Baugeschehen

Ludwigshafen, RathausCenter (Bild: Rudolf Stricker, gemeinfrei, 2007)

Ludwigshafen: RathausCenter gefährdet

Nach dem BASF-Hochhaus und der „Tortenschachtel“ steht ein weiterer stadtbildprägender Bau in Ludwigshafen vor dem Abriss – und scheint den nächsten mit hinabzuziehen: Die Hochstraße Nord soll in Bälde fallen. Nun beabsichtigt die Stadt zudem, das RathausCenter, das eng mit der Stadtautobahn verbunden ist, zu kaufen und zu schließen. Vorrangig, da die Sicherheit im Einkaufszentrum während der Abrissarbeiten nicht mehr wirklich gegeben ist. Ingesamt aber droht dem Komplex aus Rathausturm und Shoppingcenter umso schneller ein etwaiger Abriss, wenn die Immobilie ganz in städtischer Hand ist. Das Center sei baulich, technisch und energetisch ähnlich sanierungsbedürftig wie der Verwaltungsturm. Die Stadtverwaltung lasse „derzeit prüfen, inwieweit und mit welchem Aufwand eine Sanierung überhaupt möglich ist“, berichtet  ludwigshafen24.de.

Das RathausCenter, in dessen Mitte das 72 Meter hohe Rathaus steht, das durch ein Einkaufszentrum umringt wird, wurde 1979 nach Plänen des Bonner Architekten Ernst van Dorp fertiggestellt. Sein Diplom machte van Dorp, der unter anderem auch für die Deutsche Botschaft in Brasilien verantwortlich zeichnet, 1950 in Karlsruhe bei Egon Eiermann. Der kolportierte Kaufpreis des Einkaufszentrums – das Rathaus selbst ist in Besitz der Stadt – soll bei 43 Millionen Euro liegen. Im Zuge des Hochstraßen-Abbruchs werden der Nordteil des Centers samt Parkdeck ohnehin fallen. (db, 29.11.18)

Ludwigshafen, RathausCenter (Bild: Rudolf Stricker, gemeinfrei, 2007)

Berlin, Huthmacher-Haus (Bild: Cay Dobberke)

Berlin: Abrisspläne fürs Huthmacher-Haus

Die moderne Mitte West-Berlins lag rund um den Bahnhof Zoo: Zum „Zentrum am Zoo“ zählen das frühere Berlinale-Kino Zoo-Palast, das Bikini-Haus, das „Kleine Hochhaus“ nahe dem Elefantentor – und schließlich das Huthmacher-Haus. Errichtet wurde der rund 60 Meter hohe Bau bis 1957 nach Plänen der Architekten Paul Schwebes und Hans Schoszberger, finanziert aus dem US-Marshallplan und vom Schweizer Investor Jacques Rosenstein. Seinen Namen erhielt das Huthmacher-Haus erst später, als das gleichnamige Café im Erdgeschoss einzog – wo 1983 Mc Donald’s seine erste Berliner Filliale eröffnete.  Nun aber scheinen die Tage des eigentlich als Teil des Zentrum-Ensembles geschützten Baus gezählt.

Schon lange wurden über Abriss und neue Luftschlösser spekuliert, doch der Investor „Newport Holding“ hat nun einen Plan vorgelegt: ein 95-Meter-Turm, mit dem die Züricher E2A-Architekten die Fünfziger-Jahre-Bebauung der Umgebung gekonnt zitieren. Das Landesdenkmalamt reagiert zurückhaltend: Bisher sei „nicht bekannt, dass die Bausubstanz einen Abriss erforderlich machen könnte“, sagte Sprecherin Christine Wolf dem Tagesspiegel. Nach den Abrissen zweier anderer Baudenkmäler in der Gegend (Schimmelpfenghaus und Gloria-Palast) sowie der Umnutzung des Café Kranzler „kommt den verbleibenden Elementen besondere Bedeutung zu“. Die Zeit läuft: Beim Altbau fehlt ein zweiter Rettungsweg, und die Standfestigkeit ist mutmaßlich angegriffen. Alle Mieter müssen Ende 2020 ausziehen. (db, 27.11.18)

Berlin, Huthmacher-Haus (Bild: Thomas Bürger)

Bremen, Brinkmann-Fabrik (Simulation: Justus Grosse GmbH)

Brinkmann Fabrik vor geschützter Zukunft

Die Brinkmann-Fabrik im Bremener Stadtteil Woltmershausen war einst die größte Tabak-Produktionsstätte Europas. Über 6000 Mitarbeiter sorgten in der 1936/37 errichteten Anlage für nachhaltigen Blauen Dunst. Im Lauf der Jahrzehnte war eine regelrechte Tabak-Stadt entanden: 1940-43 wurde für die „kriegswichtige Produktion“ erstmals erweitert. 1949 und 1961-67 enstanderen weitere Produktionsgebäude. 1999 übernahm der Konzern British American Tobacco die Anlage und produzierte dort bis 2014 Zigarillos. Seit einigen Monaten steht die Fabrikanlage nun unter Denkmalschutz. Für den derzeitigen Eigner, den Bremer Projektentwickler Justus Grosse, „ein Ritterschlag“.

Grosse hat im Mai 2018 das 15 Hektar große Gelände übernommen, und nun soll dem größten Teil der Brinkmann-Bauten neues Leben eingehaucht werden: 20 Millionen Euro will man in das Gründerzentrum „Die Fabrik“ investieren. Das Brinkmann-Areal ist dabei Teil eines 55 Hektar großen Entwicklungsgebietes, welches im Rahmen der Masterplanung Woltmershausen mittelfristig zu einem breit aufgestellten und durchmischten Zukunftsquartier entwickelt werden soll. Die Grosse-GmbH möchte dabei die alten Verwaltungs- und Fabrikationsgebäude als „elementaren Identifikationsstifter für das Gesamtquartier“ erhalten. Aus diesem Grund bleibe ein Teil des Entwicklungsgebietes langfristig im Bestand des Immobilienunternehmens. Auch Landesdenkalpfleger Georg Skalecki ist positiv gestimmt: „Da stehen wir in großem Einvernehmen mit Justus Grosse, dass ein behutsamer Umbau der richtige Weg für den Komplex ist“, sagte er dem Weser-Kurier. (db, 25.11.18)

Bremen, Brinkmann-Fabrik (Simulation: Justus Grosse GmbH)

Heidelberg, Emmertsgrund und Boxberg (Bild: historische Postkarte, Kunstverlag F. Gärtner, Heidelberg)

Heidelberg spart

In Heidelberg entsteht ein neues Gemeindezentrum, noch dazu im eher wenig großbürgerlichen Stadtteil Boxberg – das klang 2017 gut. Dass dahinter bald zwei Abrisse stecken, geht zumeist unter zwischen den Pressezeilen: 2011 fusionierten die evangelischen Gemeinden im Emmertsgrund und am Boxberg – zwei markanten Trabantensiedlungen am grünen Hang. Das Zentrum am Boxbergring (1966) musste 2016/17 einem kirchlichen Neubau weichen. Am Emmertsgrund steht die Kirche im „Forum 3“ (1974) seitdem leer. Pläne von pädagogischem Ideenhaus bis zu jüdischem Altenheim wurden im Quartier beargwöhnt (wohl wegen der bedrohten Aussicht), nun steht ein Verkauf (auf Abriss) bevor. Ansonsten wollen die Heidelberger Protestanten zunächst das Sparpotenzial bei Dienstwohnungen, Gemeindehäusern und Kindergärten ausnutzen.

Die katholische Seite zeigt sich hingegen betont „locker“. Statt auf Vorgaben von oben zu warten, gehe man die Dinge lieber gleich an. Umgebaut, mittelfristig verkauft und abgerissen wird also ebenso. Aktuell entsteht z. B., nach Abriss des Gemeindehauses, in der Wieblinger Kirche St. Bartholomäus (1956) eine Haus-im-Haus-Lösung für mehr Funktionsfreiheit. Und St. Paul im Emmertsgrund (1972), erläutert Pfarrer Johannes Brandt vom Stiftungsrat der Katholischen Kirche der Rhein-Neckar-Zeitung, sei „ein wunderbarer Sakralraum“ – aber das Flachdach mache langsam Probleme … (kb, 24.11.18)

Titelmotiv: Heidelberg-Emmertsgrund (Bild: Postkarte, Kunstverlag F. Gärtner)

Kunsthalle Rostock (Bild Kunsthalle Rostock, CC by SA 3.0)

Kunsthalle Rostock: 50 Jahre Baugeschichte

Dass man in der DDR für viele Dinge einen langen Atem brauchte, ist bekannt. Auf einen Trabant etwa konnte man schon einmal 12 Jahre lang warten. Alle Rekorde hat jedoch die Kunsthalle Rostock gesprengt, die auch lange nach dem Ende des Arbeiter- und Bauernstaates noch an diesem Grundsatz festhielt. Kürzlich erhielt der Bau mit dem neuen Schaudepot endlich seinen Erweiterungsbau – geplant war dieser bereits seit der Eröffnung im Jahr 1969.

Die Galerie war das einzige neugebaute Kunstmuseum der DDR und entstand nach Plänen von Hans Fleischhauer und Martin Halwas. Die Realisierung des Erweiterungsbaus wurde jedoch erst fast 50 Jahre später durch die Fördergelder des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ möglich. Den Entwurf lieferten die Büros buttler architekten und matrix Architektur, die auch für die anstehende Sanierung der Kunsthalle verantwortlich zeichnen. Der Neubau aus Glas und Stahl orientiert sich mit seiner kubischen Form am Bestand und ergänzt den ostmodernen Museumsbau um einen zeitgenössischen Akzent. (jr, 23.11.18)

Rostock, Kunsthalle (Bild: Kunsthalle Rostock, CC BY SA 3.0)

Stuttgart, Calwer-Passage (Bild: Bundesarchiv B 145, Bild F078962-0029, CC BY SA 3.0, 1988)

Stuttgart: Wie weiter mit der Calwer Passage?

Zum Abschied wurde getanzt: In diesem Sommer endete das Nutzungsexperiment „Fluxus“ in der Calwer Passage mit einer fulminanten Party samt Dancefloor in den bereits leergeräumten Ladenräumen. Ab November 2014 bot „Fluxus“, die „Temporary Concept Mall“ kleinen Läden und jungen Kreativen einen Ort am Stuttgarter Rotebühlplatz – und das zu bezahlbaren Mietpreisen. Die Initiative nutzte damit erfolgreich ein Interim nach einem Eigentümerwechsel und belebte so zugleich eine denkmalgeschützte Einkaufspassage. Die Architekten Kammerer, Belz und Partner hatten hier 1975 bis 1978 einen gläsernen Bogengang mit Marmorböden geschaffen. 1978 mit dem Paul-Bonatz-Preis ausgezeichnet, orientierte sich die postmoderne Einkaufszone an der Mailänder Galeria Vittorio Emanuele II am Mailänder Dom aus dem Jahr 1867.

Inzwischen wird das zur Theodor-Heuss-Straße hin an die Passage angrenzende, dreiteilige Gebäude der 1970er Jahre abrissbereit gemacht. An seine Stelle soll bis 2020 ein Neubau treten – wieder mit Büros, Läden, Cafés und Wohnungen. Nach Entwürfen des Architekten Christoph Ingenhoven ist eine begrünte Passage vorgesehen, die Calwer Passage bleibt erhalten und wird bis zur Langen Straße verlängert. Einige ehemalige Fluxus-Mieter haben eine neue Heimat in der nahegelegenen Eberhardstraße gefunden. Für die Passage selbst sieht der Stuttgarter Investor Ferdinand Piëch eine Zukunft für „inhabergeführten, kleinteiligen Einzelhandel“. (kb, 20.11.18)

Stuttgart, Calwer Passage (Bild: Bundesarchiv B 145, Bild F078962-0029, 1988, CC BY SA 3.0)

Essen, Grugahalle (Bild An-d, CC BY SA 3.0)

Essen: 60 Jahre Grugahalle

In Essen feierte kürzlich die Grugahalle ihren 60. Geburtstag. Das Jubiläum war mit einem besonderen Geschenk verbunden: die Mehrzweckhalle wurde zum Big Beautiful Building ernannt. Damit gehört das Bauwerk nun offiziell zur baulichen Nachkriegsprominenz des Ruhrgebiets. Diese Anerkennung ist nicht selbstverständlich: noch in den 1990ern diskutierte man den Abriss der Halle, die inzwischen unter Denkmalschutz steht.

Der Name GRUGA steht für Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung. Die Veranstaltung fand 1927 und 1952 auf dem GRUGA-Gelände in Essen statt. Die Grugahalle fußt entsprechend auf dem Fundament eines Vorgängerbaus aus den 1920er Jahren, der im Krieg zerstört wurde. Der elegante Neubau aus Stahl, Glas und Beton wurde 1958  von der Architektengemeinschaft Ernst Friedrich Brockmann und Gerd Lichtenhahn realisiert. Besonders die Dachkonstruktion, die mit ihren charakteristischen Schmetterlingsflügeln eine Fläche von 80 x 80 Metern überspannt, sorgte damals für Aufsehen. Die Halle bot in den folgenden Jahrzehnten neben verschiedenen Sportveranstaltungen den Beach Boys, Joan Baez, Konrad Adenauer und der Sendung Rockpalast eine Bühne. Wir gratulieren zum Geburtstag und zum verdienten Titel! (jr, 19.11.18)

Essen, Grugahalle (Bild An-d, CC BY SA 3.0)

Tatort Reifezeugnis (Bild: ARD)

Die „Tatort“-Villa fällt

Hoch im Norden, in Bosau am Plöner See, wurde bundesrepublikanische Fernsehgeschichte geschrieben: In einem Luxushaus am Seeufer spielen etliche Szenen des Tatort-Krimis „Reifezeugnis“, der im März 1977 erstmals ausgestrahlt wurde. Die brisante Geschichte über das Liebesverhältnis zwischen Lehrer und Schülerin schlug damals hohe Wellen – und machte die 16-jährige Hauptdarstellerin Nastassja Kinski zum Star. Auch Regisseur Wolfgang Petersen sollte bald Weltkarriere machen, Lehrer-Darsteller Christian Quadflieg in die erste Schauspielerriege aufsteigen. Und Klaus Schwarzkopf als stiller „Kommissar Finke“ war damals ohnehin Garant hoher Einschaltquoten. Die Nummer 73 von 1071 (Stand 15. November 2018) Tatort-Krimis zählt zu den Klassikern.

Doch jetzt wird der Drehort dem Erdboden gleichgemacht: Der 1965 vom Hamburger Architekten Herbert Hagge gestaltete Bungalow muss sechs Eigentumswohnungen weichen. Die letzten Besitzer haben ihn aus Altergründen verkauft, und wie üblich hat ein abrisswilliger Investor das meiste Geld für den unverfälschten Luxusbau locker gemacht: 242 Quadratmeter Wohnfläche, ausgelegt mit edlem Travertin, ein schwarz gefliestes Badezimmer, drei Kamine (einer drinnen, zwei draußen), im Wohnzimmer eine Deckenheizung (!) – das kann alles in den Container, wenn die spätere Rendite stimmt. Den grandiosen Bungalow können Sie fortan hin und wieder noch in der ARD-Mediathek anschauen; ein Bild der Neubauplanungen ersparen wir Ihnen … (db, 17.11.18)

Titelmotiv: Tatort: Reifezeugnis (Bild: ARD)

Karlsruhe, Badenwerk-Hochhaus (Bild: Gerhard Kabierske)

Karlsruhe: Badenwerk-Hochhaus in Gefahr

Am Eingang zum historischen Karlsruhe steht es (noch): das Badenwerk-Hochhaus. Vom damaligen Energiekonzern Badenwerk in den Jahren 1961 bis 1965 errichtet, dient es heute als Landratsamt. Begleitet wird das Bauwerk mit Aluminium-Glas-Fassade von einem Kasino- und einem Langbau mit Betonwabenfenstern. Die Planung geht zurück auf die Architekten Norbert Schmid und Klaus Möckel. Letzterer hatte bei Egon Eiermann studiert, der damals die Lehre Mies van der Rohes verbreitete.

Am 7. November diesen Jahres berichteten die „Badischen Neuesten Nachrichten“ von einer bevorstehenden Sanierung des eingetragenen Kulturdenkmals für 100 Millionen Euro. Am folgenden Tag wurde in derselben Zeitung von Abbruch gesprochen, und gleich der neue Plan vorgestellt. Die Argumentation: Die Landesdenkmalpflege ziehe die Unterschutzstellung des Gebäudes zurück, sollten die Fassadenelemente erneuert werden. Mit dem Abbruch des Hochhauses, und der angedachten Neubebauung, würde Karlsruhe nicht allein ein prägendes Zeugnis des Internationalen Stils verlieren. Zudem könnte eine noch weitreichend erhaltene Grünflächenplanung zerstört werden. Diese bildete gemeinsam mit dem Badenwerk-Hochhaus 1967 einen symbolischen Abschluss des Wiederaufbaus der Stadt, ein „grünes Band“ zwischen Bahnhof und Schloss – und einen Wegweiser in die neue Zeit der Bonner Republik. (pl, 13.11.18)

Titelmotiv: Karlsruhe, Badenwerk-Hochhaus (Bild: Gerhard Kabierske)

Hannover, Gerhard-Uhlhorn-Kirche (Bild: meinhof-felsmann.de)

Gerhard-Uhlhorn-Kirche: Der Umbau startet

Vier Jahre stand die Gerhard-Uhlhorn-Kirche in Hannover-Linden zum Verkauf. Der imposante Kirchenbau des Architekten Reinhard Riemerschmid aus dem Jahr 1963, malerisch an der Leine gelegen, besticht durch die Beton-Raster-Fassade, das hohe, kupfergedeckte Walmdach, das im stützenlosen Innenraum sichtbare hölzerne Tragwerk und den schlanken Glockenturm, der an eine Ähre erinnern soll. Im Jahr 2012 sah sich die evangelisch-lutherische Gemeinde gezwungen, ihre Predigtstätte zu schließen und zum Verkauf anzubieten. 2016 schließlich erwarben zwei Investoren (Dr. Meinhof und Felsmann GBS GmbH & Co. KG) den denkmalgeschützten Bau.

Nun soll es, endlich, losgehen: Entstehen werden Studentenappartements – nach Entwürfen der Architekten pfitzner moorkens. Im Prinzip „Haus im Haus“ sollen zweigeschossige Einbauten für 27 Wohnungen und einige Gemeinschaftsräume in das Kirchenschiff eingestellt werden. Damit bliebe der Raum in seiner Grundstruktur erfahrbar. Auch der Altar soll ebenso an Ort und Stelle bleiben wie das monumentale Altarkreuz, jedoch werden beide evtl. verhüllt. Die Betonfassaden werden um einige Fenster, „Loggien“ und Terrassen erweitert. (kb, 8.11.18)

Hannover, Gerhard-Uhlhorn-Kirche (Bild: meinhof-felsmann.de)

Kassel, Hallenbad Ost (Bild: Kai Oesterreich, CC BY SA 3.0)

Kassel: Hallenbad wird Architekturbüro

In Kassel zeichnet sich für das denkmalgeschützte Hallenbad Ost ein Happy End ab.  Nach Informationen der HNA hat sich mit KM Architekten nun endlich ein Käufer gefunden. Die Architekten wollen das ehemalige Schwimmbad zu ihrem Arbeitsplatz umbauen. Wer nach einem Büro in der nordhessischen Stadt sucht und nichts gegen Chlorgeruch einzuwenden hat, sollte sich schleunigst beim neuen Eigentümer melden: das Architekturbüro wird nicht der alleinige Nutzer sein, Mieter werden noch gesucht!

Bei seiner Eröffnung im Jahr 1930 war das Schwimmbad das erste Hallenbad Kassels. Architekt Fritz Graubmann entwarf es als schlichten, flachgedeckten Bau in zeittypischer Formensprache. Die Planung war pragmatisch: Das Wasser wurde durch die überschüssige Wärmeenergie des benachbarten Gaswerks auf Temperatur gebracht. In Zeiten, in denen Badewannen und Duschen noch kein allgemeiner Standard waren, leistete das Schwimmbad mit dem Angebot der „Volksbadewannen“ auch einen wichtigen Beitrag zur Körperpflege der Kasseler Bevölkerung. 2007 wurde das Schwimmbad endgültig geschlossen und stand seitdem vor einer ungewissen Zukunft. Es existierten zwar verschiedene Pläne zur weiteren Nutzung, die sich letztlich aber alle zerschlugen. (jr, 1.11.18)

Kassel, Hallenbad Ost (Bild: Kai Oesterreich, CC BY SA 3.0)

In Zukunft wohl Sitz des Baukunstarchivs NRW: Das ehemalige Museum am Ostwall in Dortmund (Bild: "Stahlkocher"/Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Baukunstarchiv NRW wird eröffnet

Im Januar 2017 wurde der symbolische Grundstein gelegt, am 4. November 2018 kann das Baukunstarchiv NRW um 14 Uhr mit einer Vernissage offiziell eröffnet werden. Ort der neuen, lange herbeigesehnten Einrichtung ist das ehemalige Museum am Ostwall in Dortmund. Die Stadt, Eigentümerin der Museumsräume, hatte diese 2013 schon dem Abriss anheim gegeben. Der ursprünglich historische Bau beherbergte zunächst das Königliche Oberbergamt, bis er 1911 zum städtischen Museum umgebaut und nach dem Zweiten Weltkrieg nochmals in modernere Formen gehüllt wurde. 2009 schließlich zog das Kunstmuseum aus und der Bau blieb ohne Nutzung zurück.

Nach vielen Protesten und Gesprächen konnte der Abriss des ehemaligen Museums am Ostwall abgewendet und stattdessen hier ein Ort für das künftige Baukunstarchiv NRW geschaffen werden. Die junge Institution sichert Nachlässe aus den Bereichen Architektur, Innen- und Landschaftsarchitektur, Städte- und Ingenieurbau, arbeitet diese wissenschaftlich auf und macht sie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Zur Eröffnung werden Ausstellungsstücke aus der Sammlung des Archivs gezeigt. Die Anmeldung ist online möglich, der Eintritt ist frei. (kb, 31.101.18)

Dortmund, ehemaliges Museum am Ostwall/zukünftiges Baukunstarchiv (Bild: „Stahlkocher“/Wikipedia, CC BY SA 3.0)