Ausstellungen

Köln, Franziskanerkirche St. Marien (Bild: Elke Wetzig, GFDL oder CC BY SA 3.0, 2009)

Vor 50 Jahren starb Emil Steffann

Vor 50 Jahren, im Juli 1968, stab der Architekt Emil Steffann. Nach dem Krieg hatte er mit seinen Mitarbeitern in nur 18 Jahren rund 40 Kirchen und Klöster errichtet. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag in Nordrhein-Westfalen, wo er in Mehlem bei Bonn auch sein Atelier unterhielt. Zum 50. Jubiläum seines Todestags lädt der Lehrstuhl für Architekturgeschichte der RWTH Aachen mit dem Verein „Dialograum Kreuzung an St. Helena“ am 20. Juli um 19 Uhr zu einem Vortragsabend in die Bonner Kirche St. Helena (Bornheimer Straße 130, Bonn) ein – und damit in einen Kirchenbau, der um 1960 von Emil Steffann und Nikolaus Rosiny gestaltet wurde.

Vier Kurzvorträge erinnern an Leben, Werk, Fortwirken und das heutige Schicksal der Kirchen des stillen, zurückhaltenden Architekten. Ergänzend zeigt eine kleine Ausstellung von Studierenden der RWTH Aachen gefertigte Architekturmodelle, die zentrale Grundgedanken der Architektur Steffanns verbildlichen. Es sprechen Georges Paul, Dr. Caroline Helmenstein, Dr. Tino Grisi und Dr. Martin Bredenbeck. Es schließen sich an ein Plenum mit Diskussion und Fazit aus den Vortrags-Themen und ein Ausklang mit kleinem Umtrunk. (kb, 12.7.18)

Köln, Franziskanerkirche St. Marien (Bild: Elke Wetzig, GFDL oder CC BY SA 3.0, 2009)

 

Ulm, Stadthaus (Bild: Martin Rivoir, 1992)

Postmoderne vs. Gotik

1988 war es, da stritt man in Ulm noch darum, ob man nun den Richard Meier nun haben wolle oder nicht. Martin Rivoir, damals 28, bezog gleichzeitig seine Wohnung am Münsterplatz, auf dessen weitläufige Brache er damals noch blicken konnte. Erst 1991 wurde der Bau der „begehbaren Skulptur“ nach zahlreichen Querelen und einem Bürgerentscheid begonnen. Da beschloss Rivoir, jeden Sonntag mindestens ein Bild der Baustelle zu machen. Im Anschluss wurden die über 600 Dias sorgfältigst nummeriert und sortiert. Es entstand eine einzigartige, akribische Baudokumentation, die nun vom 18. Juli bis 16. September 2018 im – inzwischen zu einer Ikone der Postmoderne avancierten – Stadthaus zu sehen sein wird.

Die Vorgeschichte: An der Stelle des heutigen Stadthauses befand sich ursprünglich das Barfüßer-Kloster, das bis in das Jahr 1250 zurückging. 1878, kurz vor Fertigstellung des Münsterturms, wurde das Kloster abgetragen, um einen offenen Blick auf den neuen Turm zu erhalten. Schnell stellte man fest, dass der Münsterplatz dennoch zu groß erschien, und so wurde 1924 ein Wettbewerb für dessen Bebauung ausgeschrieben, bei dem über 450 Entwürfe eingingen. Jedoch kam es zu keiner weiteren Planung. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg befand sich an der Stelle ein Touristik-Pavillon, und erst Mitte der 1980er-Jahre wurde mit der Planung des Stadthauses begonnen. Am Wettbewerb im Jahre 1986 nahmen unter anderen auch Gottfried Böhm, Heinz Mohl sowie Hans Hollein teil. (pl, 11.7.18)

Ulm, Stadthaus (Foto: Martin Rivoir)

Hagen von Ortloff (Bild: Liesel, CC BY SA 4.0, 2010)

Hagen von Ortloff kommt nach Stuttgart

Ja, die märklinMODERNE-Vernissage in Stuttgart am 11. Juli liegt kurz vor einem WM-Halbfinalspiel. Aber, Sie können beides haben: Um 19 Uhr geht es los mit der Ausstellungseröffnung in der architekturgalerie am weißenhof (der Auftakt findet statt in der Alten Aula im Altbau der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Am Weißenhof 1, Stuttgart). Es spricht Hagen von Ortloff, lange Jahre Moderator der SWR-Kultsendung „Eisenbahn-Romantik“. Zudem arbeitete er als Sportjournalist. Für alle Fans des „rollenden Materials“ bieten wir ab 20 Uhr im Hinterzimmer einen kleinen Fußball-Bildschirm. In den Vorderzimmern können Sie ungestört durch die Ausstellung stöbern. (db/kb, 9.7.18)

 

Begleitprogramm

11. Juli 2018, ab 19 Uhr: Vernissage, Auftakt in der Alten Aula im Altbau der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (Am Weißenhof 1, Stuttgart).

22. Juli 2018, 14.30 bis 17.30 Uhr: „Basteln mit Bartetzko“ in der architekturgalerie am weißenhof in Stuttgart zum Sommerfest am Killesberg.

11. August 2018, 16 bis 17 Uhr: Filmpremiere von „märklinMODERNE“, von Otto Schweitzer und C. Julius Reinsberg im Deutschen Filmmuseum (Schaumainkai 41, Frankfurt).

7. September 2018: Tagesfahrt zur Wiege des Modellbaus, Gütenbach im Schwarzwald, Voranmeldung (bis 10. August): k.berkemann@moderne-regional.de, Unkostenbeitrag 60 € (ab Frankfurt)/50 € (ab Stuttgart).

22. September 2018, 20 bis 21 Uhr: Lesung „Der Superbastler“ – Lebenshilfe aus Modellbau-Magazinen der Wirtschaftswunderzeit in „Buch & Spiel“ in St. Stefan (Rotenwaldstraße 98, Stuttgart), einer profanierten brutalischen Kirche von 1976.

Hagen von Ortloff (Bild: Liesel, CC BY SA 4.0)

Lužniki Staion, Moskau, 1980 (Bild: RIA Novosti archive, image #487039 / Vladimir Rodionov / CC-BY-SA 3.0)

Alle reden vom Fußball …

… wir nicht. Also selten. Eine Ausstellung in Moskau bringt uns aber doch dazu: Bis zum 26. August beleuchtet die Schau „Arhitektura Stadionov“ im Ščusev-Museum für Architektur Sportarenen Russlands und der ehemaligen Sowjetunion. Den sowjetmodernen Großbauten treten hier die jüngst eröffneten, modernen Fußballtempel gegenüber, die eigens für die Weltmeisterschaft (um)gebaut wurden.

Stadien hatten als Austragungsort von Sport- und Massenveranstaltungen einen besonderen Stellenwert in der sowjetischen Architektur. Renommierte Baumeister wie Nikolaj Kolli, Nikolaj Ladovskij oder Dimitrij Iofan beteiligten sich mit engagierten Beiträgen an der Suche nach der idealen sozialistischen Sportarena. Bei prestigeträchtigen internationalen Wettkämpfen sollten die Bauten ebenso wie die sowjetischen Sportler die Überlegenheit des politischen Systems demonstrieren.  Die Ausstellung versammelt Modelle und noch nie gezeigte Pläne mit Beispielen aus Moskau, St. Petersburg, Minsk, Jerevan und anderen Städten. Teils blieben die aufwändigen Entwürfe ungebaut, teils kann man sie derzeit in modernisierter Form täglich im Fernsehen bewundern. (jr, 3.7.18)

Lužniki Staion, Moskau, 1980 (Bild: RIA Novosti archive, image #487039, Vladimir Rodionov, CC BY-SA 3.0)

Wir fahren zweigleisig

Noch bis zum 9. September dürfen wir mit der mR-Ausstellung „märklinMODERNE“ die Gastfreundschaft des Deutschen Architekturmuseums (DAM) in Frankfurt genießen. Ab dem 12. Juli wird es dann doppelt schön: Ergänzend ist die Schau „Die Villa im Tessin. märklinMODERNE im Ländle“ in der architekturgalerie am weißenhof in Stuttgart zu sehen. Hier ist das Thema bestens aufgehoben, denn die meisten westdeutschen Modellbausätze haben ihren Ursprung im Süden der Republik. In Gütenbach im Schwarzwald z. B. entwickelten die Brüder Edwin und Hermann Faller nach dem Krieg ein Produkt „Häuschen“-Bausätze für die Modelleisenbahn. Darunter auch der legendäre Klassiker „Villa im Tessin“. So stellt die Ausstellung in Stuttgart nicht nur Modelle und eine Eisenbahnanlage vor, sondern porträtiert mit Film- und Audiosequenzen auch die Menschen hinter den Bausätzen.

Die Stuttgarter Ausstellung bietet ein umfangreiches Begleitprogramm: 22. Juli 2018, 14.30-17.30 Uhr, „Basteln mit Bartetzko“ in der architekturgalerie am weißenhof im Rahmen des Killesberg-Sommerfests; August 2018, 16-17 Uhr im Deutschen Filmmuseum (Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt) Premiere von „märklinMODERNE“, dem Film zur Ausstellung; September 2018, Tagesfahrt zur Wiege des Modellbaus, nach Gütenbach im Schwarzwald, Voranmeldung (bis 10. August) an k.berkemann@moderne-regional.de (Unkostenbeitrag 60 € (ab Frankfurt)/50 € (ab Stuttgart). 22. September 2018, 20-21 Uhr im „Buch & Spiel“ in St. Stefan (Rotenwaldstraße 98, 70197 Stuttgart) die Lesung „Der Superbastler“ — Lebenshilfe aus Modellbau-Magazinen der Wirtschaftswunderzeit. (db/kb, 25.6.18)