Lemgo: Hajek-Kirche unter Denkmalschutz

Ein Otto Herbert Hajek ist schwer zu übersehen, dafür war der Stuttgarter Bildhauer viel zu farbintensiv. So war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Denkmalpflege auf die Heilig-Geist-Kirche in Lemgo aufmerksam wird, die 1967 nach Entwürfen des Architekten Joachim G. Hanke fertiggestellt wurde. Der backsteinsichtige Kirchenquader wird von einem betonsichtigen Campanile begleitet. Im Inneren wird der Zentralraum über Eck erschlossen, so dass er sich zugleich auf das hufeisenförmig von Bänken umgebene liturgische Zentrum ausrichtet.

Für die Gestaltung der profilierten Innenwände, der Ausstattungsstücke und deren Farbgebung konnte damals Hajek gewonnen werden. Er profilierte die in Sichtbeton gestalteten liturgischen Orte durch die Farben Gelb, Gold, Rot und Blau. Das Ensemble im Geist des Reformkonzils – Kirche, Gemeindesaal und Pfarrhaus – wurden „vorläufig in die Denkmalliste“ eingetragen. In der dazugehörigen Begründung wird neben der künstlerischen Qualität von Kirchenbau und -ausstattung auch auf den damals neuartigen Typus des Gemeindezentrums verwiesen. (kb, 17.11.19)

Lemgo, Heilig-Geist-Kirche (Bilder: tsungam, CC0 1.0, 2013)

Frankfurt: Spargel unter Schutz

Der Frankfurter Fernsehturm, bekannt als „Ginnheimer Spargel“ steht nun unter Denkmalschutz. Und wird mit Bundeszuschüssen saniert: Knapp 24 Millionen Euro bis 2026 hat der Haushaltsausschuss des Bundestags Mitte November genehmigt. Damit könnte der seit über 20 Jahren für die Öffentlichkeit geschlossene Turm vermutlich auch wieder die Türen fürs Publikum öffnen. Der Betreiber, die Telekom-Tochter „Deutsche Funkturm“, hat bereits eine Machbarkeitsstudie zur Wiedereröffnung durchführen lassen. Und begrüßt (anders als viele Gebäudebesitzer) die Unterschutzstellung – durch sie wurden erst die Bundeszuschüsse für die Sanierung möglich. Im gleichen Zug wurden übrigens auch 19,5 Millionen Euro für die Paulskirche bereitgestellt, die nun endgültig ihre 1948er-Nachkriegsgestaltung behalten wird.

Zur Paulskirche gibt es ja derzeit viele News. Der Ginnheimer Spargel war dabei (obwohl unübersehbar) etwas ins Abseits geraten. Gebaut wurde er im Auftrag der Deutschen Bundespost von 1974 bis 1979 nach Plänen von Johannes Möhrle und Peter Metzger. Mit 337,5 Meter ist er der zweithöchste Fernsehturm Deutschlands. Nur der Berliner überragt ihn, Grund ist jedoch nicht der Baukörper selbst, sondern dessen längere Antenne. Und neben der farbenfroh beleuchteten Kanzel, in der lange Jahre eine Diskothek residierte, bietet er mehrere brutalistische Sockelbauten, die nach wie vor von der Telekom genutzt werden. (db, 15.11.19)

Frankfurt am Main, Fernsehturm (Bild: Erebus555 at English Wikipedia, CC BY SA 3.0, 2007)

DDR-Architektur nach dem Mauerfall

Inzwischen liegt der Fall der Berliner Mauer 30 Jahre zurück. Grund genug für die Journalistin und studierte Architektin Danuta Schmidt mit dem Architekten Prof. Wolf-Rüdiger Eisentraut über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Architektur der DDR zu sprechen. Wie wurde Architektur in der DDR umgesetzt? Und wie wird sie heute wahrgenommen? Diese und weitere Fragen werden am 8. November um 20 Uhr in der Bezirkszentralbibliothek Mark Twain (Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin) diskutiert werden. Um eine Anmeldung unter der Telefonnummer 030 54 704 142 wird gebeten.

Wolf-Rüdiger Eisentraut war zusammen mit seinem Team für den Bau der Bibliothek und des angrenzenden FreizeitForums Marzahn verantwortlich. 1991 wurde die Bibliothek eröffnet. Wie aber gelang es in dieser Zeit des Wandels und der Euphorie ein solches Großprojekt zum Abschluss zu bringen? In dem Gespräch sollen die Herausforderungen des Bauens in der Wendezeit beleuchtet werden. Daneben geht es auch darum, wie die „Ostmoderne“ in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und als historisch bedeutsam vermittelt werden kann. (mk, 2.11.19)

Berlin, FreizeitForum Marzahn (Bild: Gunnar Klack, CC BY SA 4.0, 2017)