#mRAdventskalender 12: Im Jahr 1952 begann im mecklenburgischen Neubrandenburg der Neuaufbau der Innenstadt. Im Zentrum wurde, den Marktplatz stark verkleinernd, ein Kulturzentrum gebaut, das weit über Stadt und Region hinaus bekannt werden und dessen Turm – der Kulturfinger – zum DDR-Fernsehstar avancieren sollte. Der Turm ist mit seinen 56 Metern Höhe und 16 Geschossen der krönende Abschluss des vierflügeligen Kulturhauses und selbstverständlich das höchste Gebäude der Stadt und der Region. Deutlich stellt er die benachbarte Marienkirche in den Schatten und wird zum erhobenen Zeigefinger des neuen Systems. Entworfen hat den Bau die Berliner Architektin Iris Dullin-Grund, nachdem sie 1960 den Wettbewerb für eine mögliche Gestaltung des zentralen Platzes und des Kulturhauses der frisch ernannten Bezirkshauptstadt gewonnen hatte. Im Turm war Platz für kulturelle, wissenschaftliche und künstlerische Zirkel, während im zugehörigen Flachbau ein Mehrzwecksaal, eine Bibliothek und verschiedene Freizeiteinrichtungen untergebracht waren.
Neubrandenburg, Haus der Bildung und Kultur, „Kulturfinger“, Architektin: Iris Dullin-Grund, 1963–1965 (Bild: mboesch, CC BY SA 4.0, 2026)