#postkartendermoderne

Die Moderne revolutionierte die Stadt (nicht nur) in Europa – und sie prägt uns bis heute. Besonders der Siedlungsbau setzte in beiden Teilen Deutschlands ab den 1960er Jahren neue Maßstäbe. Als sich der Wohnraummangel in der Nachkriegszeit verschärfte, entstanden neue städtebauliche Raumbilder und funktionale Ordnungen, Formensprachen und Bautechnologien. Diese Großwohnsiedlungen riefen widersprüchliche Reaktionen hervor, von Euphorie bis zu Ablehnung. Angesichts der aktuellen Veränderungen in Stadtraum und Gesellschaft ist es nun an der Zeit, die historischen Grundlagen dieses Erbes zu erforschen und die modernen Großwohnsiedlungen als Ressource weiterzuentwickeln. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege in ihrer virtuellen Veranstaltungsreihe „MODERNE Strukturen und Ideen im Wandel“ mit den Großwohnsiedlungen der 1960er bis 1980er Jahre. moderneREGIONAL ist der Medienpartner, und so wird bei moderneREGIONAL auf einer eigenen Seite fortlaufend zum Thema berichtet.

Die jeweils zweistündigen Online-Veranstaltungen starten ab dem 16. September 2021, doch bereits jetzt können Sie der Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege und moderneREGIONAL in den Urlaub folgen: Es gibt unzählige (nicht nur) historische Postkarten von neu errichteten Siedlungen der 1950er bis 1980er. Haben Sie auch noch eine in Ihrem Fundus? oder waren Sie gerade auf Fotosafari um Suburbanen Dschungel? Dann lassen Sie uns teilhaben: Ab sofort finden Sie hier jede Woche die virtuelle Postkarte eines Mitglieds der Gruppe. Und wenn Sie selbst grüßen möchten, posten Sie Ihr Foto aus einer deutschen Großwohnsiedlung in den Sozialen Medien mit dem Hashtag #postkartendermoderne. Den Anfang macht heute Dr. Jascha Braun mit einem farbenfrohen Gruß aus Köln-Chorweiler! (db, 9.7.21)

Leipzig-Grünau, Alte Salzstraße (Bild: historische Postkarte)

Eisenbahn (höchste)

Ein Eisenbahnnetz ist nie wirklich fertig. Auch wenn der Ausbau der Infrastruktur in wesentlichen Teilen im 19. Jahrhundert abgeschlossen war, wurde ständig weiter- und umgebaut. Dabei gelten nicht alle Maßnahmen allein der Funktion, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des Betriebs, oft muss(te) man den Bestand auch an gesellschaftliche und städtebauliche Bewegungen anpassen. Damit stehen immer wieder historische Bauten und Anlagen der Eisenbahn unter großem Veränderungsdruck, was sie folgerichtig zu einem Arbeitsfeld der Denkmalpflege macht. Vor diesem Hintergrund planen die SBB Fachstelle für Denkmalpflege, die Professur für Konstruktionserbe und Denkmalpflege (ETH), das Bundesamt für Kultur (BAK), ICOMOS Suisse und die Stiftung SBB Historic für den 25., 26. und 27. November 2021 die Fachtagung „Eisenbahndenkmalpflege“.

Erklärtes Ziel ist es, zu einer „Auslegeordnung“ beizutragen. Dafür wollen die Veranstalter einen Überblick über zentrale Fragestellungen der Eisenbahndenkmalpflege geben und dazu vertiefende Studien anstreben. Denn bislang wird an vielen einzelnen Punkten gearbeitet, ohne der Erfassung eine einheitliche, vielleicht sogar länderübergreifende Systematik zugrunde zu legen. Doch eine Bewertung und Erhaltung macht bei einer derart vernetzten Struktur nur Sinn, wenn Querbezüge entlang der Streckenführungen und Bausysteme möglich werden. Diesem Ansatz fühlt sich aktuell das SBB-Inventar der schützenswerten Bauten und Anlagen [ISBA] verpflichtet – in Anlehnung an die ICOMOS-Charta der Kulturstraße (2008). Um dieses Projekt vergleichen und in einem größeren Kontext diskutieren zu können, suchen die Veranstalter noch Vorschläge für Vorträge (20 Minuten) und Posterbeiträge (Bilder/Pläne mit kurzem Text). Interessierte können ein Abstract (max. 1.500 Zeichen) mit biografischen Angaben und Kontaktdaten einreichen bis zum 15. Juli 2021 an: Dr. Bärbel Schallow-Gröne, Toni Häfliger SIA BSA FSU, direction@eisenbahndenkmalpflege.ch. (kb, 4.7.21)

Bahnhofsuhr (Bild: PD, via pixabay.com)

Kirche im Wandel

Das DFG-Forschungsprojekt Sakralraumtransformation (Transara) der Universitäten Bonn, Köln, Wuppertal und Leipzig widmet sich den Wandlungen, denen liturgisch genutzte Räume in diesen Jahren unterworfen sind. Dabei konzentriert sich das Forscher:innen-Team auf die Untersuchungsräume Aachen und Leipzig, um eine ausgewogenen Vergleich zwischen Stadt und Land, Ost und West und unterschiedlichen konfessionellen Prägungen zu ermöglichen. Vom 8. bis zum 10. Juli 2021 veranstaltet Transara die digitale Konferenz „Kirche im Wandel – Erfahrungen und Perspektiven zwischen Eifel und Niederrhein und darüber hinaus!“ . Hier sollen erste Vorarbeiten des Projekts – die Erfassung und Kategorisierung von Kirchenumnutzungen in den beiden Transara-Untersuchungsgebieten – gebündelt und fächerübergeifend mit Gastdozent:innen diskutiert werden. Am Ende soll eine „interdisziplinäre Kriteriologie für die Bewertung und Steuerung von Transformationen“ stehen.

Nach einer Begrüßung und theologischen Einführung am Abend des 8. Juni steht der kommende Konferenztag ganz im Zeichen der praktischen Beispiele. Die vorgetragenen Themen reichen von den Umbrüchen im Baunkohleabbau über (neue) Formen der Bestattungskultur bis hin zu kulturellen Modellen und Räumen der Stille. Aber auch finanzielle und juristische Rahmenbedingungen werden angesprochen. Am Abend können ausgewählte Posterpräsentationen erkundet werden. Am 10. Juli stehen internationale Sakralraumtransformationen vorgestellt, bis die Tagung in eine Schlussdiskussion mündet. Die Tagungsleitung liegt bei Prof. em. Dr. Albert Gerhards, Dr. Kim de Wildt und Dr. Robert Plum. Im Rahmen der Tagung wird in einem Vortrag auch das moderneREGIONAL-Projekt „invisibilis“ vorgestellt, das aufgegebene, umgenutzte und abgerissene Kirchen dokumentiert. (kb, 27.6.21)

Castrop-Rauxel-Habigshorst, Neuapostol. Kirche, 2015 geschlossen und privat umgenutzt (Bild. via mapio.net)