Geht es Picasso an den Kragen?

Oslo, Regierungsviertel, Y-Block (Bild: GAD, CC BY SA 3.0.no)
Ein Sicherheitsrisiko? Der Y-Block mit Picasso-Wandbild im Osloer Regierungsviertel (Bild: GAD, CC BY SA 3.0.no)

Am 10. Dezember gab die Europa Nostra, der seit 1963 von Den Haag aus operierende Verbund von über 400 NGOs und Privatpersonen aus dem Denkmalschutz, die alljährliche Liste heraus: die aus seiner Sicht 14 meistgefährdeten Orte des kulturellen Erbes Europas. Darunter finden sich ebenso illustre wie scheinbar pittoresk versinkende Stätten wie die Lagune von Venedig. Aber auch zwei herausragende Zeugnisse der Moderne sind dabei: Zum einen sorgt sich Europa Nostra um den Helsinki-Malmi-Airport aus den 1930er Jahren, der einen der besterhaltenen Flughäfen der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bilde.

Ein zweites Sorgenkind steht im norwegischen Oslo: der Y-Block des Regierungsviertels. Mit dem H-Block von 1958 stelle der Y-Block von 1969, beide errichtet nach Entwürfen des Architekten Erling Viksjø, ein Schlüsselwerk der norwegischen Nachkriegsmoderne dar. Doch nach den terroristischen Anschlägen von 2011 wirkt der Y-Block in den Augen der Regierungsvertreter wie ein Sicherheitsrisiko: einfach zu nah an der Straße. Dies könnte den Abriss des ganzen Y-Blocks und damit den Verlust des von Picasso gestalteten Wandbilds bedeuten. (kb, 19.12.15)