Luigi Colani ist tot

Der 1928 in Berlin geborene Designer Luigi Colani ist tot. Vom Teeservice „Zen“ bis zur Fotokamera „Canon T90“ – die meisten deutschen Haushalte leben seit den 1970er Jahren, oft ohne es zu wissen, in und mit Colani. Der Formgestalter reüssierte zunächst mit seinen Flugzeugentwürfen, um seine Tätigkeit ab den 1970er Jahren auf alle Bereiche des Alltagslebens auszuweiten.

Bekannt wurde der exaltierte Designer durch seine schnittigen, aerodynamischen, biomorphen Entwürfe. Viele dieser Visionen blieben unverwirklicht oder ungenutzt. Vieles war für die produzierenden Firmen, für den praktischen Gebrauch oder für den Geschmack der jeweiligen Zeit dann doch (noch) zu fremdartig. Colanis Alterswerk und erklärtes Vermächtnis an die Nachwelt, die in ihrem Aufbau am menschlichen Körper orientierte „Eco-City“ auf einer chinesischen Insel, liegt unvollendet auf Eis. Was bleibt, ist eine Vielzahl ikonischer, teils zeitlos eleganter, teils postmodern überschwänglicher Designs. Luigi Colani verstarb gestern in Karlsruhe im Alter von 91 Jahren. (kb, 16.9.19)

Friesland-Teeservice „Zen“ von Luigi Colani (Bild: PD)

Darf ich dir meine Sammlung zeigen?

Als der Kölner Kaufmann Wilhelm Hack in den 1970er Jahren seine Kunstsammlung der Stadt Ludwigshafen schenkte, geschah dies nicht aus einer besonderen Verbindung zu diesem Flecken Erde. Die Kunst sollte in einer kunstvollen Hülle untergebracht werden. Ludwigshafen bekam den Zuschlag, weil man dem Sammler Neubauwillen signalisierte. In der Folge entstand dort Ausstellungsraum für die profilierteste Zusammenstellung moderner- und zeitgenössischer Kunst in Rheinland-Pfalz. Vor 40 Jahren konnte das Wilhelm Hack Museum seine Pforten öffnen. 

Das wird nun mit der Schau „Darf ich dir meine Sammlung zeigen? 40 Jahre – Meisterwerke zu Gast“ zelebriert. Vom 14. September 2019 bis zum 26. Januar 2020 wird der ganze Museumsbau (Berliner Straße 23, 67059 Ludwigshafen) mit den wichtigsten Werken der Sammlung und allerhand hochkarätigen Leihgaben bespielt sein. Auch für Architekturfreunde ein lohnenswerter Ausflug: Der Bau ist durch ein 55 Meter breites Wandmosaik von Joan Miró selbst zum Träger der Kunst geworden. Die Stuttgarter Architekten Hagstotz und Kraft achteten damals, ganz im Geiste der Zeit, darauf dem Bau einen offenen, antihierarchischen Charakter zu verleihen. Moderne und Abstraktion inside out. (jm, 5.9.19)

Ludwigshafen, Wilhelm-Hack-Museum (Bild: historische Postkarte)

Berlin: ICC jetzt unter Denkmalschutz!

Vor fünf Jahren war das Internationale Congress Centrum (ICC) Berlin – 1975 bis 1979 gestaltet von Ursulina Schüler-Witte und Ralf Schüler – geschlossen worden. Oder, wer es positiver mag: Vor 40 Jahren wurde der Bau eröffnet. Dieses Jubiläum hatte die Initiative Kerberos im April diesen Jahres zum Anlass genommen, sich mit einem Offenen Brief an den Berliner Kultursenator Dr. Klaus Lederer zu wenden. Die Forderung: Wie vor Kurzem der Flughafen Tegel solle auch das ICC unter Denkmalschutz gestellt werden.

Ähnlichlautende Forderungen der vergangenen Jahre waren vorausgegangen – z. B. vom Internationalen Denkmalrat ICOMOS, vom Denkmalrat Berlin, von der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VDL), DOCOMOMO und der Architektenkammer Berlin. Jetzt ist es soweit, wie die Stadt Berlin aktuell via Pressemeldung bekannt gibt: Das ICC Berlin steht nun offiziell aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen unter Denkmalschutz! Kultursenator Dr. Klaus Lederer begrüßt diesen Schritt: „Das ICC ist ein Wahrzeichen von Berlin, (…) einer der wichtigsten deutschen Bauten der Nachkriegszeit.“ Dazu Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut: „Mit der Unterschutzstellung schaffen wir für die kommenden Abstimmungsrunden für alle Beteiligten Rechts- und Planungssicherheit. Wir werden uns dafür einsetzen, dass das ICC als Gesamtkunstwerk erhalten bleibt.“ (db/kb, 3.9.19)

Berlin, ICC (Bild: Neuköllner, CC BY SA 4.0, 2017)