Hofheim am Taunus: Motel Mariann vor dem Abriss

Die Absperrgitter sind in Hofheim am Taunus schon gestellt: Die Gebäude in der „Alten Bleiche 7“ sollen abgerissen werden. Der Kern der Anlage stammt aus dem Jahr 1959. Ursprünglich wurde hier das Motel Mariann betrieben – eines der frühen bundesdeutschen Angebote dieser Art. Für motorisierte Übernachtungsgäste standen hier auch reichlich Parkplätze bereit. Das Programm wurde durch eine Tankstelle und später einen Laden für Autokennzeichen erweitert. Liebevolle Details wie der Türdrücker mit Hotelschriftzug oder das halbrund verglaste Servicehäuschen deuten noch auf die Bauzeit.

Zuletzt war das nicht denkmalgeschützte Ensemble als Computerschmiede, Imbiss und Autowerkstatt mit Geragenstellplätzen in Nutzung. Das Grundstück Ecke Alte Bleiche/Seilerbahn wurde 2019 von der Taunus-Sparkasse erworben, die im Nachbarhaus eine Niederlassung betreibt. Über die Zukunft des bald beräumten Areals konnte die Frankfurter Neue Presse vom neuen Besitzer nichts Konkretes in Erfahrung bringen: „Verschiedene Optionen würden derzeit geprüft, heißt es nur.“ Die Lost-Places-Romantik dürfte am ehemaligen Hotel Mariann jedoch nur noch wenige Tage währen. (kb, 28.10.20)

Hofheim im Taunus, Motel Mariann (Bild: Fritz Schmidt, Oktober 2020)
Hofheim im Taunus, Motel Mariann (Bild: Fritz Schmidt, Oktober 2020)
Hofheim im Taunus, Motel Mariann (Bild: Fritz Schmidt, Oktober 2020)

Hofheim im Taunus, Hotel Mariann (Bilder: Fritz Schmidt Jr., Oktober 2020)

Gelsenkirchen: Was wird aus der Stephanuskirche?

Die Stephanuskirche in Gelsenkirchen-Buer ist das Spätwerk des Architekten Peter Grund, bestens bekannt für eine der frühen deutschen Stahlbetonkirchen: die Nicolaikirche in Dortmund aus dem Jahr 1930. In Gelsenkirchen errichtete man bis 1970, posthum nach den Entwürfen des 1966 verstorbenen Architekten, einen kristallinen Baukörper. Die abstrakte Betonglasgestaltung stammt von der Darmstädter Künstlerin Inge Vahle. 1991 wurde von Josef Baron an der Altarwand eine bronzene Plastik des Auferstandenen ergänzt.

Wie zahlreiche Gottesdiensträume in Gelsenkirchen befindet sich die Stephanuskirche aktuell im Umbruch. Mitte der 2010er Jahre verkaufte man den Bau an einen privaten Investor, der das umliegende Gelände mit einem Altenheim bestücken wollte. Für die neue Nutzung wurde das Gemeindehaus bereits niedergelegt. Das Richtfest für den Seniorenheim-Neubau feierte man 2019, die Arbeiten soll(t)en im Sommer 2020 abgeschlossen sein. Für den Kirchenraum ist eine funktionale Einbindung in das Altenheim angedacht. Die Gemeinde hat sich zudem vom neuen Eigentümer ein 10-jähriges Nutzungsrecht zusichern lassen. Wie genau die Zukunft des Gottesdienstraums aussehen soll, ist bislang noch unbekannt. (kb, 27.10.20)

Virtuelle Karte bedrohter (hellgrün), geschlossener (schwarz), abgegebener (violett), umgenutzter (dunkelgrün) und abgerissener (rot) Kirchenbauten (Historismus und Moderne) in Gelsenkirchen (Auszug aus der moderneREGIONAL-Karte „invisibilis“)

Titelmotiv: Gelsenkirchen-Buer, Stephanuskirche (Bilder: Christian Klusemann)

Düsseldorf: Aus vier mach eins

In Düsseldorf werden in diesem Herbst/Winter gleich drei Kirchen aus der gemeindlichen Nutzung genommen, jede von ihnen mit einem ganz eigenen Schicksal: Zur protestantischen Emmaus-Gemeinde gehören (noch) die Matthäikirche (1931/53), die Christuskirche (1899), die Versöhnungskirche (2009) und die Thomaskirche (1960). Letztere wird am 1. November offiziell entwidmet, um abgerissen und durch Wohnbauten ersetzt zu werden.

Die jüngste unter den betroffenen Predigtstätten, die Versöhnungskirche in Düsseldorf-Flingern, hatte einen 2007 abgerissenen nachkriegsmodernen Vorgänger ersetzt. Nun soll der Neubau selbst aus der gemeindlichen Nutzung genommen und von der Diakonie als Kirche weitergeführt werden. Die neugotische Christuskirche in Düsseldorf-Oberbilk hingegen soll künftig als Jugendkirche dienen. Einzig in der Matthäikirche in Düsseldorf-Düsseltal wird man weiter regelmäßig protestantische Gemeindegottesdienste feiern. (kb, 22.10.20)

Düsseldorf-Oberbilk, Christuskirche (Bild: Wiegels, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2009)

Düsseldorf, Christuskirche (Bild: Wiegels, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2009)

Düsseldorf, Thomaskirche (Bild: Taurus65, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2009)

Düsseldorf, Thomaskirche (Bild: Taurus65, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2009)

Titelmotiv: Düsseldorf, links: Versöhnungskirche (Neubau) (Bild: Wiegels, GFDL, CC BY SA 3.0, 2009), rechts: Matthäikirche (Bild: Jörg Wiegels, CC BY SA 3.0, 2011)