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Stuttgart, Weißenhofsiedlung, Haus Scharoun (Bild: Runner1928, CC BY SA 3.0)

Weißenhof-Report

Die Weißenhofsiedlung gilt heute als eines der wichtigsten Zentren des Neuen Bauens. Spätestens seit der Erhebung von Le Corbusiers Beitrag zum UNESCO-Welterbe ist sie weit über Expertenkreise hinaus bekannt. Gisela Reich antizipierte diese Bedeutung schon in den 1960er Jahren und setzte sich in der Dokumentation „Stuttgart Weissenhofsiedlung. 1927: Architektur als Herausforderung“ mit dem Ensemble auseinander. Der große Mehrwert im Vergleich zur Gegenwart: Viele der Architekten standen für ein Interview zur Verfügung. Am 25. November 2018 wird der Film um 11.15 Uhr im Bertha-Benz-Saal im Haus der Wirtschaft (Willi-Bleicher-Straße 19, 70174 Stuttgart) erneut zur Aufführung gebracht.

In der Dokumentation von 1967 kommen die Architekten Hans Scharoun, Richard Döcker, Max Taut, Alfred Roth und Max Bächer zu Wort und kommentieren ihre eigene Arbeit. Die Weißenhofsiedlung entstand 1927 als Teil der Werkbundausstellung „Die Wohnung“ und setzte dem Neuen Bauen in Stuttgart ein dauerhaftes Denkmal. Die Vorführung ist Teil des Thementages 100 Jahre Bauhaus der Stuttgarter Buchwochen. Anja Krämer, Museumsleiterin des Weißenhofmuseums, kontextualisiert den Film mit einem anschließenden Kommentar und ergänzenden Anmerkungen. (jr, 12.11.18)

Stuttgart, Weißenhofsiedlung, Haus Scharoun (Bild: Runner1928, CC BY SA 3.0)

Frankfurt, Deutsches Architekturmuseum, Auditorium (Bild: privat)

Die Vorleser

Das Bauhaus-Jubiläum grüßt schon vielerorts – in Frankfurt thematisieren die „CSSA Bauhaus Lectures“ jeweils um 19 Uhr im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt (DAM, Auditorium) das „Bauhaus aus Frankfurter Sicht“: 15. November 2018, Werner Durth (Darmstadt)/Thomas Flierl (Berlin), „Bauhaus-Rezeption in der Bundesrepublik und in der DDR“; 29. November 2018, Reto Geiser (Houston)/Daniel Talesnik (München), „Bauhäusler in the Soviet Union and the USA“; 13. Dezember 2018, Rixt Hoekstra (Eindhoven)/Carsten Ruhl (Frankfurt), „Manfredo Tafuris und Giulio Carlo Argans Position zur Moderne“; 31. Januar 2019, Kathleen James-Ckakraborty (Dublin), „Bauhaus 50th Anniversary in 1969“; 14. Februar 2019, Daniela Fabricius (New York), „Postmodernism and the Bauhaus Critique in West Germany“.

In Kassel dreht sich die Vortragsreihe „Fusion Beton“ mittwochs um 19 Uhr im ASL (Neubau, Universitätsplatz 9) um den Kunststein in der Moderne und in seinen künftigen Chancen: 14. November 2018, Maren Harnack (Frankfurt), „From Tower of Terror to Power Tower“; 21. November 2018, Jean Phillippe Vasall (Paris), „Never Demolish“; 28. November, Roger Bundschuh/Henning Ecker (Berlin), „Vom Problem des monolithischen“; 5. Dezember 2018, Heike Klussmann (Berlin), „Agile Concrete“; 12. Dezember 2018, Oliver Elser (Frankfurt), „SOS Brutalismus“; 19. Dezember 2018, Friedrich Ludewig (London), „Difference and Repetition“; 16. Januar 2019, Martin Rein-Cano (Berlin), „Nennen wir es konkret“; 23. Januar 2018, Florian Fischer/Reem Almannai (München)/Erik Wegerhoff (Zürich), „Nostalgie“; 30. Januar 2019, Marc Pouzol/Veronique Faucheur (Berlin), „Von Berlin nach Göteborg“; 6. Februar 2019, Manfred Grohmann (Frankfurt), „The last waltz“. (kb, 10.11.18)

Frankfurt, DAM Auditorium (Bild: privat)

Brutalismus fotografiert von Gregor Zoyzoyla

„Bei ner sagenhaften Quiche“

Auf Facebook und anderen Online-Kanälen können die Brutalisten weltweit schon seit Jahren die Aufnahmen von Gregor Zoyzoyla genießen. Jetzt kommen auch die Freunde des Analogen zu ihrem Recht: Am 1. Dezember 2018 findet in Frankfurt (Café Sugar Mama, Kurt-Schumacher-Str. 2, 60311 Frankfurt am Main) um 19 Uhr die Vernissage „Concrete:imagination“ statt. Im Anschluss sind die Arbeiten rund sechs Wochen vor Ort zu sehen.

Mit seinen Foto-Serien will Zoyzoyla auf die Schönheiten und den drohenden Verlust der Bauten der 1960er und 1970er Jahre aufmerksam machen. Viele seiner Frankfurt-Bilder konnte er bereits im letzten Winter im Rahmen der großen Brutalismus-Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum präsentieren. Nun zeigt er im entspannten Rahmen Schätze aus seinem europaweiten Fundus. Neben dem ästhetischen Fotogenuss verspricht er im Café Sugar Mama auch eine „sagenhafte Quiche“. Und wer den Kuchen lieber zu Hause isst, aber nicht auf Zoyzoyla verzichten möchte, kann ihn auch als exklusiven Druck für die eigenen vier Beton-Wände erwerben. (kb, 7.11.18)

Brutalismus fotografiert von Gregor Zoyzoyla

In Zukunft wohl Sitz des Baukunstarchivs NRW: Das ehemalige Museum am Ostwall in Dortmund (Bild: "Stahlkocher"/Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Baukunstarchiv NRW wird eröffnet

Im Januar 2017 wurde der symbolische Grundstein gelegt, am 4. November 2018 kann das Baukunstarchiv NRW um 14 Uhr mit einer Vernissage offiziell eröffnet werden. Ort der neuen, lange herbeigesehnten Einrichtung ist das ehemalige Museum am Ostwall in Dortmund. Die Stadt, Eigentümerin der Museumsräume, hatte diese 2013 schon dem Abriss anheim gegeben. Der ursprünglich historische Bau beherbergte zunächst das Königliche Oberbergamt, bis er 1911 zum städtischen Museum umgebaut und nach dem Zweiten Weltkrieg nochmals in modernere Formen gehüllt wurde. 2009 schließlich zog das Kunstmuseum aus und der Bau blieb ohne Nutzung zurück.

Nach vielen Protesten und Gesprächen konnte der Abriss des ehemaligen Museums am Ostwall abgewendet und stattdessen hier ein Ort für das künftige Baukunstarchiv NRW geschaffen werden. Die junge Institution sichert Nachlässe aus den Bereichen Architektur, Innen- und Landschaftsarchitektur, Städte- und Ingenieurbau, arbeitet diese wissenschaftlich auf und macht sie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Zur Eröffnung werden Ausstellungsstücke aus der Sammlung des Archivs gezeigt. Die Anmeldung ist online möglich, der Eintritt ist frei. (kb, 31.101.18)

Dortmund, ehemaliges Museum am Ostwall/zukünftiges Baukunstarchiv (Bild: „Stahlkocher“/Wikipedia, CC BY SA 3.0)

Malermeister (Bild: Lukeroberts, GFDL oder CC BY SA 2.5, 2005)

Das ewige Problem mit den Bildern

Protestanten und Kunst verbindet ja bekanntlich keine wirklich enge Liebe. Doch das könnte sich diesen November gleich doppelt ändern. Vom 9. bis 10. November 2018 findet in Marburg – nach dem Vorbild des jahrzentelang bewährten Kirchbautags – der „Erste Evangelische Bildertag“ statt. Das Marburger EKD-Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart lädt alle Interessierten mit Vorträgen und Diskussionsrunden dazu ein, neue „Bildkompetenz“ zu erwerben. Denn, so die These, die intensive Beziehung zum Wort beruhe auf einer intimen Beziehung zum Bild, „die weithin unbemerkt die religiöse Kommunikation im Protestantismus steuert“.

Auch im Ruhrgebiet fragt eine Tagung nach der „Ambivalenz der Bilder in Kunst und Religion“. In Bochum (Kunstmuseum Bochum, Kortumstraße 147, 44787 Bochum) will das CERES-Institut (Centrum für Religionswissenschaftliche Studien) der Ruhr-Universität vom 7. bis 9. November 2018 neu über die „Bilderfrage“ nachdenken. Die Tagung steht im Rahmen der Ausstellung „Bild Macht Religion“ im Kunstmuseum Bochum, die den jahrhundertealten Widerstreit zwischen Bilderkult und Bilderkampf neu aufrollt. Damit können die Tagungsbesucher eben nicht nur viel hören und reden, sondern auch viel schauen, was es mit den Bildern und dem Christentum wirklich auf sich hat. (kb, 29.10.18)

Maler bei der Arbeit (Bild: Lukeroberts, GFDL oder CC BY SA 2.5, 2005)

Leipzig, Messe (Bild: Diezin, CC BY SA 3.0, 2014)

Die Zukunft wohnt in Leipzig

Kommen Sie am zweiten Novemberwochenende zur Denkmal Messe nach Leipzig, es wird sich lohnen! Bereits zum zehnten Mal wird hier die Messeakademie ausgerichtet. Unter dem Motto „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau.Umbau.Neubau.“ wurden nach einem studentischen Wettbewerb die besten Konzepte für drei denkmalgeschützte Gebäude prämiert – darunter die ehemalige Textilfabrik „Ernst Engländer“ in Berga/Elster. Die zehn besten Entwürfe werden ausgestellt, am 9. November 2018 präsentieren die drei Preisträger um 11 Uhr ihre Arbeiten im Fachkolloquium der Messeakademie. Ebenso sollten Sie nicht versäumen, vom 8. bis zum 9. November bei der von ICOMOS Deutschland und Russland gestalteten Tagung „A Future for Our Recent Past. Model Projects of Modern Heritage Conservation in Europe“ reinzuschauen.

Für Modernisten könnten sich auch lohnen (alles Halle 2): die Podiumsdiskussion „Rading trifft Schlemmer“ am 8. November ab 11.30 Uhr im Info-Forum, die DNK-Sonderschau der Sharing-Haritage-Projekte am Messestand A42, die Vorstellung des Big-Beautiful-Buildings-Projekts am 8. November ab 13.40 Uhr im Sharing-Heritage-Forum, das Symposion zur deutsch-israelischen Bauhütte in Tel Aviv am 8. November ab 14.30 Uhr im Info-Forum, das tägliche Vortragsprogramm zur Sanierung eines DDR-Typenhauses  am Messestand G02 sowie verschiedene Programmpunkte zum Umbau der Leipziger Philippuskirche. Und nicht zuletzt finden Sie viele Moderne-Initiativen vertreten, u. a. moderneREGIONAL zu Gast am Messestand (IF 10) des Rheinischen Vereins. (kb, 29.10.18)

Leipzig, Messe (Bild: Diezin, CC BY SA 3.0)

Bat Yam, Rathaus, Alfred Neumann/Zvi Hecker/Eldar Sharon, 1963 (Bild: historische Postkarte)

Jüdische Architekten. Jüdische Architektur?

Gibt es eine jüdische Architektur? Jüdische Architekten, natürlich, auch Architektinnen. Aber hat dieser Hintergrund auch ihr Bauen geprägt. Ist das Judentum des 19. und 20. Jahrhunderts ein religiöser, nationaler oder kultureller Begriff? In den letzten Jahrzehnten hat die Forschung, verdientermaßen, vor allem einzelne jüdische Architektenpersönlichkeiten und ihr Werk in bestimmten Regionen untersucht. Aber bislang kommt der Überblick über das Netzwerk jüdischer Akteure in der Baukunst Europas, Amerikas, Israels und anderer Länder noch zu kurz. Damit blieb lange offen, ob sich Architekten hier als Teil einer gemeinsamen jüdischen (Kultur-)Bewegung verstanden und einen entsprechenden Formenkanon ausgebildet haben.

Diesen und verwandten Fragen widmet sich die Tagung „Jewish Architects – Jewish Architecture?“, zugleich der 4. Internationale Kongress für Jüdische Architektur, in Hamburg (Warburg-Haus/Institut für die Geschichte der deutschen Juden/Hafen City University, Hamburg) vom 6. bis zum 8. November 2018. Das Projekt, das architektonische Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts in den Blick nimmt, bildet eine Zusammenarbeit zwischen dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg, und Bet Tfila, Braunschweig/Jerusalem. Anmeldeschluss ist der 29. Oktober, statt einer Tagungsgebühr wird um eine Spende gebeten. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ulrich Knufinke, Ulrich.knufinke@igdj-hh.de, bei Fragen zur Organisation und Anmeldung an Beate Kuhnle, geschaeftszimmer@igdj-hh.de. (kb, 26.10.18)

Bat Yam, Rathaus, Alfred Neumann/Zvi Hecker/Eldar Sharon, 1963 (Bild: historische Postkarte)

Hannover, Senator-Feldmann-Heim,1950er Jahre (Bild: © Kommunalarchiv Herford, Foto: Hans Wagner)

Das gute Leben für alle?

In der politischen Debatte wurde gerne ein „gutes Leben“ versprochen – und allzu oft wurden die Architekten und Städteplaner zu Erfüllungsgehilfen: Sie sollten den Wohnungsmangel der großen Städten beheben. Doch wie sieht das Umfeld für ein gelingendes Leben aus? Die Ringvorlesung „Das gute Leben für alle? Architektur als kommunale Fürsorge“ des Kunsthistorischen Seminars Hamburg wirft auf diese Frage einen historischen Blick. Im Wintersemester 2018/19 findet die Veranstaltungsreihe (Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, Erweiterungsbau ESA W, Raum 120, 1. Stockwerk) jeweils dienstags um 18.15 Uhr statt.

Den Reigen eröffnet am 5. November 2018 (Edmund-Siemers-Allee 1, Erweiterungsbau ESA W, Raum 221, 2. Stockwerk) eine Podiumsdiskusison mit Martin Düchs (Universität Bamberg), Paolo Fusi (HafenCity Universität), Hanno Rauterberg (Die Zeit) und Dorothee Stapelfeldt (Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Hamburg) unter der Moderation von Frank Schmitz (Universität Hamburg). Am 20. November spricht Elke Katharina Wittich (Hamburg)  über „Johann Peter Willebrands ‚Grundriß einer schönen Stadt‘ von 1775/1776“. Eva von Engelberg (Weimar) informiert am 11. Dezember über „Historisierende Altstadtkonzepte“, anschließend referiert Markus Jager (Hannover) am 18. Dezember 2018 über „Berliner Fürsorgebauten der Gründerzeit“. Am 22. Januar 2019 dreht sich der Vortrag von Mari Hvattum (Oslo) um „Care, Control, and Conflict in 19th Century Institution Building“, während am 29. Januar 2019  Kenny Cupers (Basel) „Architecture and Biopolitics“ behandelt. (kb, 24.10.18)

Hannover, Senator-Feldmann-Heim, 1950er Jahre (Bild: © Kommunalarchiv Herford, Foto: Hans Wagner)

Renaud Epstein, Postkarte "Rives du Cher, Tour" (Bildquelle: Twitter-Account @renaud_epstein)

Kreise ziehen

Die Stadt jenseits der Zentren, die Großwohnsiedlungen der 1960er bis 1990er Jahre, bleiben vielen Menschen bis heute merkwürdig fremd. Doch gerade diese Architekturen der Moderne lohnen eine neue Erzählung ihrer Eigen- und Besonderheiten. Sie sind untereinander vergleichbar, wie sie sich als Ring, als Kreise um die Innenstadt legen. Daher blickt das Ausstellungsprojekt „Kreise ziehen 2. Großsiedlungen und die Produktion von Bildern ihrer selbst“ Berlin-Hellersdorf ebenso auf Partnersiedlungen inner- und außerhalb der Hauptstadt.

Im zweiten Teil der Ausstellungsreihe werden die Bildsammlungen französischer Stadtrand-Großsiedlungen des Soziologen Renaud Epstein gezeigt. Seit 2008 macht er sein umfangreiches Archiv historischer Postkartenansichten von französischen Banlieus täglich via Twitter (@renaud_epstein) zugänglich. Ergänzend sind in Berlin-Hellersdorf künstlerische Arbeiten des von Anwohnern und Künstlern geführten Stadtteilforums „Idee 01239“ zu sehen. Das 2006 von Eva Hertzsch und Adam Page gegründete Projekt nahm seinen Anfang in einem ehemaligen Getränkeladen in der Großsiedlung Dresden-Prohlis. Die Ausstellung wird noch bis zum 17. November 2018 präsentiert in der station urbaner kulturen (Auerbacher Ring 41, Eing. Kastanienboulevard, neben Lebenshilfe e. V., 12619 Berlin). (kb, 22.10.18)

Renaud Epstein, Postkarte „Rives du Cher, Tour“ (Bildquelle: Twitter-Account @renaud_epstein)

Braunschweig, Hauptbahnhof (Foto: Heinrich Heidersberger, #4005_3, 1960, Bild: Institut Heidersberger, www.heidersberger.de)

Brutal modern

Der Brutalismus ist tot. Es lebe der Brutalismus. Braunschweig jedenfalls entdeckt sich gerade neu von seiner Beton-Seite – immerhin stand hier die Wiege der legendären „Braunschweiger Schule“. Mit der Ausstellung „Brutal modern – Bauen und Leben in den 60ern und 70ern“ präsentiert das Braunschweigische Landesmuseum bis zum 31. März 2019 das „Bauen und Leben in den 60ern und 70ern“. Vorgestellt werden 20 Braunschweiger Bauten dieser Zeit, sieben davon stehen aktuell unter Denkmalschutz.

Die Ausstellung fußt auf dem 2013/14 von der Braunschweigischen Landschaft e. V. angestoßenen Projekt „Achtung modern! Architektur zwischen 1960 und 1980“. Dieses soll während der Ausstellung fortgeführt werden, es geht z. B. am 13. November 2018 zum Rathaus Salzgitter-Lebenstedt, am 29. Januar 2019 zur Pianofortemanufaktur Grotrian-Steinweg in Brauschweig und am 12. Februar 2019 zum Scharoun Theater Wolfsburg. Auch das weitere Begleitprogramm ist prall gefüllt: Am 23. Oktober 2018 z. B. führt der Denkmalpfleger Ulrich Knufinke unter dem schönen Titel „Gesegneter Beton“ durch Kirchenbauten dieser Jahrzehnte. Kinder können mit einem Detektivkoffer die Ausstellung erkunden, selbst in Lego modern bauen oder ihren Geburtstag in brutalistischer Umgebung feiern. (kb, 20.10.18)

Braunschweig, Hauptbahnhof (Foto: Heinrich Heidersberger, #4005_3, 1960, Bild: Institut Heidersberger, www.heidersberger.de)

Frankfurt an der Oder, Paulinenhof (Bild: Global Fish, CC BY SA 3.0, 2012)

Zwischen nationalem Stil und Moderne

Als Polen unabhängig wurde, als bei Frankfurt an der Oder die Grenze zu Deutschland gezogen wurde, verlor die Stadt zugleich ihr wirtschaftliches Hinterland. Als Ausgleich verlegte man die Reichsbahndirektion Osten hierher. In dieser Gemengelage suchten die Architekten nach nationalen Ausdrucksformen. Der Architekt Martin Kießling schuf u. a. mit der Ostmarksiedlung (heute Paulinenhofsiedlung) prägende Orte der Zwischenkriegszeit. In Posen (Poznań) entwickelten Baumeister wie Adam Ballenstedt nach einer speziell polnischen Formensprache. Bei all dem blieben die Architekten untereinander weiter im engen fachlichen Kontakt.

In diesen Monaten reist eine deutsch-polnische Ausstellung, kuratiert von Uwe Rada und Szymon Piotr Kubiak, in einem begehbaren Überseecontainer durch die Region. Die Präsentation „Zwischen nationalem Stil und Moderne“, die sich der Architektur der Zwischenkriegszeit in Frankfurt (Oder) und Posen widmet, ist zu sehen vom 18. Oktober bis zum 3. November 2018 auf dem Marktplatz von Frankfurt an der Oder. Die Eröffnung wird am 18. Oktober um 18 Uhr gefeiert, der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Das Projekt bildet Teil des umfassenderen Projekts „1918: Die vergessene Grenze“ mit Ausstellungen und Vorträgen in der Region. (kb, 16.10.18)

Frankfurt an der Oder, Paulinenhof (Bild: Global Fish, CC BY SA 3.0, 2012)

Aachen, Uni-Klinikum (Bild: © Reinhard Görner)

Symbole der Nachkriegsarchitektur

Architektur hat etwas mit Denken zu tun, im besten Fall. So können Bauten, so die These der anstehenden Ausstellung des Museums für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI), zu Symbolen einer Zeit werden. Im Fall der 1950er, 1960er und 1970er Jahre stehen viele Architekturen für Aufbruch und Zukunftsoptimismus. Vor diesem Hintergrund präsentiert die Ausstellung „Modern gedacht! Symbole der Nachkriegsarchitektur“ Bauten wie das Uni-Klinikum Aachen, die Ruhr-Universität Bochum, die Neue Stadt Wulfen (Dorsten) und das ehemalige Gebäude der WestLB in Dortmund.

Die von Dr. Ursula Kleefisch-Jobst, Peter Köddermann und Dr. Christine Kämmerer kuratierte Ausstellung ist vom 31. Oktober bis zum 16. November 2018 im Foyer des Technischen Rathauses Bochum (Hans-Böckler-Straße 19, 44787 Bochum) zu sehen. Die Präsentation erfolgt in Kooperation mit der internationalen Konferenz der TU Dortmund „Big Beautiful Buildings. Als die Zukunft gebaut wurde“, die am 30. und 31. Oktober in Bochum stattfindet. Die Eröffnung findet am 30. Oktober 2018 um 18 Uhr im Technischen Rathaus Bochum statt. Zudem wird am 7. November 2018 im Rahmen der Bochumer Stadtgespräche um 19 Uhr über das Thema diskutiert. Am 15. November 2018 bietet Ruhrmoderne e. V. um 19 Uhr die Begleitveranstaltung „Masse mit Klasse – Nachkriegsmoderne weiterbauen“. Teilweise ist eine Anmeldung erforderlich. (kb, 13.10.18)

Aachen, Uni-Klinikum (Bild: © Reinhard Görner)