Geschmackssperre

Bei ästhetischen Schluckbeschwerden hilft meist, den betreffenden Objekten aktiv entgegenzutreten – so fuhren wir an vielen verhangenen Sonntagnachmittagen mit dem Auto zu ersten 1990er-Jahre-Bauten. In der Erwartung, irgendwo zwischen „geht gar nicht“ und „hat doch was“ den Blick freizuräumen für die gestalterischen Qualitäten jener Ära. Es wird Zeit, denn im Sommer 2021 wird es online losgehen mit dem moderneREGIONAL-Projekt „Best of 90s“. Mit dieser virtuellen Vorstellung der spätesten Moderne soll eine neue Perspektive auf solche Bauten im Zwischenraum möglich werden. Noch wird die Architektur der 1990er Jahre nicht als historisch wahrgenommen, aber zeitgenössisch ist sie auch nicht mehr.

links: Hochheim, Trauerhalle, Schlamp + Schmelz, 1997; rechts: Barth, Hotel Speicher, Umbau um 1998, Volker Giencke (Bilder: K. Berkemann, 2021)

links: Hochheim, Trauerhalle, Schlamp + Schmelz, 1997; rechts: Barth, Hotel Speicher, Umbau um 1998, Volker Giencke (Bilder: K. Berkemann, 2021)

Daher ist gerade jetzt der ideale Zeitpunkt für eine erste Bestandsaufnahme, bevor Dämmplatten und Immobilienprojekte weiter Fakten schaffen. Zunächst hangelten wir uns bei unseren Erkundungstouren entlang der BDA-Landespreise der 1990er Jahre, um ein Gespür für die damaligen Vorlieben der Jurys zu bekommen. Obwohl der Zeitraum – von der deutschen Einheit bis zum Millennium – historisch scharf umrissen ist, verläuft die stilistische Grenzlinie diffus: Wo in den frühen 1990ern noch die Postmoderne verspielte Formen übereinanderstapelt, bleiben die letzten Jahre dieser Dekade eher verhalten. Die Farben gehen langsam über ins Schwarz-Graue, die Oberflächen zeigen mehr Stahl und Glas, die Konturen lösen sich auf in Verstrebungen, Geländer und Durchgänge. Aus dem postmodernen Wohntempel wird das modernistische Schiffsgebäude. Nicht zuletzt bewegen sich die Experimente der ökologischen Architektur und viele Designdetails lustvoll zwischen diesen akademischen Polen.

links: Kassel, In den Riedwiesen, Baumhaus/Architekturwerkstatt Issmer-Pfromm und Kraus, um 1993; rechts: Hockenheim, Straßenlaterne an der Stadthalle, um 1991 (Bilder: K. Berkemann, 2020/21)

links: Kassel, In den Riedwiesen, Baumhaus/Architekturwerkstatt Issmer-Pfromm und Kraus, um 1993; rechts: Hockenheim, Straßenlaterne an der Stadthalle, um 1991 (Bilder: K. Berkemann, 2020/21)

Nicht immer kam unser Besuch rechtzeitig, denn erste 1990er-Jahre-Bauten wurden inzwischen niedergelegt und durch neue Projekte ersetzt. Auch ist mancherorts überraschend, wie stark die verwendeten Materialien bereits gealtert sind. Doch in vielen Fällen haben sich die besuchten Architekturen hervorragend gehalten. Nicht immer wird das heutige Urteil den damaligen Preisjurys folgen, aber zahlreiche dieser Bauten lohnen einen Besuch. Bei uns löste sich mit jeder Tour die erworbene Geschmackssperre vor verblassenden Türkis- und Violetttönen … Schon jetzt treffen sich Interessierte in der gleichnamigen Facebookgruppe über diese Architekturphase. Mit dem untenstehenden Onlineformular können Vorschläge für das Format direkt zu uns durchgereicht werden. (kb, 26.2.21)

Ihr Vorschlag für „Best of 90s“



links: Kassel, Stadtvilla Sternstraße; rechts: Wiesbaden, Abrissgelände der Filiale der Landeszentralbank in der Mainzer Straße (Bilder: K. Berkmeann, 2020)

links: Kassel-Unterneustadt, Stadtvilla, Sternstraße, Alexander Reichel, 1999; rechts: Wiesbaden, Abrissgelände der Landeszentralbank in der Mainzer Straße, Detlef Wilken und Heribert Wiesemann, 1993 (Bilder: K. Berkemann, 2020)

Kooperationen

Das moderneREGIONAL-Projekt „Best of 90s“ kooperiert mit Baukultur NRW, dem BDA Hessen und dem baden-württembergischen Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. Als Fachpat:innen begleiten das Projekt: Dr. Kirsten Angermann, Dr. Andreas Butter, Dr. Martin Bredenbeck, Olaf Mahlstedt. Projektleitung: Karin Berkemann/moderneREGIONAL.

Das moderneREGIONAL-Projekt "Best of 90s" kooperiert BauKulturNRW, dem BDA Hessen und dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart.

Titelmotiv: Karlsruhe, L-Bank, Rechenzentrum, Heinz Mohl, 1992 (Bild: K. Berkemann, 2021)

„Bricolage statt Perfektion“

Der Mannheimer Architekt Helmut Striffler sprach gerne vom „geflickten Kittel“ – für ihn war eine sichtbare Betonsanierung ehrlicher und damit auch schöner als eine übertünchte Fassade. Tobias Flessenkemper (Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz/RVDL) nannte es in seiner Begrüßung zum heutigen zweiten „Forum Nachkriegsarchitektur“ des RVDL (AG Nachkriegsarchitektur im Rheinland) „Bricolage statt Perfektion“. Gemeint ist der denkmalgerechte Umgang mit den Fassaden, speziell mit der äußeren Haut des Mainzer Rathauses. Das von Arne Jacobsen mit Otto Weitling 1973 gestaltete Gesamtkunstwerk sollte für das neue Selbstbewusstsein des wiederaufgebauten Mainz stehen. Heute präsentiert es sich als dringend sanierungsbedürftig – vor allem die Fassadenplatten bereiten den Experten Sorgen. 2018 entschied sich der Stadtrat – nach einer langen und kontroversen öffentlichen Debatte – für die Sanierung. Doch um das „wie“ wird immer noch gerungen – so auch heute virtuell mit zwei Vorträgen und einer Diskussion, moderiert von Alexander Kleinschrodt und Maximilian Kürten.

Mainz, Rathaus (Bild: Kandschwar, CC BY SA 3.0)

Mainz, Rathaus, Ratssaal (Bild: Kandschwar, CC BY SA 3.0)

„Der Rede wert“

Wieviel ist den Mainzer:innen ihr Rathaus wert? In seinem Grußwort lobte Michael Ebling, Oberbürgermeister der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, das „Gesamtkunstwerk“ Rathaus als „sichtbares Bürgermanifest“, an dem sich die Geister scheiden und scheiden dürfen. Denn, so Ebling, schon zur Eröffnung bemerkte Weitling: „Ein Haus, über das man nicht redet, ist meist nicht der Rede wert“. Der heutige Sanierungsbedarf sei nicht auf Baumängel, sondern auf mangelnde Sorgfalt in Unterhalt und Pflege zurückzuführen. Aktuell stehe die Stadt im Bauantrag und warte auf den Entscheid.

In ihrem folgenden Referat betonte auch Landeskonservatorin Dr. Roswitha Kaiser (Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz) den (Denkmal-)Wert des Rathauses, blickte aber durchaus kritisch auf den aktuellen Umgang damit. Im Laufe ihrer Dienstzeit sei ihr immer bewusster geworden, wie wichtig das Element Prozessteuerung für eine gelingende Denkmalpflege sei. Doch eben dieses regelmäßige Zusammentreffen der am Bau Beteiligten, der wiederkehrende Austausch, sei in Mainz eher „eindimensional“ ausgefallen. Die bereits erfolgte Demontage der so prägenden Sonnenschutzgitter sei noch reversibel, da diese inventarisiert und eingelagert wurden. Auch bilde die Nutzungskontinuität ein großes Geschenk, das man nicht durch den nachträglichen Einbau eines „Bürgerforums“ vorschnell verspielen solle.

Mainz, Rathaus (Bild: Symposiarc, GFDL oder CC BY-SA 3.0-2.5-2.0-1.0)

Mainz, Rathaus, Ratsweinkeller (Bild: Symposiarc, GFDL oder CC BY-SA 3.0-2.5-2.0-1.0)

Gemeinschaftsgefühle

Darauf antworte die Architektin Dr.-Ing. Elke Nagel (Strebewerk-Architekten), die sich in einem bauhistorischen Gutachten mit dem Mainzer Rathaus beschäftigt hatte: Der Bau umfasse viel Symbolisches und Symbolhaftes. Hier wird etwa im kreisrunden Teppichmotiv die Bürgergemeinschaft versinnbildlicht, das zentrale Licht rückt die Einheit in den Mittelpunkt. So liegt in jedem Detail ein besonderer Wert. Alles sei, so Nagel, durchgeplant „wie ein Designerkleid“. Zugleich erwies sich das Architektenduo als Meister der Schwellenbildung – nichts ist selbstverständlich. Und dieses Rundumkonzept sei zwar nicht mehr vollständig, aber – teils eher durch Zufall als durch Absicht – noch gut erhalten und nachvollziehbar. Man könne dem Bauwerk mit Liebe zum Detail seine Identität zurückgeben.

Die mit-veranstaltenden „Betonisten“ – vertreten durch Maximilian Kürten – machen sich in Mainz dauerhaft stark für den Erhalt der städtischen Nachkriegsmoderne, darunter prominent das Rathaus. Zeitnah will die Initiative den Bauzaun mit Fotografien und Texten bespielen, um weiterhin auf den Wert dieses besonderen Gesamtkunstwerks hinzuweisen. Entsprechend äußerten sich die beiden Referentinnen in der Diskussion: Dokumentiert sei der Wert des Rathauses inzwischen bestens, eine Universallösung gebe es bei einem solchen Unikat nicht. Jetzt müsse transparent informiert und behutsam restauriert werden. Selbst die umstrittenen Sonnenschutzgitter würden fehlen, ließe man sie dauerhaft und vollflächig weg. Oder, um es mit Frau Kaiser zu sagen, das Rathaus wäre dann „nackig“. (kb, 22.2.21)

Titelmotiv: Mainz, Rathaus, Mitte der 1970er Jahre (Bild: Gerd Eichmann, CC BY SA 4.0)

Horror Vacui – von der Tragkraft moderner Kirchen

Vorbei die Zeiten, als man sich in den Tagungspausen an einfallslos hussierten Stehtischen bei den Resten einer Aldi-Keksmischung analog über die Frisur der Vortragenden und die technischen Patzer des Orgateams austauschen konnte. Das dreitätige Herrenhäuser Symposium „Kirchenumnutzung“ kommt makellos virtuell daher. Hier hat man seit gestern (15. Februar 2021) das Schicksal – auch moderner – liturgischer Räume fest im Blick. Vorgestellt wurden bereits europaweite Vergleichsbeispiele (vorwiegend aus den Niederlanden, aus Belgien, Großbritannien und der Schweiz). Die von der Volkswagen-Stiftung geförderte Veranstaltung wird organisiert von Kerstin Gothe (KIT/Karlsruher Institut für Technologie), Paul Post (Tilburg University) und Johannes Stückelberger (Universität Bern).

Ladenburg, St. Johannes während des Abrisses (Bild: K. Berkemann, Februar 2021)

Ladenburg: Der 1958 eingeweihte Kirchsaal St. Johannes wurde 2020 abgerissen – nun soll an der Leerstelle der Kindergarten erweitert werden (Bild: K. Berkemann, Februar 2021)

Das Problem

Zum Auftakt fasste Kerstin Gothe den gemeinsamen Ausgangspunkt der Tagung zusammen: Es gibt mehr ungenutzte Kirchen als bekannt. Wie kann dafür die traditionelle Gemeinschaftsorientierung dieser Räume in eine neue, ebenfalls öffentlich ausgerichtete Nutzung übertragen werden? Vor diesem Hintergrund präsentierte Paul Post (Universität Tilburg) in der ersten, theologisch ausgerichteten Sektion einige Beispiele aus den Niederlanden – vom Supermarkt bis zum Kunstexperiment. Dennoch, so der Referent, sei die Zahl der liturgisch genutzten Kirchen insgesamt eher stabil. Denn vor allem in den Städten kämen durch Migrant:innen immer wieder Räume z. B. in den Gewerbegebieten dazu. Um die Umwandlung von Kirchen nicht durch den Begriff „Umnutzung“ von vorneherein abzuwerten, schlägt er als Alternative „Recasting“ vor.

In der Folge ergänzten sich die Theolog:innen Sabrina Müller (Universität Zürich) und Albert Gerhards (Universität Bonn) mit ihrer Vorstellung englischer, schweizerischer und deutscher Beispiele. In der Diskussion schälte sich zwischen Referent:innen und Teilnehmer:innen langsam die Erkenntnis heraus, dass die Kategorien sakral und profan vor Ort jeweils neu ausgehandelt werden (müssen). Kirchenräume definierten und formten sich in Bewegung – entsprechend müssten auch Nutzungsänderungen dort fächerübergreifend, offen und flexibel angegangen werden. Gerade die vermeintlich kleinen unspektakulären Beispiele böten aktuell die größte Hoffnung auf neue Erkenntnisse.

Castrop-Rauxel-Habigshorst, Neuapostol. Kirche (Bild. via mapio.net)

Castrop-Rauxel-Habigshorst: Die Neuapostolische Kirche von 1977 sollte 2020 schon zum zweiten Mal veräußert werden – hier auf den Verkaufsfotos inszeniert als hipper Wohnraum (Bild. via mapio.net)

Die Bauten

Den architektonisch-denkmalpflegerisch orientierten Nachmittag eröffnete der Sektionsleiter, Architekt Sen Sterken (KU Leuven), mit der Beobachtung: Bei all den Diskussionen um die inneren Werte der Kirchen werde oft vergessen, dass es sich dabei um ganz konkrete Gebäude handelt. Die beiden niederländischen Refrent:innen Charlotte Ardui (KU Leuven) und Albert Reinstra (The Cultural Heritage Agency of the Netherlands) präsentierten Strategien im Umgang mit – auch – modernen Kirchen. Gerade Räume der Nachkriegszeit, so Ardui, könnten dabei zum Ausgangspunkt einer bedarfsgerechten Neudefinition eines ganzen Viertels werden. Diesen Punkt bekräftigte Reiner Nagel (Bundesstiftung Baukultur) – vielerorts sei die Kirche der qualitätvollste Bau einer Siedlung. Daher müsse die Diskussion, so Josef Elders aus der britischen Perspektive, öffentlich geführt werden. Am Ende brachte es Sterken auf den Punkt: Je jünger eine Kirche, desto gefährdeter.

In einer zweiten Sektion des Nachmittags sprachen Jan Jaspers für die belgische, Marieke Kuipers für die niederländische und Nott Caviezel für die österreichische Denkmalpflege. Kuipers beeindruckte die Teilnehmer:innen durch ihr Votum, Kirchenbauten hätten Trag- und Spannkraft – sie könnten und müssten beweglich auf Veränderungen reagieren. Caviezel betonte: Wenn auch der geistliche Gehalt einer Kirche (samt seiner Ausstattung) verloren gehen könne, bliebe doch der geistige Wert bei einem denkmalfachlich behutsamen Umgang erhalten. Begegne man einem solchen Bau mit „Pietät“, besser „Respekt“, könne man gerade von einem Kirchenraum sehr viel auch für die weltliche Denkmalpraxis lernen.

Antenne (Bild: PD, via pixabay.com)

Das Abschlussplenum des zweiten Konferenztages wird heute im NDR übertragen (Bild: PD, via pixabay.com)

Das Radio

Noch stehen anderthalb digitale Konferenztage an, darin enthalten virtuelle Austellungen und ebensolche Exkursionen. Doch bereits jetzt ist absehbar, dass der große Ertrag des Symposions in seinem Teilnehmer:innenkreis liegt: Gut 400 Menschen aus Forschung, Kirche, Denkmalpflege und Praxis haben eine Schnittmenge gesucht und in den Kirchenräumen gefunden – hier funktioniert diese Baugattung noch in ihrem ursprünglichen gemeinschaftsstiftenden Sinne. Und für alle darüber hinaus Interessierten ist das Abschlussplenum des zweiten Veranstaltungstags sogar über das Radio zugänglich. Der NDR überträgt das „Herrenhäuser Gespräch“ heute (am 16. Februar 2021) ab 19 Uhr unter dem Titel „Vom Gotteshaus zur Sparkasse“. Es sprechen die Theologin Petra Bahr (Hannoversche Landeskirche), Stefan Krämer (Wüstenrot Stiftung) und der Architekt Tim Rieniets (Leibniz-Universität Hannover). Moderiert wird die Runde von Ulrich Kühl von NDR Kultur. Die Diskussion sucht sich also auch in dieser Form zunehmend den öffentlichen Raum. (16.2.21)

Die Nachlese

Das öffentliche Schlusspodium des zweiten Konferenztags hinterließ bei vielen Zuhörer:innen einen bleibenden Eindruck: Da warben zwei Vertreter dessen, was man die Zivilgesellschaft nennt, leidenschaftlich für den Erhalt von Kirchen als öffentliche Räume. Sowohl Stefan Krämer von der Wüstenrot Stiftung als auch der Architekt Tim Rieniets von der Leibniz-Universität Hannover (zuvor (Stadt)BauKultur NRW) hatten sich bereits mit erfolgreichen Initiativen für eine lebendige neue Nutzung auch moderner Kirchenräume stark gemacht. Während die römisch-katholischen Kirchenleitungen beim Podiumsgespräch nicht vertreten waren, stand Petra Bahr – promovierte Theologin, ehemalige EKD-Kulturbeauftragte und heute Hannoversche Regionalbischöfin – Rede und Antwort. Entsprechend rückte sie die institutionell-gemeindliche Perspektive in den Vordergrund: Kirchen seien keine Museen, auch keine Kulturdenkmale.

Für Petra Bahr könnte etwa eine Umgestaltung zum Kindergarten, eine Umbauung mit altersgerechtem Wohnen dem Ursprungssinn dieser Räume näherkommen als z. B. eine außerkirchliche Nutzung. Und gerade nach dem Zweiten Weltkrieg sei auch viel nicht besonders Wertvolles erbaut worden. An dieser Stelle schieden sich die Gesprächspartner:innen – ein Zwiespalt, der auch am Ende der gesamten Tagung zu spüren blieb. Da waren auf der einen Seite viele hilfesuchende Gemeinden und Bauverantwortliche, auf der andere Seite viele gutmeinende Forscher:innen und ganz weltliche Vertreter:innen. Doch der Faktor Kirchenleitung, die Entscheider:innen auf mittlerer und darüberliegender Ebene, fehlten in der virtuellen Konferenz fast völlig. Ein Problem, das sich hoffentlich in späteren Veranstaltungs- und Gesprächsformen wird lösen lassen. (kb, 20.2.21)

Titelmotiv: Andernach: Die Kirche St. Raphael, deren gotischer Teil 1977 vom Architekten Heinrich Otto Vogel um einen modernen Gottesdienstraum ergänzt wurde, soll wieder auf seinen historischen Rumpf „rückgebaut“ werden (Bild: Ralf Krob, 2020)