Veranstaltungen

Wagenfeld-Leuchte (Bild: cairo.de)

Wagenfeld leuchtet

Entgegen anderslautender Gerüchte kann man Stil kaufen – und sogar auf den Schreibtisch stellen: 1924 entwickelte der Designer Wilhelm Wagenfeld gemeinsam mit Carl Jacob Jucker eine Leuchte, die zum Klassiker avanciern sollte. Die Anregungen für sein umfangreiches Werk bezog Wagenfeld u. a. aus der Staatlichen Bremer Kunstgwerbeschule, der Künstlerkolonie Worpswede, den Wiener Werkstätten und dem Bauhaus Weimar. Für den ikonischen Lampenentwurf mit der Zugschnur, der später nach ihm benannt werden sollte, verband er hochwertige Materialien vom Klarglas über vernickelte Metallelemente bis zu mungeblasenem Opalglas. Bis heute wird die Tischleuchte in Bremen produziert und zugleich vielfach auf der Welt kopiert.

Vom 24. Mai bis zum 27. Oktober 2019 widmet sich die Ausstellung „Wilhelm Wagenfeld: Leuchten“ im Wilhelm-Wagenfeld-Haus (Am Wall 209) in Bremen dem Thema, die Eröffnung findet am 23. Mai 2019 um 19 Uhr statt. Die Ausstellung folgt dem Weg der Bauhaus-Idee im Werk Wagenfelds bis in die 1970er Jahre. Zeitgenössische Leuchtentwürfe sollen den Einfluss des Designers auf die heutige Formensprache unterstreichen. (kb, 21.5.19)

Wagenfeld-Leuchte (Bild: cairo.de)

Plakatmotiv der Ausstellung "Konstruktion im Blick. Ursula Becker-Mosbach. Fotografie 1950-1970" der Hamburgische Ingenieurkammer-Bau und des Hamburgischen Architekturarchivs (Bild: Ursula Becker-Mosbach)

Hamburg: Konstruktion im Blick

Zwischen 1950 und 1980 arbeitete die Fotografin Ursula Becker-Mosbach (1922–2002) in Hamburg für die bekannten Architekten sowie große Bau- und Industrieunternehmen der Zeit. Mit ihrer Kamera dokumentierte sie die Aufbauphase der Hansestadt nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Ausstellung „Konstruktion im Blick – Ursula Becker-Mosbach. Fotografie 1950-1970“ präsentieren die Hamburgische Ingenieurkammer-Bau erstmals in diesem Umfang das Werk von Ursula Becker-Mosbach mit Schwerpunkt auf dem Ingenieurbau.

Damit legte die Fotografin über Jahrzehnte die konstruktive Seite der Nachkriegsmoderne frei: wie die Stahlskelette der Grindelhochhäuser, die Spannbetonsegmente der Faulbehälter des Klärwerkes Köhlbrandhöft sowie die von H. C. E. Eggers und der Howaldtwerft errichteten Stahlbauten. Die Ausstellung ist zu sehen vom 29. Mai bis zum 13. Juli 2019 im Rahmen des Hamburger Architektursommers 2019 im Levantehaus Hamburg (Galerie im Hochgeschoss, Mönckebergstraße 7, 20095 Hamburg). Die Eröffnung wird am 28. Mai um 18 Uhr im Levantehaus Hamburg gefeiert. (kb, 18.5.19)

Titelmotiv: Plakatmotiv der Ausstellung „Konstruktion im Blick. Ursula Becker-Mosbach. Fotografie 1950-1970“ der Hamburgische Ingenieurkammer-Bau und des Hamburgischen Architekturarchivs (Bild: Ursula Becker-Mosbach)

Probstzella, Haus des Volkes (Bild: Bauhaushotel – Haus des Volkes Propstzella)

Alfred Arndt: Provinz, aber oho!

Mitten im Thüringer Schiefergebirge wartet die Form der Moderne, die 2019 unter dem Bauhaus-Label endlich die verdiente Aufmerksamkeit erhält. Die Kultur- und Sportstiftung der Gemeinde Probstzella veranstaltet am 23. und 24. Mai 2019 gemeinsam mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie eine Tagung im größten Bauhaus-Ensemble des Freistaats: dem 1927 nach Entwürfen von Alfred Arndt fertiggestellten „Haus des Volkes“ in Probstzella.

Der sozial engagierte Unternehmer Franz Itting konnte den Architekten Arndt für ein ehrgeiziges Bauprojekt gewinnen, das zu seinem Hauptwerk werden sollte. Nun steht eben jenes „Haus des Volkes“ erstmals im Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Tagung. Damit sollen neue Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert werden. Neben dem Wirken Alfred Arndts im Kontext der Zeit berücksicht das Programm auch Arndts regionales und überregionales Schaffen. Und wem der Termin nicht reinpasst, der kann auch ganz privat zum Eigenstudium im „Bauhaushotel“ übernachten. (kb, 8.5.19)

Probstzella, Haus des Volkes (Bild: Bauhaushotel – Haus des Volkes Propstzella)

Titelmotiv der Vortragsreihe "Über das Neue Bauen hinaus" an der TU München (Bild: Thomas Danzl)

Über das Neue Bauen hinaus

Im Bauhaus-Jubeljahr feiern wir den modernen Stil anhand seiner ikonischen Architekturen: von den Dessauer Bauhaus-Bauten eines Walter Gropius bis hin zum Haus Tugendhat in Brünn eines Mies van der Rohe. Über ihren künstlerischen Wert hinaus verweisen diese Beispiele auf den denkmalpflegerischen Umgang mit der Architekturmoderne – dabei wurde z. B. unser Bild der „weißen Moderne“ revidiert. „Über das Neue Bauen hinaus“ – eine Vortragsreihe der Professur Neue Baudenkmalpflege (Andreas Putz) und des Lehrstuhls Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft (Thomas Danzl) – widmet sich daher im Sommersemester 2019 jeweils Dienstags von 18.30 bis 20.00 Uhr an der TU München (Thierschbau, 2. OG, HS 2370, Gabelsbergerstraße/Luisenstraße, 80333 München) dem „Lernen im Umgang mit der Moderne“.

Baugeschichtliche Einführungen stellen die Objekte vor und leiten die Gastvorträge ein, die je mit einem moderierten Gespräch über konkrete Einzelfragen der Denkmalpflege abschließen. Am 14. Mai 2019 geht es um den Einsteinturm Potsdam (Helge Pitz), am 28. Mai 2019 (Andreas Putz) und am 4. Juni 2019 (Thomas Danzl) sind jeweils Anrittsvorlesungen vorgesehen. Die Meisterhäuser Dessau (Winfried Brenne) folgen am 18. Juni 2019, das Arbeitsamt Dessau (Berthold Burkhardt) am 9. Juli 2019. Nicht zuletzt wird am 16. Juli 2019 referiert über das Bauhaus Dessau (Monika Markgraf) und am 23. Juli 2019 über das Maschinenlaboratorium Zürich (Theresia Gürtler Berger). Die Veranstaltungsreihe wird von moderneREGIONAL als Medienpartner begleitet. (kb, 6.5.19)

Titelmotiv der Vortragsreihe (Bild: Thomas Danzl)

Detail des Buchcovers "Ein neues Mainz" (Bild: De Gruyter)

Das neue Mainz

In kaum einer kriegszerstörten Stadt wurde in Deutschland nach 1945 so weitreichend um den Wiederaufbau gerungen: Mainz sollte zum Hauptort der französischen Besatzungszone ausgebaut werden. Hier berührten sich damals zahlreiche Linien, kreuzten viele internationale Akteure ihre Klingen: Marcel Lods aus Frankreich, dazu Paul Schmitthenner, Herbert Rimpl, Karl Gruber, Richard Jörg, Otto-Ernst Schweizer, Ernst May und viele andere.

Nun legen Hartmut Frank, Jean-Louis Cohen und Volker Ziegler eine Publikation vor, die mit den geläufigen Narrativen der Architekturgeschichte aufräumt und die gewohnte Zuordnung – Vision oder Tradition, deutsch oder französisch, autoritär oder demokratisch – in Frage stellt. Das Buch „Ein neues Mainz? Kontroversen um die Gestalt der Stadt nach 1945“ wird am 9. Mai 2018 um 18 Uhr im Institut Français in Mainz (Schillerstraße 11) vorgestellt. Moderiert wird die Debatte mit den Herausgebern und mit dem Publikum vom Architekturhistoriker Wolfgang Voigt. Und anschließend darf das Gespräch bei einem guten Tropfen weitergehen … (kb, 6.5.19)

Cohen, Jean-Louis/Frank, Hartmut/Ziegler, Volker, (Hg.), Ein neues Mainz. Kontroversen um die Gestalt der Stadt nach 1945 (Phoenix 4), De Gruyter,Berlin u. a . 2019, ISBN978-3-11-041480-6.

Titelmotiv: Detail des Buchcovers

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Candela, Isler, Müther

Félix Candela, Heinz Isler und Ulrich Müther – schon einer dieser Namen lässt die Augen von Modernisten weltweit aufleuchten. Alle drei standen von den 1950er bis zu den 1980er Jahren an der Spitze des Betonschalenbaus. Ihr Werk, das vorwiegend in Mexiko, der Schweiz und der DDR unter sehr unterschiedlichen Bedingungen entstand, wurde international bestaunt, besucht und nachgeahmt. Vor diesem Hintergrund findet vom 17. bis zum 18. Mai 2019 in Berlin in der Akademie der Künste (Pariser Platz 4, 10117 Berlin, Plenarsaal) das internationale Symposium „Candela, Isler, Müther. Der Betonschalenbau in Mexiko, in der Schweiz und in Deutschland“ statt.

Die Konferenz will die Bauten von Candela, Isler und Müther in die Architekturentwicklung und das Ingenieurwesen ihrer Zeit einordnen. Im Mittelpunkt stehen die wechselseitigen Einflüsse, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Entwurfsprozessen, der Konstruktion und der Ausführung. Zudem werfen die Referenten einen Blick auf die Aufnahme und das Weiterleben des nachkriegsmodernen Betonschalenbaus. Das Symposium ist das zweite in einer auf drei Konferenzen angelegten Reihe, die von der Hochschule Wismar mit der ETH Zürich und der Universidad Nacional Autónoma de México organisiert wird. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Akademie der Künste, Belin, durchgeführt – unterstützt durch die Wüstenrot Stiftung. Der Eintritt ist frei, die Anmeldung noch möglich bis zum 10. Mai 2019 bei Lisa Zorn, zorn@adk.de. (kb, 2.5.19)

Valencia, L’Oceanogràfic, Félix Candela/Alberto Domingo/Carlos Lázaro, 2003 (Bild: Felipe Gabaldón, CC BY 2.0)