Forschung

Vero-Puppenhaus, 1968 (Bild: Christoph Liepach)

Moderne Größe

Dass wir bei moderneREGIONAL ein großes Herz für die kleinen Architekturen haben, ist bekannt. Daher haben wir uns voller Freude durch den neuen kleinen Online-Auftritt von Christoph Liepach geklickt, den er den Puppenhäusern des ostdeutschen Herstellers „Vero“ gewidmet hat. Vero bildet sich aus der Abkürzung für „VEB Vereinigte Erzgebirgische Spielwarenwerke Olbernhau“, die von 1966 bis 1972 zerlegbaren System-Puppenhäuser für den nationalen und internationalen Markt produzierten.

Die kleinen Konstruktionen spiegeln die Eleganz der Wohnbauten der 1960er und 1970er Jahre, gemischt mit einem Hauch kapitalistischer Bungalows von Neutra bis Wright. Der Spielwarenhersteller Vero – ebenso bekannt für seine Modellbahn-Häuschen – konzipierte Module, die in verschiedenen Puppenhaustypen eingesetzt wurden. Deren Aussehen wird geprägt von der Grundplatte mit Gehwegpflaster, vom Holzfurnier, von den roten und blauen Flachdächern. Die volle Schönheit der modernen Systembauten können Interessierte nun bei Christoph Liepach online bestauenen und bei Interesse auch gegen eine Gebühr analog entleihen. (kb, 14.1.19)

Vero-Puppenhaus, 1968 (Bild: Christoph Liepach)

Gesucht: Kunst am Bau

Bei den heutzutage geforderten Bau-Standards fällt ein lange selbstverständlicher Begriff leider mehr und mehr unter den Tisch: die Kunst am Bau. Egal ob Mosaike, Plastiken oder Wandbilder, vor allem das vergangene Jahrhundert hat eine einmalige Vielfalt an identitätsstiftenden Kunstwerken im öffentlichen Raum hervorgebracht. Deren Existenz ist nun durch rücksichtslose Sanierungsmaßnahmen, durch das schnöde Übersehen und Vergessen gefährdet. Gerade bei Gebäuden der 1950er bis 1970er Jahre, die noch nicht dem Denkmalschutz unterstehen, ist Gefahr im Verzug.

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) sucht daher für eine Publikation ausgewählte Beispiele, die glücklich bewahrt werden konnten. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem bürgerschaftlichen Engagement: Wie konnte das Kunstwerk gerettet werden? Wer waren die Akteure? Die Vorschläge (einleitende Objektbeschreibung, Hintergrundinformationen, gerne auch Bilder) können bis zum 21. Januar 2019 eingereicht werden bei: redaktion@bhu.de. Für Nachfragen steht zur Verfügung: Kristin Gehm, 0228 224091. Die dann Ausgewählten sollten Kurztexte oder auch längere Artikel (bis zu ca. 20.000 Zeichen) bis zum 11. Februar 2019 mit entsprechendem Bildmaterial/Bildrechten vorlegen. Nach Fertigstellung der Publikation erhalten alle Autoren – und ausgewählte Multiplikatoren – ein kostenfreies Belegexemplar. (jm, 9.1.19)

Thale, Wandbild (Bild: JurecGermany, gemeinfrei, 2011)

Neujahrsfest (Foto: Werner Krisch, 1959, Bundesarchiv, Bild 183-69804-0002, CC BY SA 3.0)

2019: Das knallt!

Wir können uns bei moderneREGIONAL über 2018 wirklich nicht beschweren: Die mR-Ausstellung „märklinMODERNE“ wurde in Frankfurt (Deutsches Architekturmuseum) und in Stuttgart (Architekturgalerie am Weißenhof) von rund 30.000 Menschen besucht. Aktuell ist die Schau in München zu sehen, Hamburg folgt im Frühjahr 2019. Da war im Herbst 2018 die Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz (Kategorie Internetpreis) in Straßburg. Und zu unserer eigenen Überraschung der neue kleine Online-Shop mit Modernisten-Must-haves wie dem Horten-Kachel-Pin (Idee: Peter Liptau, Module: Paul Hinkel).

Für 2019 sehen wir das ein oder andere auf uns und damit Sie zukommen. Die Themenhefte des Neuen Jahres drehen sich etwa um Tankstellen oder Architektur-Spitznamen. Und ja, auch das Bauhaus wird einer besonderen Form bei uns vorkommen. In der für uns neuen Funktion als Medienpartner dürfen wir für 2019 auch Aktionen in Berlin und im Rheinland begleiten. (db/kb, 20.12.18)

Wir gehen ab sofort in unsere traditionelle Weihnachtspause und sind hier ab dem 7. Januar 2019 wieder mit frischen Meldungen online.

Wir bedanken uns herzlich bei allen KollegInnen, UnterstützerInnen, FörderererInnen, SympathisantInnen und LeserInnen und wünschen Ihnen erholsame Feiertage mit einem guten Start in das Neue Jahr! Lasst es knallen!

Neujahrsfest (Foto: Werner Krisch, 1959, Bundesarchiv, Bild 183-69804-0002, CC BY SA 3.0)

München, Neue Pinakothek (Bild: High Contrast, CC BY SA 3.0, 2011)

Neue Pinakothek: Denkmal im Wartestand?

Eigentlich sind sich in München alle einig: Die Neue Pinakothek, das ist gute Architektur. Bernd Sibler, der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, lobte den 1981 eingeweihten Bau vor wenigen Tagen als „Kronjuwel des Freistaates Bayern“. 2017 bereits sprach Thomas Goppel, der Vorsitzende des Landesdenkmalrats, von einem der „gelungensten Museumsneubauten der Nachkriegsgeschichte“, so zitiert ihn das Denkmalnetz Bayern. Dem ist nichts hinzuzufügen, immerhin stammt der Entwurf von keinem Geringeren als dem bayerischen Altmeister Alexander Freiherr von Branca.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sprach der Hausherr Bernhard Maaz, Generaldirektor der Staatsgemäldesammlung, am 10. Dezember 2018 folgerichtig von einem „denkmalwürdigen“ Gebäude, in das man nicht „eingreifen“ wolle. Denn bis 2025 wird sein Museum geschlossen bleiben, um es zu sanieren, zu modernisieren und barrierefrei herzurichten. Der Umfang der Maßnahme lässt sich am Kostenrahmen erahnen: Die zunächst kursierende Summe von rund 80 Millionen Euro sei schon überholt (nach oben hin, wohlgemerkt). Sehenswerte Kunstwerke in einem nicht minder sehenswerten Museumsbau, das verdient selbstverständlich ausreichend Zeit und Finanzen.

Doch die amtliche Prüfung der seit 2015 immer wieder touchierten Frage, ob das heute allseits geschätzte Baukunstwerk den Denkmalstatus erhält, soll noch warten. Bis 2025, bis zum Ende der Sanierung. Zufälle gibt es … Das Denkmalnetz Bayern stellt in seiner Erklärung vom 17. Dezember 2018 die Frage in den Raum, ob hier „eine Sonderbehandlung für Gebäude in staatlichem Eigentum“ vorliegt. Man wolle das Staatsministerium bzw. den Landesdenkmalrat „ggf. um die Veranlassung einer kurzfristigen Prüfung der Denkmaleigenschaft der Neuen Pinakothek in München seitens des Landesamtes“ bitten. Wo sich doch schon alle so schön einig sind und sowieso nur im Sinne des bestehenden Bauwerks handeln wollen – warum noch warten? (20.12.18)

Daniel Bartetzko und Karin Berkemann

Titelmotiv: München, Neue Pinakothek (High Contrast, CC BY SA 3.0, 2011)

Handtasche "0931" nach dem Entwurf von Dieter Rams (Bild: tsatsas.com)

Dem Rams seine Frau ihre Handtasche

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Frau des Designers Dieter Rams heißt Ingeborg. Sie ist Fotografin, noch dazu eine gute. Doch hier geht es mehr um das, was Ingeborg Kracht-Rams an der Hand hängt, um eine von ihrem Mann vor 55 Jahren entworfene Tasche. Auch hier folgte er seiner Maxime: So wenig Design wie möglich. In diesem puristischen Stil prägte er ganze Produkt-Generationen von Braun bis Vitsoe.

Im vergangenen Jahr hatte das Design-Duo Tsatsas, bestehend aus dem Ehepaar Esther Schulze-Tsatsas und Dimitrios Tsatsas, bereits einen Taschenentwurf des Architekten Ferdinand Kramer wiederaufleben lassen. Jetzt hat die kleine Frankfurter Taschenmanufaktur mit der Rams-Tasche „0931“ einen weiteren Design-Klassiker in ihr erlesenes Programm aufgenommen. Der Preis liegt hier noch gerade im dreistelligen Bereich, schließlich wird in der traditionsreichen Lederstadt Offenbach mit europäischen Materialien gearbeitet. Und eine solche Tasche ist auch eine Investition, immerhin trägt Ingeborg Kracht-Rams die ihre seit über einem halben Jahrhundert. (kb, 19.12.18)

Handtasche „0931“ nach dem Entwurf von Dieter Rams (Bild: tsatsas.com)

Livorno, Synagoge (Bild: Luca Aless, CC BY SA 3.0, 2014)

Wenn die Italiener mit den Briten …

In Zeiten, in denen die Europäer mit- und gegeneinander über dem Brexis brüten, lohnt ein Blick auf das Verbindende – auf die kulturellen Stränge, die England nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Kontinent verbunden haben. So hat es sich die internationale Konferenz „Italy and the UK: postwar architecture“ vorgenommen, die vom 27. bis 28. November 2019 in Rom/Florenz stattfinden soll: Im Mittelpunkt steht der intellektuelle und kulturelle Austausch zwischen britischen und italienische Architekten, Städteplanern und Architekturhistorikern in der Nachkriegszeit.

Zwischen 1945 und 1975 erfuhren beide Länder einen radikalen Wandel ihrer Städte. Italien baute sich von Faschismus und Monarchie hin einer Republik. Und in England leitete die Zeit der Rekonstruktion über zum Wohlfahrtsstaat. In anderen europäischen Ländern wie Deutschland hatte man den Kampf für modernes Bauen bereits im frühen 20. Jahrhundert geführt. Nun traten jungen britische und italienische Architekten in einer Wachstumsperiode mit einem eigenständigen, durchaus kritischen Ansatz in den Blickpunkt einer internationalen Öffentlichkeit. Für die Tagung werden noch Themenvorschläge zu diesem besonderen italienisch-britischen Wechselspiel gesucht. Vorschläge – 1 Titel, 1 Abstract (300 Worte), 5 Schlagworte, 1 kurzer Lebenslauf (100 Worte) in einem Dokument – sind willkommen bis zum 15. Februar 2019 unter: lorenzo.ciccarelli@unifi.it. (kb, 16.12.18)

Livorno, Synagoge (Angelo di Castro, 1962) (Bild: Luca Aless, CC BY SA 3.0, 2014)

Hamburg, Großmarkt (Bild: LoboStudio Hamburg, CC0 1.0, PD, 2016)

Stipendium für Moderne-Promotion ausgelobt

Gute Nachrichten für alle Hamburger Modernisten: Das Kunstgeschichtliche Seminar der Uni Hamburg schreibt gemeinsam mit der Sutor-Stiftung zum 1. März 2019 ein Promotionsstipendium im Bereich Architekturgeschichte und -theorie der Moderne aus: 1.365 Euro monatlich (zzgl. max. 103 Euro monatliche Sach- und Reisekosten) für zwei Jahre, die nach Evaluation um ein weiteres Jahr verlängert werden können. Auch Projekte mit einer geringeren Arbeitsdauer können berücksichtigt werden. Der/die Geförderte, der/die seine Promotion an der Uni Hamburg durchführen soll, kann auf Antrag in die Graduiertenschule des Fachbereichs Geisteswissenschaften an der Uni Hamburg aufgenommen werden.

Die Organisatoren wünschen sich ein Thema im Bereich Architekturgeschichte und -theorie der Moderne, wenn möglich mit Hamburg-Bezug – ggf. unter Nutzung einschlägiger Archive wie dem Hamburgischen Architekturarchiv oder dem Hamburger Staatsarchiv. Voraussetzungen sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Magister/Master/Dipl.-Ing.) der Kunstgeschichte oder eines verwandten Fachs. Zudem müssen die Zulassungsvoraussetzungen zur Promotion laut Promotionsordnung der Fakultät für Geisteswissenschaften der Uni Hamburg erfüllt sein. Bewerbungen mit einem Exposé des Promotionsvorhabens (max. 6 Seiten), Lebenslauf, Kopien der Abschlusszeugnisse, Angabe der Kontaktdaten zweier Referenzpersonen sowie Leseproben (max. 10 Seiten) sind elektronisch in einer einzigen PDF-Datei bis zum 30. Januar 2019 zu richten an Dr. Frank Schmitz: frank.schmitz@uni-hamburg.de. (kb, 5.12.18)

Hamburg, Großmarkt (Bild: LoboStudio Hamburg, CC0 1.0, PD, 2016)

Anzeiger-Hochhaus, Hannover (Bild: ChristianSchd, CC by SA 3.0)

Hannover im Film

Sie sind immer noch auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsgeschenk für die anspruchsvollen Modernisten in ihrem Freundeskreis? Dann könnten wir etwas für Sie haben! Das Filminstitut Hannover überträgt sukzessive die historischen Filmansichten der Niedersachsen-Metropole auf DVD. Jüngst erschien die 20. Ausgabe der Reihe, zu sehen ist unter anderem den Bau des Anzeiger-Hochhauses. Der markante Backsteinbau von Fritz Höger aus den Jahren 1926/27 war das erste Hochhaus der Stadt und eines der ersten im Deutschen Reich.

Die DVD-Edition geht auf das 2004 begonnene Projekt „Sicherung, Nutzbarmachung und Präsentation der Hannover Filme“ der Gesellschaft für Filmstudien zurück. Ziel war es, die 16 mm-Kopie, die in zahlreichen Archiven der Stadt lagerten und dem Verfall entgegendämmerten, zu erfassen, zu restaurieren und schließlich in das digitale Zeitalter zu überführen. Bisher sind unter anderem die Filme „Ein Sommertag im Zoo“ (1971), „Alle machen mit. Der Wiederaufbau von Hannover“ (1960) und „Sinnvolle Freizeit“ (1962) erschienen. (jr, 4.12.18)

Anzeiger-Hochhaus, Hannover (Bild: ChristianSchd, CC BY SA 3.0)

Werne, St. Christophorus, Sakristei (Bild: Uli Borgert, 2018)

Werne: Böhm-Sakristei noch zu jung für Schutz?

Noch hat die Denkmalpflege damit zu kämpfen, für junge Baudenkmale aus den 1970er oder gar 1980er Jahren zu werben. Leider lassen die immer schnelleren Zyklen von Neubau und Abriss immer seltener die Zeit, um sich ein distanzierteres Urteil zu bilden. Doch in Werne geht es aktuell um einen Bau, der gerade mal die Volljährigkeit hinter sich hat: 1999 wurde der Sakristeianbau für die gotische Hallenkirche St. Christophorus eingeweiht. Kein Geringerer als der Architekt Stephan Böhm (Sohn von Gottfried, Enkel von Dominikus Böhm) lieferte die Pläne.

Programmatisch setzt sich die Sakristei-Konstruktion vom Kirchenbau ab: V-förmig zusammenlaufende Doppelstützen formen ein Gebilde, das mit metallischem Hammerschlag-Lack an eine Mondlandefähre erinnert. Der Bau birgt auf mehreren Ebenen die Ankleidezonen und Paramentenschränke – über einen gläsernen Gang verbunden mit der Kirche, die ebenfalls Ende der 1990er Jahre prägende Ausstattungsstücke erhielt. Nach außen zeigt das Böhm’sche Baukunstwerk schon starke Patina – und in der Gemeinde mehren sich die Stimmen, den „Altbau“ lieber zu ersetzen. Ein Antrag auf Unterschutzstellung wurde von der Denkmalfachbehörde mit der Begründung abgewiesen, dass man aktuell nur Objekte bis zum Baujahr 1990 bewerten könne. (kb, 3.12.18)

Titelbild: Werne, St. Christophorus, Sakristei (Bild: Uli Borgert, 2018)

Tomás Maldonado beim unfertigen HfG-Bau in Ulm (Foto: Sigrid von Schweinitz, 1954-56, HfG-Archiv Schw 003.055, Detail, © Museum Ulm, HfG-Archiv Ulm)

Der Gestalter Tomás Maldonado ist tot

Kaum ein anderer prägte die renommierte Hochschule für Gestaltung (HfG) Ulm so wie er: Der Gestalter Tomás Maldonado, geboren 1922, verstarb gestern im Alter von 96 Jahren in Mailand. Das meldet das Museum Ulm. Mit seiner bewussten Abkehr vom Vorbild „Bauhaus“ trug Maldonado für die HfG entscheidend zur Entwicklung des modernen, wissenschaftlich fundierten Berufsbilds für Industriegestalter bei. Ein Konzept, das als „ulmer modell“ bis heute an Hochschulen weltweit angewendet wird.

In seiner Frühzeit war Maldonado eng verbunden mit avantgardistischen Gruppierungen und zählte zu den Gründern von „Arte Concreto-Invención“. Nach Europa kam er, um ein Buch über Max Bill zu schreiben. In der Folge wurde er bereits 1954 provisorisch an der HfG Ulm angestellt, die er 1964 bis 1966 leitete, an der er bis 1967 tätig war, und für deren Zeitschrift „ulm“ er schrieb. Von hier ging er nach Mailand, wo er zu einem der führenden Designtheoretiker weltweit avancierte. Er besetzte Lehrstühle u. a. in Bologna und Princeton. In seinen letzten Lebensjahren wandte sich Maldonado wieder der konkreten Malerei zu. So war er auch 2016/17 in der großen Münchener Ausstellung „Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965“ vertreten. (pl, 27.11.18)

Tomás Maldonado beim unfertigen HfG-Bau in Ulm (Foto: Sigrid von Schweinitz, 1954-56, HfG-Archiv Schw 003.055, Detail, © Museum Ulm, HfG-Archiv Ulm)

Adventskalender 2018

Noch 24 Stationen bis Weihnachten, das passt gut: Denn 22 Berliner U-Bahnhöfe der Nachkriegsmoderne stehen seit Kurzem auf der Denkmalliste. Und vor lauter Freude darüber präsentieren wir gemeinsam mit der Initiative Kerberos diesen unterirdischen Adventskalender. Er soll die Wartezeit verkürzen – bis Heiligabend und bis zur Tagung samt Ausstellung zum Thema, die Kerberos im Frühjar 2019 mit dem Landesdenkmalamt Berlin, ICOMOS und der Berlinischen Galerie ausrichten wird. Viel Spaß mit unserem U-Bahn-Kalender, frohe Festtage und bis bald in Berlin!

 

Autoren der Tagesbeiträge: Atreju Allahverdy, Gundula Lang, Ralf Liptau, Kolja MissalOliver Sukrow, Verena Pfeiffer-Kloss und Frank Schmitz; Titelmotiv: Berlin, U-Bahnhof „Nauener Platz“ (Bild: Gunnar Klack, CC BY SA 2.0, via flickr, 2018).

Die Berliner U-Bahn-Tagung und -Ausstellung werden von moderneREGIONAL als Medienpartner begleitet.

Ohrhänger "Horten-Kachel" (Bild: privat)

Architektur für die Ohren

Da studiert und promoviert man/frau, und am Ende sitzt man/frau dann doch wieder mit Zange und Superkleber am Küchentisch und montiert Ohrringe. Aber die Idee, mit der Peter Liptau an uns herantrat, war einfach zu schön: 1961 entwarf der Architekt Helmut Rhode für die Kaufhauskette Horten einen Türgriff – mit einem stilisierten „H“. Daraus wurde ein legendäres Fassadenelement entwickelt, das in Keramik oder Aluminium bis in die 1970er Jahre die Kaufhausfassaden der Republik schmückte.

Vor Ort werden immer mehr dieser Fassaden demontiert. Doch bei mR gibt es die ikonische Wabe jetzt als zeitloses Accessoire: als Ohrhänger und Pin für die Modernistin/für den Modernisten von Welt. Die Module kommen von Paul Hinkel – und zusammengebaut haben es die mR-Herausgeber höchstselbst. Nach einem kleinen limitierten Spaß auf der Denkmal Messe in Leipzig wurden wir immer wieder gefragt: Wo gibt’s das zu kaufen? Jetzt haben wir die Antwort: Ab sofort bei uns, im kleinen mR-Onlineshop. Mit ein/zwei anderen netten Kleinigkeiten – und das Beste daran: Damit unterstützen Sie auch noch unsere ehrenamtliche Arbeit. (db/kb, 23.11.18)

Titelmotiv: Ohrhänger „Horten-Kachel“ (Bild: privat)