Für die vielen Bilder des Heiligen Geistes – vom wehenden Mantel Gottes im Alten bis zu den sieben Geistesgaben im Neuen Testament – fand der Bildhauer Helmut Rogge in Hannover-Vahrenwald dynamische Bilder: Über dem Eingang und hinter dem Altar des Gemeindezentrums Heilig Geist schuf er verschiedene Plastiken, die vom bewegten Bau aufgegriffen und ins Architektonische überführt werden. Das Gemeindezentrum mit Turm entstand 1975/76 im Stadtteil Vahrenwald nach den Entwürfen des Architekten und Malers Hans-Siegfried Laessig. In Hannover hat sich der Architekt außerdem hervorgetan durch Bauten für die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde in Herrenhausen (1971), die nahegelegene Altenwohnanlage des St.-Nicolai-Stifts (1971) und die Altenwohnungen Körtingsdorf (1967) in Bornum. Im Laufe der Jahre wurde das Heilig-Geist-Gemeindezentrum in seiner Ausstattung stufenweise ergänzt. 2000 kam eine Glasgestaltung des Künstlers Günter Grohs hinzu, 2007 folgte ein neues Gemeindehaus.

Der Baukörper auf einem geschwungenen Grundriss wurde ergänzt um einen zylindrisch geformten Glockenträger. An prominenten Stellen hat man die Betonoberflächen gezielt gefasst – ein Farbkonzept, das sich im Inneren bis hin zu den Teppichböden fortsetzt. Damit steht das Gemeindezentrum in der zeittypischen Einheit von Bildhauerei, Malerei und Architektur an der Schwelle der Pop- zur Postmoderne. Der über Hannover hinausweisend außergewöhnliche Bau wurde 2016, zum 50. Jubiläum seiner Einweihung, unter Denkmalschutz gestellt. Nun wurde bekannt gegeben, dass die Gemeinde aufgelöst und ihr Zentrum verkauft werden sollen. Diese Entscheidung wird aktuell kontrovers diskutiert, vor allem die Frage der künftigen Nutzung des Bauwerks ist noch offen. (kb, 12.4.22)

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