Millionen für Magdeburg

Über Jahre hinweg gammelte in Magdeburg an der Elbe die Hyparschale vor sich hin. Der Schalenbau wurde 1969 nach Plänen von Ulrich Müther errichtet und gilt als wichtiges Zeugnis der Ostmoderne. 1997 wurde das Kulturdenkmal baupolizeilich gesperrt. Zuletzt musste die Konstruktion mit einem Stützturm vor dem Einsturz gesichert werden.

2017 zeichnete sich dann endlich eine gute Lösung für das ehemalige Messe- und Ausstellungszentrum ab: Die Stadt Magdeburg nahm die Sanierung selbst in die Hand nehmen. Das Innere soll als Mehrzweckhalle hergerichtet werden. Nun gab das Bundesbauministerium bekannt, die Maßnahme mit satten fünf Millionen Euro zu fördern. Die Sanierung soll noch in diesem Jahr starten, mit einer Fertigstellung wird für 2022 gerechnet. (kb, 16.11.19)

Hyparschale, Magdeburg (Bild: Ola2, CC BY SA 3.0)

Neandertalhalle unter Schutz

Seit 2017 zog sich die Entscheidung, nun ist es amtlich: Die Neandertalhalle Mettmann bleibt unter Denkmalschutz, entschied das NRW-Bauministerium. Der Stadtrat freut sich nicht, insbesondere die Grünen (sic!) sind „bestürzt“, so Fraktionssprecher Nils Lessing. Obwohl der Abbruch der Halle nicht vom Tisch ist, befürchte er, dass dieser erschwert werde. Man wünsche sich ein Veranstaltungszentrum, umgeben von Wohn- oder weiterer Geschäftsbebauung. Allerdings in Form einer kleineren Multifunktionshalle. Der Altbau sei überdimensioniert, Betriebs- und Sanierungskosten zu teuer. Ähnlich sehen es fast alle Parteien. Der Ministeriumsentscheid wurde notwendig, da der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Neandertalhalle 2016 als denkmalwürdig einstufte, während ein von der Stadt beauftragtes Gutachten zu einem anderen Schluss kam.

Errichtet wurde die spätmoderne „Laubfroschoper“ von 1980 bis 1982 nach Plänen von Wolfgang Rathke. Die lange gut ausgelastete Halle wurde ab den 1990ern heruntergespart. Hinzu kommen die üblichen „Mängel“ beim Brandschutz, die sie zum kostenintensiven Sanierungsobjekt machen. Der Denkmalwert ist bestätigt, ein Abriss dennoch nicht ausgeschlossen – Staatssekretär Jan Heinisch sagte der Rheinischen Post: „Im Ministerium weiß man genau, dass die Neandertalhalle nicht nur eine dauerhafte, große finanzielle Belastung (…) für die Stadt darstellt, sondern auch, dass für den Erhalt der Halle mehr als acht Millionen Euro in das Gebäude investiert werden müssten.“ (db, 17.10.19)

Mettmann, Neandertalhalle (Bild: Kreisstadt Mettmann)

Kulturdenkmal à la Mies zu verkaufen

Die Hänge der Bergstraße zwischen Darmstadt und Heidelberg sind wie geschaffen für großzügige Villen: Wie ein großartiges Panorama liegt einem die Rheinebene zu Füßen. Hier ließ sich ein Rechtsanwalt in den frühen 1960er Jahren ein Wohnhaus errichten. Der Bungalow mit Wandscheiben, raumhohen Fenstern und auskragender Dachplatte à la Mies wurde von den Architekten Jan und Waldemar Lippert geplant. Die Nähe zur architektonischen Auffassung Mies van der Rohes ist kein Zufall. Die Brüder hatten sich gezielt die Meister der Moderne als Lehrer ausgesucht. Jan Lippert hatte bei Mies van der Rohe am IIT in Chicago studiert und in dessen Büro gearbeitet. Waldemar Lippert legte 1956 bei Egon Eiermann sein Diplom ab. So verwundert es nicht, dass es auch Parallelen zu den Baden-Badener Wohnhäusern Eiermanns gibt, wie beispielsweise die Verwendung von Sichtmauerwerk.

Im Innneren gibt sich das Haus großzügig und hell. Dank der Schiebetüren lässt sich der Wohnraum nahtlos mit der Terrasse verbinden und ins Freie erweitern. Ein Außenkamin und der Swimming-Pool dürfen als unverzichtbare Insignien mondän-modernen Wohnens in der Nachkriegszeit natürlich nicht fehlen. Es fehlen nur noch passende Bewohner, denn das junge Kulturdenkmal steht aktuell zum Verkauf. (mk, 16.10.19)

Weinheim an der Bergstraße, Bungalow (Bilder: oben: via immobilienscout24.de, unten: historische Abbildung, via immobilienscout24.de)