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"When the others" (Foto: Christoph Liepach)

Als Dauerleihgabe ins Museum

Es ist uns eine Freude und ein Vergnügen, Neues zu einem künstlerischen Projekt berichten zu können, das moderneREGIONAL – angefixt durch die eigenene märklinMODERNE-Wanderausstellung – seit dem vergangenen Jahr begleiten und unterstützen durfte: In der Kindheit des Künstlers Christoph Liepach gab es die Platte in der Platte, denn immer zur Advents- und Weihnachtszeit wurde das Puppenhaus seiner Mutter aufgebaut. Ein Fabrikat des Olbernhauer Spielzeugherstellers VEB Vero, der bemerkenswert moderne Bungalows im Programm hatte. Nun verewigt Liepach diese Erinnerung in seiner Fotoserie „Wenn die Anderen“ als illusionistischen Blick in die Miniatur-Räume seiner Kindheit.

Im vergangenen Jahr erwarb Liepach zusätzliche Vero-Puppenhäuser. Er fotografierte und präsentierte die Objekte anschließend virtuell. Nun wird seine kleine Sammlung als Dauerleihgabe in das N’OSTALGIE-Museum Leipzig (Nikolaistraße 28-32) aufgenommen. Die Vernissage wird am 4. Mai 2019 um 15 Uhr begangen. Im dortigen Museumsshop sind die passenden Fotomotive in verschiedenen Formaten erhältlich. (kb, 20.4.19)

„When the others“ (Foto: Christoph Liepach)

Kirchbrak, Amco-Gebäude (Bild: Axel Hindemith, CC BY SA 3.0)

Gropius gefunden

Waren Sie schon mal in Kirchbrak? Zugegeben, moderneREGIONAL auch nicht. Der Ort mit 994 Einwohnern gehört zur Samtgemeinde Bodenwerder-Polle im Landkreis Holzminden und könnte bald zur Architektur-Tourismusattraktion werden. Denn hier steht ein vermeintlich vergessener echter Gropius – ein Fabrikgebäude der Holzbearbeitungs-Firma August Müller und Co. (AMCO), das 1925 errichtet und 2017 stillgelegt wurde. Doch der großen Namen nicht genug: Die Bauunterlagen sind allesamt von Ernst Neufert unterzeichnet, der damals bei Walter Gropius angestellt war, ehe er 1926 als Professor für Planung an die neue Bauhochschule Weimar wechselte. Doch egal, ob nun mehr Gropius oder mehr Neufert in dem großzügig verglasten Stahlskelettbau stecken, ist es ein Kuriosum, dass er im Bauhaus-Feierjahr als Wiederentdeckung gilt und tatsächlich nicht unter Denkmalschutz steht.

Der ortsansässige Ingenieur Günter Staeffler hat das Denkmalamt schon vor Jahren erfolglos auf den Bauhaus-Bau hingewiesen. Ein Beitrag von Wilhelm Klauser in der Bauwelt 16.2018 hat wohl endlich Bewegung in die Sache gebracht, und schließlich berichtete der NDR Ende März 2019 über das erste Gebäude, das das Atelier Gropius nach dem erzwungenen Wegzug aus Weimar realisierte. Nun wird der vergessene Bau unter Schutz gestellt, auch die Eigentümerin signalisierte Gesprächsbereitschaft für eine neue, denkmalgerechte Nutzung. Unser Urlaubstipp 2019: Besuchen Sie doch mal Kirchbrak! (db, 19.4.18)

Kirchbrak, Amco-Gebäude 2019 (Bild: Axel Hindemith, CC BY SA 3.0)

Kassel, Treppenstraße (Bild: historische Postkarte)

Treppen, Straßen, Grün

Es geht um die „grüne Nachkriegsmoderne“, die öffentlichen Räume der 1950er bis 1970er Jahre. Am 18. Mai 2019 will die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) mit der Tagung „Ungeliebte Moderne? Über das Verschwinden des öffentlichen Raums und städtischen Grüns aus der Zeit der Nachkriegsmoderne am Beispiel Treppenstraße Kassel“ für dieses Thema sensibilisieren. Und wo wäre diese Tagung besser aufgehoben als in der Wiederaufbaustadt Kassel mit ihrer berühmten Treppenstraße.

Neben Fachvorträgen zur Planungsgeschichte der Treppenstraße soll diese vor Ort besichtigt werden. Anschließend werden Best-Practice-Beispiele für städtebauliche Denkmalpflege und Gartendenkmalpflege vorgestellt und eine Diskussion zum Thema „Bestand braucht Haltung zwischen erhaltenswerter Bausubstanz und einer Charta für Baukultur“ geführt. Für die Tagung konnten an Referenten gewonnen werden: Dr. Markus Harzenetter (Präsident LfDH), Fiona Laudamus (Landschaftsarchitektin, Büro HORTEC, Berlin), Christof Nolda (Stadtbaurat, Bündnis 90/Die Grünen, Stadt Kassel), Prof. Martin Schmitz, Lucius & Annemarie Burckhardt (Professur, Kunsthochschule Kassel), Dr. Rena Wandel-Hoefer (Architektin, Baudezernentin a. D. Stadt Saarbrücken, Gestaltungs- und Denkmalbeirat Stadt Wiesbaden) u. v. m. Die Tagung findet statt am 18. Mai von 10.30 Uhr bis 16 Uhr im Jugendamt Stadt Kassel (Scheidemannplatz 1). Es wird eine Teilnahmegebühr erhoben, Anmeldungen sind bis zum 10. Mai möglich unter: www.akh.de. (kb, 18.4.19)

Kassel, Treppenstraße (Bild: historische Postkarte)

Maleschka goes Erfurt

„Holt die die Wäsche rein, Maleschka kommt in die Stadt!“ Aber nein, wenn der Fotokünstler auch aktuell zum fahrenden Volk zu zählen scheint, sollten die Erfurter lieber die Kulis für die Signierstunde zücken. Denn morgen, am 18. April 2019 eröffnet Martin Maleschka – seit 2014 auf Vermittlung von Volker Nienstedt und Mark Escherich zum zweiten Mal – um 18 Uhr im Speicher Erfurt eine Ausstellung mit ausgewählten Fotografien baubezogener Kunst der DDR. In einem Vortrag zeigt Maleschka am 18. April Positiv- aber leider auch zahlreiche Negativbeispiele im Umgang damit. Bereits seit einigen Jahren arbeitet sich der Architekt und Fotograf mit wachen Augen durch die Architektur der Ostmoderne. Sein aktueller Schwerpunkt liegt in der baugebundenen Kunst, die er in seiner neuesten Publikation bei DOM publishers vorstellt sowie in verschiedenen Ausstellungen und Buchvorstellungen in einzelne ostmoderne Städte bringt. (kb, 17.4.19)

(Bild: Plakatmotiv von Martin Maleschka)

Lauenburg-Köthel, Johanniskapelle (Bild: Nachlass Raimund Marfels, Foto: Raimund Marfels, wohl um 1966, CC BY NC SA 4.0)

Kommune rettet Kapelle

Mitte der 1960er Jahre versorgte die schleswig-holsteinische Landeskirche viele kleine Gemeinden mit „vielen kleinen Kirchen“. Unter den Architekten, welche die Einzel- und Musterentwürfe erstellen, finden sich zu Recht bekannte und zu Unrecht unbekannte Namen. In der Mehrheit gelangen qualitätvolle maßstäbliche Bauwerke, die neben der liturgischen Nutzung auch Raum für weltliche Nutzungen ließen. Auch in Lauenburg-Köthel errichtete man im Rahmen des Kapellenbauprogramms 1966 eine Kapelle nach dem Musterentwurf des Architekten Gert Johannsen.

Ende März diesen Jahres wurde die Johanniskapelle in einem Gottesdienst entwidmet, das Gebäude hatte man bereits im Dezember 2018 an die Kommune verkauft. Hintergrund dieser Entscheidung war das 2017 vom Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg beschlossene Gebäudekonzept, das die finanzielle Förderung für verschiedene Kirchen und Kapellen einstellte. Die gute Nachricht: In der Johanniskapelle von Köthel sollen weiterhin Gottesdienste gefeiert werden, neben kulturellen und anderen besonderen Veranstaltungen, auch der angestammte Kinderspielkreis soll hier weiterhin stattfinden. Was aktuell nach einer Win-Win-Situation für beide Seiten aussieht, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren in der Praxis bewähren müssen. Von der baulichen Seite stehen die Karten dafür gut – schon bei anderen entwidmeten Kapellen des Bauprogramms ist der Übergang in kommunales oder privates Eigentum geglückt. (kb, 17.4.19)

Lauenburg-Köthel, Johanniskapelle (Bild: Nachlass Raimund Marfels, Foto: Raimund Marfels, 1966, CC BY NC SA 4.0)

Bochum, Uni, Audimax (Bild: CanonBen, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Neues im Westen

Die Homepage„Neues Bauen im Westen“ porträtiert pünktlich zum Bauhaus-Jahr zahlreiche Objekte der Moderne. Hierfür sammelte die Architektenkammer NRW gemeinsam mit den Denkmalpflegeämtern der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) insbesondere Bauten der 1920er und 1930er Jahre. Ergänzt wird der Überblick um Architektur der Nachkriegsmoderne bis in die 1980er Jahre.

Mit der gleichnamigen Wanderausstellung dokumentiert die Architektenkammer die wichtigsten der Entwicklungslinien des Bauhauses aus rheinisch-westfälischer Perspektive. Anhand von über 250 Exponaten und 15 eigens für die Ausstellung geschaffenen Architekturmodellen können Besucher die wechselseitigen Einflussnahmen und Impulse überprüfen und auf Spurensuche bis in die Gegenwart gehen. An kommenden Stationen sind für 2019 vorgesehen: in der NRW-Landesvertretung in Berlin (13. bis 31. Mai), im Baukunstarchiv NRW in Dortmund (4. Juni bis 1. Juli), in der Bürgerhalle des LWL in Münster (8. bis 19. Juli), im LVR-Haus in Köln (5. bis 27. September), im Technischen Rathaus Bielefeld (3. bis 31. Oktober) und in der RWTH Aachen (14. bis 28. November). (kb, 16.4.19)

Bochum, Uni, Audimax (Bild: CanonBen, GFDL oder CC BY SA 3.0)