwischenzeitlich der Abriss im Raum stand, wurde es in den 2010er Jahren durch den bekannten Luxemburger Architekten Francois Valentiny umfassend saniert und umgestaltet. Inzwischen ist der markante Bau zu einem Wahrzeichen der Stadt avanviert. Die geschwungenee Fassade auf der Straßenseite, die mit ihren organisch geformten Fensteröffnungen in der Nachbarschaft Fred Feuersteins nicht auffiele, kontrastiert mit einem turmartigen Baukörper, der sich in strenger Rechteckform erhebt und den Namen des Theaters weithin sichtbar macht. Wir finden: Auch ohne Bauhausbezug ist dieses Jubiläum ein Grund zum Feiern! (jr, 12.12.18)

Saarlouis, Theater am Ring (Bild: © Presseabteilung Kreisstadt Saarlouis, Sascha Schmidt)

Ausstellungsansicht des Junggesellenzimmers aus dem Maschinenmöbel-Programm, 1906, Entwurf: Richard Riemerschmid, 1906, Ausführung: Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst, Hellerau, um 1910, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Bild: © VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

Riemerschmid zum 150.

Sie denken, standardisierte und in großer Stückzahl produzierte Möbel sei eine schwedische Innovation der Nachkriegszeit? Weit gefehlt! Der Münchner Architekt und Gestalter Richard Riemerschmid entwarf bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts schlichte Einrichtungen in typisierter Form, um den Wohnbedürfnissen der industriellen Gesellschaft gerecht zu werden. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg widmet ihm zum 150. Geburtstag eine eigene Sonderausstellung.

Riemerschmid gehört zu den Protagonisten der frühen Moderne und fungierte als Gründungsmitglied der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk und des Deutschen Werkbunds. 1903 legte er ein neuartiges Einrichtungsprogramm auf, das in den Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst in Dresden-Hellerau gefertigt wurde. Die Versatzstücke der sogenannten „Maschinenmöbel“ wurden seriell hergestellt, die Montage der Kundschaft überlassen. Bei den schnörkelverliebten Zeitgenossen traf der Pionier der modernen Möbelgestaltung allerdings auf ein geteiltes Echo – zur endgültigen Durchsetzung verhalf der Idee tatsächlich erst Ingvar Kamprad. Die Ausstellung ist bis zum 20. Januar 2019 zu sehen. (jr, 11.12.18)

Ausstellungsansicht des Junggesellenzimmers aus dem Maschinenmöbel-Programm, 1906, Entwurf: Richard Riemerschmid, 1906, Ausführung: Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst, Hellerau, um 1910, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Bild: © VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

Hamburg, NDR-Hochhaus (Bild: Ralf Bröhan)

Hamburg: NDR-Hochhaus zur Disposition

An etlichen Stellen des Hochhauses sei ohne bautechnische Notwendigkeit in den 70er-Jahren Asbest verwendet worden, teilte der NDR mit. Außerdem zeigten weitere Raumluft-Messungen eine teilweise Belastung im ersten Obergeschoss, allerdings in geringerem Ausmaß als bei den Erstfunden, so der Sender. „Nunmehr ist klar: Für eine vollständige Sanierung werden wir deutlich länger brauchen als zunächst angenommen“, bilanzierte der Intendant. Es riecht verdächtig nach Abriss … (db, 11.12.18)

Hamburg, NDR-Hochhaus (Bild: Ralf Bröhan)

Berlin-Wedding, Diesterweg-Gymnasium (Bild: Christian Kloss, urbanophil)

Diesterweg-Gymnasium: Jetzt noch ungewisser?

Im Sommer diesen Jahres wurde nach einem Wasserrohrbruch der Keller des Diesterweg-Gymnasiums (1977, Pysall, Jensen & Stahrenberg) in Berlin-Wedding überflutet. Abgepumpt ist das Wasser noch immer nicht, aber jetzt ist zumindest klar: Es ist weniger schadstoffbelastet ist als befürchtet. Trotz dieser guten Nachricht spricht sich der Schulstadtrat, wie die „Berliner Woche“ vor wenigen Tagen berichtete, weiter für den Abriss des orangenfarbenen Ensembles aus. Er will stattdessen – schon fast paradox – einen Schulneubau.

Der prägnante Gebäudekomplex, der als erste Oberstufenzentrum Berlins die reformpädagogischen Ziele der 1960er und 1970er Jahre bezeugt, steht seit 2011 leer. Die meisten anderen Schulen der Stadt aus dieser Zeit wurden bereits wegen Asbestbelastung abgerissen. Im Wedding verbaute man jedoch nur in den Kellerräumen Asbest in geringem Umfang. Grund dafür ist, wie der Architekt der Schule Hans-Joachim Pysall erklärte: Damals wurde eine Sprinkleranlage installiert, um verschiebbarer Wände  einbauen zu können – Asbestverkleidungen in den Obergeschossen waren deshalb nicht notwendig. Eigentlich eine gute Ausgangslage für die Weiternutzung und den Umbau zum Quartierszentrum mit preiswerten Wohnungen, wie es die Initiative „psWedding“ vorschlägt. Bislang scheiterte das gemeinwohlorientierte Konzept an bürokratischen Hürden – die Zukunft des Diesterweg-Gymnasiums ist also heute tatsächlich noch ein Stück „ungewisser“. (ck, 9.12.18)

Berlin-Wedding, Diesterweg-Gymnasium (Bild: Christian Kloss, urbanophil)

Entwurf für eine Bergstation mit Hotel, Restaurant und Luftseilbahn aus sem Jahr 1931 (Bild: Jovis Verlag)

Trendsetter der Moderne

Auffallen sollten sie, ein Erlebnis versprechen: Cafés, Hotels und Restaurants bildeten in der heraufziehende Moderne die perfekte Bühne für die bürgerliche Selbstdarstellung. In den wachsenden Metropolen der Welt entstanden so Orte des Genusses und der Freizeit – aufsehenerregend in Architektur und Ausstattung. Hier war die große Geste erwünscht, versprach sie doch hohen Komfort für eine fortschrittsgläubiges Publikum.

Mit ihrem Band „Trendsetter der Moderne“, erschienen im Jovis Verlag, widmet sich Franziska Bollerey dieser besonderen Bauaufgabe. Die Cafés waren kreative und soziale Räume zugleich. Hier trafen sich bildende Künstler und Literaten, Revolutionäre, Geschäftsleute und Liebespaare. Im Hotel kamen die unterschiedlichesten Schichten zusammen, vom Gelegenheitsreisenden bis zum routinierten Touristen. Und für die kleinen Auszeiten, für das lustvoll inszenierte Speisen, hatten die Franzosen das Restaurant „erfunden“, das bald auch in anderen Städten nicht mehr aus dem gesellschaftlichen Leben wegzudenken war. (kb, 9.12.18)

Bollerey, Franziska, Trendsetter der Moderne. Cafés, Hotels, Restaurants, Jovis Verlag, Berlin 2017, Hardcover, 21 x 25,5 cm, 256 Seiten, 309 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, Deutsch/Englisch, ISBN 978-3-86859-483-6.

Titelmotiv: Entwurf für eine Bergstation mit Hotel, Restaurant und Luftseilbahn aus sem Jahr 1931 (Bild: Jovis Verlag)

Berus, Sendehalle Europe 1 (Bild: Marco Kany)

Saarmoderne Perspektiven

Dass das Saarland eine eigne, französisch-deutsch-hybride Spielart der Nachkriegsmoderne zu bieten hat, ist inzwischen kein Expertenwissen mehr (mR berichtete). Eines der prominentesten Bauwerke dieser Art steht nahe des weniger prominenten Örtchens Berus: die ehemalige Sendehalle von Europe 1. Nun zeichnet sich für den eleganten Bau aus den 1950ern eine Zukunftsperspektive ab: Der zuständige Gemeinderat hat jüngst entschieden, ihn als „Kultur und Wirtschaftszentrum“ aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.

Die Halle wurde 1954/55 von den Architekten Bernard Laffaille und Jean-François Guédy als Zentrale eines neuen Rundfunksenders mit europäischen Ambitionen erbaut. Um das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, musste Eugène Freyssinet schließlich übernehmen, da sich die beiden mit der komplexen Statik des freitragenden Betondachs in Form eines hyperbolischen Paraboloids übernommen hatten. Bereits vor zwei Jahren hat die Gemeinde Überherrn den avantgardistischen Bau gekauft. Ausschlaggebend für die jüngste Entscheidung war eine Machbarkeitsstudie von Lars Scharnholz, dem Chef des Instituts für Neue Industriekultur. Im nächsten Schritt soll ein konkretes Nutzungskonzept erarbeitet werden. (jr, 8.12.18)

Berus, Sendehalle Europe 1 (Bild: Marco Kany)

Dame mit Falzarego-Kapelle im Faller-Modellbau-Katalog 1961 (Bild: Faller-Katalog 1961)

märklinMODERNE startet in München

Die mR-Wanderausstellung „märklinMODERNE“ zeigt zum ersten Mal, wie modern die vermeintlich spießigen Modelleisenbahner wirklich waren: Im Hobbykeller des Wirtschaftswunders gehörten Flugdach, Glaskuppel und Rasterfassade wie selbstverständlich zum Miniatur-Stadtbild. Vom 14. Dezember 2018 bis 4. Februar 2019 macht märklinMODERNE Station im ArchitekturSalon (ait) München (Hotterstraße 12, 80331 München). Präsentiert werden ausgewählte Modellbausätze, die in großformatigen Fotografien von Hagen Stier ihren architektonischen Vorbildern gegenübergestellt werden. Modellbahnanlagen bringen Bewegung in moderne Stadtlandschaften – und ein eigens für die Ausstellung produzierter Film von Otto Schweitzer und C. Julius Reinsberg ist auch zu sehen.

Zur Eröffnung am 13. Dezember 2018 sprechen um 19.30 Uhr die Kuratoren Dr. Karin Berkemann und Daniel Bartetzko. Im Rahmen des Ausstellungsaufbaus ruft ait Münchener Architekten, Modellbahn-Sammler und Liebhaber dazu auf, vom 10. bis 12. Dezember 2018 eine zusätzliche Modelleisenbahn fertigzustellen, die vom Rosenheimer Eisenbahnclub zur Verfügung gestellt wird. Jeder, der einen oder mehrere Bausätze mitbringt, erhält eine kleine Überraschung. Selbstverständlich werden alle Bausätze nach Ausstellungsende  zurückgegeben. märklinMODERNE ist Teil der Langen Nacht der Architektur am 18. Januar 2019 (Sonderöffnungszeiten bis Mitternacht). Anmeldungen zu den Veranstaltungen werden erbeten unter: muenchen@ait-architektursalon.de. (kb, 7.12.18)

Dame mit Falzarego-Kapelle (Bild: Faller-Modellbaukatalog 1961)

Die Ausstellung von moderneREGIONAL wurde gefördert von der Wüstenrot Stiftung. Sie wurde erstmals gezeigt in Frankfurt und Stuttgart mit den Ausstellungspartner Deutsches Architekturmuseum und Architekturgalerie am Weißenhof.

Katalog und Film zur Ausstellung sind erhältlich im mR-Onlineshop.

Siegburg, Rathaus (Bild: Die Linke)

Rathaus Siegburg bleibt

Die Siegburger haben die Abrisskugel erfolgreich von ihrem Rathaus abgewehrt. Das Abstimmungsergebnis spricht eine klare Sprache: Ein Rathausneubau fand mit 29,8 Prozent der Stimmen bemerkenswert wenig Befürworter. Einfach gemacht wurde die Entscheidung den Bürgern nicht: Im Abstimmungsheft fanden sich eher verwirrende und umstrittene Zahlen aus Machbarkeitsstudien zu den Kosten. Ausgerechnet die größte Fraktion im Rat, die CDU, fand nicht zu einer klaren Empfehlung in der Sache, während sich etwa die FDP klar für den Neubau aussprach. Ohne Erfolg: 70,2 Prozent stimmten für den Erhalt des alten Rathauses, dessen Instandhaltung in den vergangenen Jahren auffällig vernachlässigt wurde.

Von 33.152 Wahlberechtigten haben allerdings nur 9792 Personen abgestimmt, das ist eine Wahlbeteiligung von 29,5 Prozent. Schon einmal, nämlich 2010, wurde über den Rathaus-Abriss abgestimmt und auch damals sprach sich eine Mehrheit dagegen aus. Nun sind weitere Anläufe wohl endgültig vom Tisch. Das 1968 eingeweihte Gebäude soll saniert und um ein Geschoss aufgestockt werden. Architekt des Siegburger Rathauses ist Peter Busmann, der später im gemeinsamen Büro mit Godfrid Haberer unter anderem in Köln das Museum Ludwig und die Simultanhalle entwarf. Beim Rathausumbau wartet Busmann nun auf die Kontaktaufnahme seitens der Stadt – denn es gilt das Urheberrecht. (db, 6.12.18)

Siegburg, Rathaus (Bild: Die Linke)

Hamburg, Großmarkt (Bild: LoboStudio Hamburg, CC0 1.0, PD, 2016)

Stipendium für Moderne-Promotion ausgelobt

Gute Nachrichten für alle Hamburger Modernisten: Das Kunstgeschichtliche Seminar der Uni Hamburg schreibt gemeinsam mit der Sutor-Stiftung zum 1. März 2019 ein Promotionsstipendium im Bereich Architekturgeschichte und -theorie der Moderne aus: 1.365 Euro monatlich (zzgl. max. 103 Euro monatliche Sach- und Reisekosten) für zwei Jahre, die nach Evaluation um ein weiteres Jahr verlängert werden können. Auch Projekte mit einer geringeren Arbeitsdauer können berücksichtigt werden. Der/die Geförderte, der/die seine Promotion an der Uni Hamburg durchführen soll, kann auf Antrag in die Graduiertenschule des Fachbereichs Geisteswissenschaften an der Uni Hamburg aufgenommen werden.

Die Organisatoren wünschen sich ein Thema im Bereich Architekturgeschichte und -theorie der Moderne, wenn möglich mit Hamburg-Bezug – ggf. unter Nutzung einschlägiger Archive wie dem Hamburgischen Architekturarchiv oder dem Hamburger Staatsarchiv. Voraussetzungen sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Magister/Master/Dipl.-Ing.) der Kunstgeschichte oder eines verwandten Fachs. Zudem müssen die Zulassungsvoraussetzungen zur Promotion laut Promotionsordnung der Fakultät für Geisteswissenschaften der Uni Hamburg erfüllt sein. Bewerbungen mit einem Exposé des Promotionsvorhabens (max. 6 Seiten), Lebenslauf, Kopien der Abschlusszeugnisse, Angabe der Kontaktdaten zweier Referenzpersonen sowie Leseproben (max. 10 Seiten) sind elektronisch in einer einzigen PDF-Datei bis zum 30. Januar 2019 zu richten an Dr. Frank Schmitz: frank.schmitz@uni-hamburg.de. (kb, 5.12.18)

Hamburg, Großmarkt (Bild: LoboStudio Hamburg, CC0 1.0, PD, 2016)

Essen, Kapelle im Krankenhaus der Evangelischen Huyssens-Stiftung (Bild: StagiaireMGIMO, CC BY SA 4.0, 2018)

Wenn Sie hier mehr sehen als Hakenkreuze …

Vielleicht ist es ein Zeichen wachsender Political Correctness, vielleicht aufsteigender Ängstlichkeit: In den vergangenen Monaten werden vermehrt lange gezeigte und zumindest geduldete Kunstwerke neu diskutiert, teils in Frage gestellt, teils ganz entfernt. Die Spanne reicht von der unbekleideten Schönheit bis zum nationalsozialistischen Emblem. In Essen soll nun die Kapelle im Krankenhaus der Evangelischen Huyssens-Stiftung vollständig umgestaltet werden. Erbaut 1937 von den Architekten Carl Conradi und Paul Dietsch, zeigt der Gottesdienstraum (noch) typische Merkmale seiner Zeit: eine neoklassizistische Wandgliederung und viel Holz.

Höhere Wellen schlägt die Debatte um die figurative bzw. zeichenhafte Ausstattung der Kapelle: Das Altarbild mit dem blondgelockten Jesus wurde bereits entfernt. Die Glasgstaltung von Carl Bringmann zeigt eine ähnlich herbe Formensprache der 1930er Jahre. Und die Balkendecke trägt christliche Symbolzeichen in ornamentalen, hakenkreuzartigen Verschlingungen. Der gesamte Kapellenraum soll in ein neues, ganz weiß-neutrales Gewand gehüllt werden. Dem stellt sich der „Arbeitskreis Essen 2030“ entgegen. Die erhaltene Gestaltung der Bauzeit sei auch „ein Beleg für die ideologische Durchdringung der evangelischen Kirche in den 1930er Jahren“. Da helfe kein Anstrich, nur Aufklärung. (kb, 4.12.18)

Titelmotiv: Essen, Kapelle im Krankenhaus der Evangelischen Huyssens-Stiftung (Bild: StagiaireMGIMO, CC BY SA 4.0, 2018)