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"Raumkult - Kultraum" (Detail des Buchcovers, transcript-Verlag)

Raumkult – Kultraum

Was macht eine Gemeinschaft aus und welche Räume braucht sie? Die Antwort auf diese Frage wird, zumal im religiösen Bereich, heute neu und immer anders beantwortet. Alternative Konzepte schaffen neue, „auratisch“ genannte Architekturen, die häufig mit religiösen Motiven spielen: In Museen, Bibliotheken, Denkmalanlagen und Hochzeitskapellen entstehen neue Orte der Gemeinschaft, deren Grenzlinie zum traditionellen religiösen Raum oft sehr unscharf verläuft.

Die Publikation „Raumkult – Kultraum. Zum Verhältnis von Architektur, Ausstattung und Gemeinschaft“ ist frisch im transcript-Verlag erschienen. Die Beiträge des Bandes diskutieren aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen Perspektiven vergangene und bestehende religiöse Raumkonzepte sowie neugeschaffene Kulträume im 20. und 21. Jahrhundert. In der Zusammenschau liefert die Veröffentlichung damit neue Impulse für die aktuelle Diskussion um Raumgestaltung, Öffentlichkeit und Gemeinschaftsstiftung. (kb, 23.3.19)

Buchner, Maximiliane/Minta, Anna (Hg.), Raumkult – Kultraum. Zum Verhältnis von Architektur, Ausstattung und Gemeinschaft (Linzer Beiträge zur Kunstwissenschaft und Philosophie), transcript-Verlag, Bielefeld 2019, 258 Seiten, ISBN: 978-3-8376-4697-9.

Titelmotiv: „Raumkult – Kultraum“ (Detail des Buchcovers, transcript-Verlag)

Forbach, Grand Ensemble "Le Wiesberg" (Émile Aillaud, 1965) (Bild: Marco Kany)

Das unentdeckte Land

Nichts Neues im Südwesten? Weit gefehlt! Seit Jahren sammelt und dokumentiert der Fotograf Marco Kany das moderne und zeitgenössische Bauen im wohl unterschätztesten aller Bundesländer. Gemeinsam mit dem Architekturkritiker Ulf Meyer hat er nun den langersehnten „Architekturführer Saarland“ fertiggestellt. Die Buchvorstellung und die Vernissage zur begleitenden Foto-Ausstellung „Sichtbar machen. Architektur im Saarland“ finden am 18. März 2019 um 19 Uhr statt in der Akademie im Haus der Architekten (Neumarkt 11, 66117 Saarbrücken). Es sprechen Jens UKFW Stahnke (stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Baukultur Saar), Katrin Voermanek (Architekturjournalistin), Ulf Meyer (Autor und Architekturkritiker) sowie Dr. Ilka Desgranges (Saarbrücker Zeitung). Für diesen Abend ist keine Anmeldung erforderlich.

Das Buch kann am Abend der Vernissage oder ab dem 19. März im Handel erworben werden. Bestellungen sind möglich unter: bestellung@architekturfuehrer.saarland (edition ak, Saarbrücken, ca. 300 Seiten, ISBN: 978-3-9820631-0-2). Für die Ausstellung, die im Anschluss bis zum 12. April 2019 zu sehen sein wird (Montag bis Donnerstag 8.30 bis 16 Uhr, Freitag 8.30 bis 14 Uhr), hingegen ist eine Anmeldung notwendig (0681 954410, info@aksaarland.de). (kb, 16.3.19)

Forbach, Grand Ensemble „Le Wiesberg“ (Émile Aillaud, 1965) (Bild: Marco Kany)

Coventry Cathedral (Bild: Diliff, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2014)

100 Jahre. 100 Kirchen.

Nach den Vorgängerbänden – „100 Buildings. 100 Years“ und „100 Houses. 100 Years“ – lag der nächste Buchtitel für die britische Twentieth Century Society auf der Hand: „100 Churches. 100 Years“. Auf 208 Seiten wird so der britische Kirchenbau der Moderne seit 1914 entfaltet. Mit von der Partie sind ikonische Bauten wie die Coventry Cathedral von Basil Spence von 1962 oder die Liverpool Cathedral von Giles Gilbert Scott von 1978.

Neben solch allgemein geschätzten Baukunstwerken werden ebenso erhaltenswerte Orte porträtiert wie das brutalistische St Peter’s Seminary von 1966 oder die lichtdurchflutete Bishop Edward King Chapel von 2013. Das Buch umfasst Kirchen, Moscheen und Syngogen, befasst sich mit dem Werk von Architekten wie George Pace, Eric Gill oder Frederick Gibberd. Zudem warten auf den geneigten Leser Essays von Architektur- und Kunsthistorikern über bauliche Details ebenso wie Betonblas und Bezüge zum europäischen Kontinent. Unter den Autoren finden sich Experten wie Elain Harwood, Alan Powers und Clare Price. (kb, 9.3.19)

100 Churches. 100 Years, hg. Von der Twentieth Century Society, Batsford Ltd., London 2019, 208 Seiten, ISBN: 9781849945141.

Coventry Cathedral (Bild: Diliff, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2014)

Weimar, Haus am Horn (bild: Most Curious, CC BY SA 3.0, 2009)

Bauhaus reloaded

Noch nicht genug Bauhaus bekommen dieses Jahr? Wer sein Wissen weiter vertiefen möchte, kann dies bald direkt am Ursprung der Schule in Weimar tun. Dort wo das Bauhaus 1919 gegründet und alsbald verdrängt wurde, stellen Mark Escherich, Elke Dallmann, Susanne Knorr und UIrich Wieler am 14. März 2019 um 17 Uhr im „Bauhaus.Atelier“ (Geschwister-Scholl-Straße 8 (hinter dem Hauptgebäude der Universität), 99423 Weimar) in Weimar die erweiterte Neuauflage ihres Buchs „Bauhaus Koordinaten. Wege des Bauhauses in Weimar und Thüringen“ vor. Es sind keine Anmeldungen erforderlich, der Eintritt ist frei

Die Publikation begibt sich auf die zahlreichen Spuren, welche die Institution in ihren sechs Weimarer Jahren in der Umgebung hinterlassen hat. Oftmals sind es kleine, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene Wirkungstätten im ländlichen Raum, in denen Kunst von Weltrang entstand. Darüber hinaus widmeten sich die Autoren auch bilslang unbekannten biografischen Verflechtungen der Bauhausakteure. (jm, 7.3.19)

Titelmotiv: Weimar, Haus am Horn, 1923 (Bild: Most Curious, CC BY SA 3.0, 2009)

Mark Escherich, Mark/Dallmann, Elke/Knorr, Susanne Knorr/Wieler, Ulrich, Bauhaus Koordinaten. Wege des Bauhauses in Weimar und Thüringen, MBooks, Weimar 2019, 104 Seiten, 10,5 x 15,5 cm, 52 Abbildungen, fadengebundene Schweizer Broschur mit Klappe und eingelegter Faltkarte, ISBN 978-3-944425-10-8.

Martin Maleschka mit Baukeramik von Horst Ring (Bild: Robert Büschel, 2019)

Maleschka puzzelt

Martin Maleschka ist große Kunst gewohnt, in Qualität wie in Quadratmetern: Seit einigen Jahren hat sich der Architekt und Fotograf auf baubezogene Kunst der DDR-Zeit spezialisiert. Dieser Leidenschaft kann er aktuell in Cottbus nachkommen, wo er eine als verschollen geltende Wandkeramik ausfindig machen konnte. Horst Ring, der im September seinen 80. Geburtstag feiern darf, gestaltete das Kunstwerk 1985 für die Aula der damaligen 34. Polytechnischen Oberschule in Cottbus-Neu-Schmellwitz.

Der Grafiker, der seit 1968 in Cottbus lebt und arbeitet, prägte die Stadt mit zahlreichen Kunstwerken im öffentlichen Raum. Für diese Wandkeramik, die 2011 von einer Fliesenlegerfirma demontiert und eingelagert wurde, nahm er sich die sorbische Kultur zum Thema: historische Häuschen neben standardisierten Neubauten und einem Kirchturm, der höchst symbolträchtig „5 vor 12“ zeigt. Ein Teil dieses zerlegten Werks wird an diesem Donnerstag, am 28. Februar ab 18 Uhr im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (Dieselkraftwerk CB, Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus, Eintritt: 4 Euro) wieder zu sehen sein: anlässlich der Buchpräsentation von „DDR. Baubezogene Kunst. Kunst im öffentlichen Raum 1950 bis 1990“. Mit dieser bei DOM publishers erschienen Publikation liefert Maleschka zugleich einen Architekturführer der besonderen Art. (kb, 26.2.19)

Martin Maleschka mit Baukeramik von Horst Ring, Meißner Baukeramik, Glasurmalerei mit keramischen Farben, Keramische Werke VEB Plattenwerk „Max Dietel“, Meißen, 1.035 x 210 cm (Bilder: Robert Büschel, 2019)

Fulda, Priesterseminar-Kapelle (Foto: Johanna Anders)

Neues Bauen in Hessen

Bauhaus-Jubiläum überall: Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen hat nun einen Themenband „Kulturelle Entdeckungen Neues Bauen in Hessen“ herausgegeben. In diesem Sonderband werden 155 architektonische Objekte aus Hessen aus der Zeit des Neuen Bauens vorgestellt.  Und dieses Neue Bauen endet dankens- wie korrekterweise nicht 1933, sondern schließt auch nachkriegsmoderne Gebäude mit ein – darunter etliche, die bislang mit der Bauhaus-Architektur kaum in Verbindung in Verbindung gebracht wurden. Vor allem beschränkt man sich nicht auf die Städte, sondern findet auch Beispiele aus dem „unglamourösen“ ländlichen Raum.

Als Kompendium lädt der im Verlag Schnell & Steiner erschienene Band ausdrücklich zum Besuch der modernen Architekturzeugen ein. Zu sehen sind in einem Querschnitt unterschiedliche Baugattungen von 1919 bis 1970: Neben Objekten wie dem Gartenhaus und Schrebergarten in Frankfurt von Margarete Schütte-Lihotzky und der Heinrich-Schütz-Schule in Kassel von Heinrich Tessenow werden u. a. die Fissan-Werke in Zwingenberg von Georg Fehleisen und die Priesterseminarkapelle in Fulda von Sep Ruf beschrieben. Sieben Themenbeiträge beleuchten thematische Inhalte dieser Architektur. In einem Infoblock erhalten Besucher praktische Hinweise wie E-Mail, Webadresse, Öffnungszeiten und Telefonnummern. (db, 25.2.19)

Neues Bauen in Hessen (Kulturelle Entdeckungen), hg. von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen/Thüringen, Schnell & Steiner Verlag, Regensburg 2019, 216 Seiten, 12 x 20 cm, 183 Abbildungen, ISBN: 978-3-7954-3402-1.

Titelmotiv der Publikation: Fulda, Priesterseminarkapelle (Foto: Johanna Anders, Objektbeitrag: Karin Berkemann)