Die Königstraße in Altona

Ob Hamburg zu Altona gehört oder umgekehrt (oder vielleicht keins von beidem), hängt davon ab, wen man fragt. Aber eines ist unbestritten: In Sachen Geschichte hat die ehemals selbständige Stadt bis heute viel zu bieten. Diese Tradition verknüpft sich entlang der Altonaer Königstraße auch mit klangvollen Architektennamen des 20. Jahrhunderts: von Werner Kallmorgen bis Ernst May.

Vor diesem Hintergrund wurde der Königstraße nun endlich auch ein eigenes „Hamburger Bauheft“ gewidmet, erschienen in der bereits bewährten Reihe des Schaff-Verlags. Der studierte Germanist und freie Autor Dirk Hempel porträtiert hierin Bau- und Kulturgeschichte dieser Straße – ergänzt um einen Beitrag zum Jüdischen Friedhofs von Irina von Jagow, Geschäftsführerin der Stiftung Denkmalpflege Hamburg. Neben historischen Abbildungen lassen aktuelle Fotografien von Markus Dorfmüller und Johanna Klier diese besondere Seite der Altonaer Geschichte lebendig werden. (kb, 30.5.20)

Hempel, Dieter, Die Königstraße in Altona, mit einem Beitrag von Irina von Jagow (Hamburger Bauhefte 32), Schaff-Verlag, Hamburg 2020, ISBN 978-3-944405-51-3.

Titelmotiv: Hamburg-Altona, Königstraße (Bild: Titelmotiv von Hamburger Bauhefte 32, Schaff-Verlag)

I spy Modernism

Der Fotowettbewerb „I Spy Modernism Architectural. Photography Competition Photography and the Modern Movement“ begibt sich auf die Spuren der großen Architekturfotografen Julius Shulman, Ezra Stoller, Pedro Guerrero oder Berenice Abbott. Ihre Aufnahmen prägen unser Bild der Nachkriegsmoderne bis heute. Oft arbeiteten sie eng mit den Baumeistern ihrer Zeit zusammen. Gemeinsam rückte man die späteren Inkunabeln ins rechte Licht und in eine möglichst günstige Perspektive.

DOCOMOMO US lädt Fotoenthusiasten mit diesem Wettbewerb dazu ein, ihr eigenes Bild der Moderne zu machen. Einsendungen werden akzeptiert bis zum 1. Juli (23.59 Uhr, Eastern Standard Time). An Preisen sind ausgeschrieben: 1. Platz: $500, 2. Platz: $300, 3. Platz: $200. Es können pro Person drei Aufnahmen eingesandt werden. Die Gewinner werden von einer international besetzten Jury ausgewählt. Teilnehmer des Wettbewerbs zahlen eine Gebühr: DOMOMOMO-US-Mitglieder $25, Studierende $15, Nicht-Mitglieder $50. Die besten Einsendungen werden zudem auf der Homepage des Veranstalters veröffentlicht und als Kartenset vervielfältigt. (kb, 26.5.20)

Case Study House No. 22, 1960, Julius Shulman (Bild: The Getty Research Institute, 2004.R.10, © J. Paul Getty Trust)

Bauhäusle gefällig?

Im Sommer 2019 realisierten Studierende der Universität Kassel in Zusammenarbeit mit dem Baukollektiv Constructlab den Entwurf des Bauhauslehrers Ludwig Hilberseimer für das „Wachsende Haus“ (1930/32) auf dem Originalgrundstück in Dessau-Törten. Ähnlich wie bei den Neuen Meisterhäusern erfolgte diese (Re-) Konstruktion als innovative Aneignung. Das Gebäude lässt sich schnell und einfach demontieren und kann den Standort wechseln. Mit dem Umzug kann sich auch die Nutzung ändern. Die derzeitige Nutzung ist saisonal, da auf eine Wärmedämmung heutigen Standards verzichtet wurde, um dem Charakter der historischen Planung nicht zu entstellen. Der temporäre Bau ist Teil des Ensembles der Laubenganghäuser des Bauhauses unter Hannes Meyer – und von 31. Mai bis 11. Oktober wieder besichtigt werden.

Und dann? Mit Auslaufen des Pachtvertrags wird das Haus Ende Oktober in Dessau abgebaut. Dann steht das 85 Quadratmeter große Häusle (modularisierter Holzbau, saisonale Nutzung, mit 2 WC und Kochnische) für eine Übernahme durch eine kulturelle oder soziale Initiative oder Institution zu Verfügung.War das nix? Wer Interesse hat, möge sich bitte bis 15. Juli bei der Projektgruppe melden, Kontakt: dessau@bauhausbauen.de. Und wer (auch ohne Übernahmeabsicht) zur Besichtigung kommen mag, der findet das „Wachsende Haus“ in der Mittelbreite 12, 06849 Dessau-Törten, geöffnet ist Freitags 14 bis 17 und Sonntags 12 bis 16 Uhr (Mundschutz nicht vergessen!). (db, 25.5.20)

Dessau, „Das wachsende Haus“ (Bild: bauhausbauen.de)